Salzburg: Weltgesundheitstag: Immer mehr Salzburger gehen zur Vorsorge
Steigerung der Vorsorgeuntersuchungen um 80 Prozent zwischen 2004 und 2024 / Mehr als doppelt so viele Ärztinnen und Ärzte tätig wie noch 1996
(LK) Die eigene Gesundheit ist das höchste Gut. Der 7. April, ein Aktionstag der Weltgesundheitsorganisation (WHO) der Vereinten Nationen, rückt das Thema zusätzlich in das öffentliche Bewusstsein. Die gute Nachricht für Salzburg: Immer mehr Menschen im Bundesland nehmen Vorsorgeuntersuchungen in Anspruch. Laut Zahlen des Dachverbandes der österreichischen Sozialversicherungsträger stiegen die Untersuchungen zwischen 2004 und 2024 um rund 80 Prozent. Wobei Frauen mit 55 Prozent im Durchschnitt deutlich öfter zur Vorsorge gehen als Männer.
Der medizinische Fortschritt der vergangenen Jahrzehnte hat auch die Lebenserwartung in Salzburg deutlich steigen lassen. Laut Zahlen der Statistik Austria konnte eine Frau, die 1964 geboren wurde, mit einer Lebenserwartung von 72,77 Jahren rechnen. Bei einem Mann lag diese bei 67,07 Jahren. 2024, also sechs Jahrzehnte später, ist die Lebenserwartung bei Frauen mit 85,36 Jahren um rund 12,6 Jahre höher. Bei Männern beträgt die Steigerung rund 13,5 Jahre (Lebenserwartung: 80,53 Jahre).
Gutschi: „Land investiert in zukunftsorientierte Versorgung.“
Eine moderne Infrastruktur im Gesundheitsbereich und der Ausbau der Vorsorge sind zentrale Ziele der Gesundheitspolitik in Salzburg: „Als Land nehmen wir 2026 rund 46 Millionen Euro zusätzlich in die Hand, um den Bau der III. Medizin im Universitätsklinikum zu realisieren. Damit wird die onkologische Versorgung von derzeit fünf auf einen Standort gebündelt. Darüber hinaus laufen die Erweiterung der Palliativstation sowie der Neubau der Akutversorgung und der Gerontopsychiatrie in der Christian-Doppler-Klinik“, sagt Landesrätin Daniela Gutschi und appelliert an alle Menschen im Bundesland das Vorsorgeangebot zu nützen: „Je früher bösartige Tumoren oder Herzerkrankungen entdeckt werden, desto höher ist die Genesungswahrscheinlichkeit. Nur wenige Minuten sind so bestens in die eigene Gesundheit investiert.“
Verdreifachung bei Fachärzten
Florian Griessenberger von der Landesstatistik hat sich für den Weltgesundheitstag salzburgspezifische Zahlen näher angesehen. Vor allem das Gesundheitspersonal ist in den vergangenen Jahrzehnten deutlich angestiegen. „Bei den berufsausübenden Ärztinnen und Ärzten im Bundesland sehen wir im 30-Jahres-Vergleich eine Verdopplung. 1996 gab es 1.862 Ärztinnen und Ärzte, 2025 waren es 4.051. Besonders deutlich ist der Anstieg bei den Fachärztinnen und -ärzten. 1996 wurden im Land 655 gezählt, 29 Jahre später waren es 2.110 – das ist etwas mehr als eine Verdreifachung“, informiert der Statistiker.
Deutlich mehr Pflegekräfte in Salzburg
Auch beim nichtärztlichen Gesundheitspersonal in Krankenhäusern gibt es einen deutlichen Anstieg in Salzburg. 1996 arbeiteten laut Statistik Austria in diesem Bereich 4.377 Personen. „2025 waren es insgesamt 6.828 Personen – ohne Hebammen. Also eine Steigerung um rund 56 Prozent. Besonders deutlich zeigt sich der Anstieg beim Krankenpflegefachdienst. Hier waren zu Jahresbeginn 2025 exakt 4.357 Personen tätig, fast so viele wie das gesamte nichtärztliche Gesundheitspersonal in Krankenanstalten im Jahr 1996“, berichtet Florian Griessenberger.
Tagesklinik setzt neue Maßstäbe
2005 gab es in Salzburg 4.821 Betten in Krankenanstalten. 20 Jahre später sind es 4.537 – ein Minus um rund sechs Prozent. „Vor allem die Sonderkrankenanstalten und Genesungsheime, Pflegeanstalten für chronisch Kranke sowie Sanatorien haben Plätze abgebaut. In den allgemeinen Krankenanstalten gab es ein Plus an Plätzen um knapp drei Prozent“, so Florian Griessenberger. Der Trend zu weniger stationären Betten und einem tagesklinischen Ausbau ist für Landesrätin Daniela Gutschi Teil einer umfassenden Strukturreform. „Ziel ist es, stationäre Aufenthalte zu verkürzen. In der Früh werden die Patientinnen und Patienten operiert und können bereits am Abend zu Hause sein. So werden die vorhandenen Ressourcen effizienter genützt und wir wissen, dass die Genesung schneller passiert, wenn sie in einem gewohnten Umfeld passiert.“
Häufigste Todesursache: Kreislauferkrankungen
Mit fast einem Drittel sind Krankheiten des Kreislaufsystems in Salzburg die häufigste Todesursache. 2004 sind 1.770 Personen an einer solchen Erkrankung gestorben, 2024 waren es 1.671. Krebserkrankungen sind für rund ein Viertel aller Todesfälle verantwortlich, bei rund sieben Prozent sind es Verletzungen und Vergiftungen.
Spitzenforschung „Made in Salzburg“
Im Jahr 2024 wurden nach Zahlen der Statistik Austria in Salzburg 2.937 bösartige Krebserkrankungen diagnostiziert. Rund 53 Prozent der Betroffenen waren Männer. Professor Alexander Egle leitet seit Ende 2024 interimistisch die Innere Medizin III am Universitätsklinikum. „Salzburg ist bei der Krebsbehandlung und -forschung sehr gut aufgestellt, auch wenn man über die Landes- und Bundesgrenzen blickt. Besondere klinische und Forschungs-Schwerpunkte haben wir bei Brustkrebs, Blutkrebserkrankungen und Tumoren des Magen-Darm-Trakts. Die auch im internationalen Vergleich exzellente Landschaft an klinischen Studien und die Studieninfrastruktur an der Inneren Medizin III erlaubt dabei, dass medizinischer Fortschritt sehr früh bei unseren Patienten ankommt und auch die Erkenntnisse aus der eigenen Forschung am Standort unmittelbar an die Patientinnen und Patienten weitergegeben werden können. Eine optimale Tumorbehandlung ist von exzellenter Zusammenarbeit in interdisziplinären Teams abhängig“, so Egle.
Modernste Therapiemöglichkeiten
Professor Alexander Egle ist seit mehr als 20 Jahren in Salzburg tätig und hat als Hämatologe und Onkologe den rapiden Fortschritt in Forschung, Diagnostik und Behandlung rund um das Thema Krebs mitverfolgt. „Wir können für sehr unterschiedliche Krebsarten sehr spezifische Therapien für konkrete Problemstellungen anbieten. So können wir heute aufgrund der Erkenntnisse zur molekularen Zusammensetzung und zu den Wechselwirkungen von Tumoren mit der Immunologie die Erkrankungen auf völlig anderen Ebenen bekämpfen als dies in der Vergangenheit der Fall war. Gezielte Angriffe auf molekular definierte Strukturen können zu beeindruckenden Resultaten führen. Zusätzlich sind zunehmend Eingriffe in die körpereigene Immunreaktion gegen Tumore, entweder durch direkte Aktivierung der Immunreaktion mit Medikamenten oder auch durch die Therapie mit genetisch bewaffneten eigenen T?Zellen sehr erfolgreiche Optionen. So sind beispielsweise beim aggressiven Non?Hodgkin?Lymphdrüsenkrebs Heilungen in Situationen möglich, die früher unmöglich gewesen wären“, führt Egle aus.
Redaktion: Landes-Medienzentrum / LK_260405_90 (msc/hei)
Quelle: Land Salzburg
