Salzburg: Stichwahlen um Bürgermeisteramt unter der statistischen Lupe

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Foto: Land Salzburg/Grafik
19 Mär 07:00 2024 von Redaktion Salzburg Print This Article

77 „Duelle“ seit 1994 / Wenige Änderungen an Spitze / Wahlbeteiligung bisher meist geringer

(LK) Am 10. März fanden in Salzburg die Gemeindevertretungs- und Bürgermeisterwahlen statt. Die meisten Entscheidungen sind gefallen, in 14 von 119 Gemeinden kommt es am 24. März jedoch noch zur Stichwahl um das Bürgermeisteramt. Die Landesstatistik hat alle bisherigen kommunalen „Duelle“ genau analysiert und dabei Erstaunliches herausgefunden.

Die Bürgermeisterstichwahlen seit 1994 auf einen Blick. 77 Mal kam es bereits landesweit, inklusive der Wahlen am Sonntag, zu einem "Duell" um den Ortchef.

„Man könnte das Gegenteil erwarten, aber bei den landesweit 63 Stichwahlen, die seit Einführung der Direktwahl im Jahr 1994 bisher bereits stattgefunden haben, ging in 54 Fällen die Wahlbeteiligung zurück, im Schnitt um 4,7 Prozentpunkte. Nach den 14 Entscheidungen am nächsten Sonntag wissen wir, ob sich dieser Trend weiter bestätigt“, informiert der Leiter der Landesstatistik, Gernot Filipp. In den 63 Stichwahlen sind übrigens auch fünf Stichwahlen berücksichtigt, die in der Stadt Salzburg, Hallein, Saalfelden, Oberalm und Anif, im Zuge von Nachwahlen stattgefunden haben.

Geringere Wahlbeteiligung

„Am höchsten war der Rückgang mit minus 25,9 Prozentpunkten bisher in Bürmoos im Jahr 2009, dort kam es bei der Stichwahl durch einen Verzicht jedoch nur mehr zu einer Abstimmung über einen Kandidaten“, so Filipp. Den größten Rückgang bei einem „regulären“ zweiten Wahlgang gab es mit 18,5 Prozentpunkten im Jahr 2014 in der Stadt Salzburg, dort ging die Wahlbeteiligung von 49,7 Prozent auf 31,2 Prozent zurück. Den höchsten Anstieg verzeichnete 1994 Kleinarl. Dort stieg die Wahlbeteiligung von 86,8 Prozent auf 90,5 Prozent.

Wenige Überholmanöver

In 53 der bisher 63 abgehaltenen Stichwahlen konnte sich der Kandidat mit dem höchsten Stimmenanteil aus dem ersten Wahlgang durchsetzen. Lediglich bei zehn Entscheidungen schaffte es der im ersten Wahlgang Zweitplatzierte, den Führenden noch zu überholen. „Die stärkste Aufholjagd gelang im Jahr 2019 in Oberalm Hans-Jörg Haslauer, der im ersten Wahlgang noch 12,7 Prozentpunkte hinter seinem Konkurrenten gelegen ist und im zweiten Wahlgang einen Vorsprung von 6,8 Prozentpunkten hatte“, informiert Filipp.

Umkämpfte Gemeinden

Die Daten der Landesstatistik zeigen zudem, dass in 74 der 119 Gemeinden des Landes der Bürgermeister immer im ersten Wahlgang gewählt wurde, in 45 Gemeinden wurde zumindest ein zweiter Wahlgang notwendig. Am häufigsten gab es eine Stichwahl in der Stadt Salzburg. Sechs der sieben Direktwahlen in der Stadt, brauchten, inklusive der Stichwahl am Sonntag, einen zweiten Anlauf. Dahinter folgen Hallein, Oberalm und Neumarkt am Wallersee mit je vier Stichwahlen sowie Straßwalchen, Seekirchen, Bad Gastein, Mittersill und St. Martin bei Lofer mit jeweils drei.

Blick auf die Stadt

In der Stadt Salzburg kommt es nun am Sonntag zur bereits sechsten Stichwahl, landesweit bis dato unübertroffen. „Bei allen fünf bisherigen Stichwahlentscheidungen konnte sich der Führende aus dem ersten Wahlgang auch im zweiten Wahlgang durchsetzen. Bei drei Wahlgängen konnte der Vorsprung sogar noch ausgebaut werden, bei zwei Wahlgängen schaffte es der Herausforderer sich zumindest dem Führenden anzunähern. So hat sich im Jahr 2009 der Abstand des Zweitplatzierten Harald Preuner auf Heinz Schaden von 19,3 Prozent im ersten Wahlgang auf 7,4 Prozent im zweiten Wahlgang reduziert. Bei der Nachwahl im Jahr 2017 betrug der Rückstand von Bernhard Auinger auf Harald Preuner 3,1 Prozentpunkte, im zweiten Wahlgang waren es nur mehr 0,6 Prozentpunkte“, informiert Filipp.

Stichwahl 2024

Gernot Filipp gibt jedoch zu bedenken: „Der Abstand bei der aktuellen Stichwahl zwischen den beiden Kandidaten Bernhard Auinger und Kay-Michael Dankl ist im ersten Wahlgang mit 1,4 Prozentpunkten geringer als bei allen bisherigen Stichwahlen in der Stadt Salzburg. Nur in den Jahren 1999 und 2017 war der Abstand mit jeweils rund drei Prozentpunkten ähnlich gering, bei allen anderen Stichwahlen gab es zumindest eine Differenz in zweistelliger Höhe. Im Jahr 2014 betrug der Abstand sogar fast 26 Prozentpunkte.“ Spannung ist somit am 24. März garantiert.

Stichwahlen nach Bezirken

Seit 1994 fielen 22 der 77 Stichwahlen, inklusive jener am 24. März 2024, auf den Flachgau, der damit an der Spitze liegt. Hier ein Überblick über alle Bezirke.

  • Flachgau: 22
  • Pinzgau: 17
  • Pongau: 16
  • Tennengau: 12
  • Stadt Salzburg: sechs
  • Lungau: 4

Quelle: Land Salzburg



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