Wien: Wien Energie versorgt Tiergarten Schönbrunn ab sofort mit Fernwärme

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Wien

25 Okt 18:06 2026 von Redaktion Salzburg Print This Article

Zukunftsfitte Wärme für historischen Tiergarten – neue Fernwärmeleitung ermöglicht Anschluss von mehr als 60 weiteren Gebäuden

Wien Energie bringt den ältesten Zoo der Welt raus aus Gas: Der Energiedienstleister hat sein Fernwärmenetz im Bezirk Hietzing erweitert und dabei unter anderem den Tiergarten Schönbrunn angeschlossen. Künftig versorgt die Fernwärme neben den Tieranlagen auch das Verwaltungsgebäude, die Gastronomie und das Wüstenhaus vor den Toren des Tiergartens mit zukunftsfitter Wärme.

„Der Tiergarten Schönbrunn ist als ältester bestehender Zoo der Welt eine echte Wiener Institution. Dass sich Giraffen & Co hier in Zukunft mit klimaschonender Fernwärme einkuscheln können, zeigt, dass wir in Wien auch darauf achten historische Anlagen auf den Puls der Zeit zu bringen und es ist ein starkes Zeichen für den Weg, den Wien konsequent verfolgt: den Ausstieg aus Gas und den Ausbau einer zukunftsfitten Energieversorgung. Mit dem Anschluss an die Fernwärme stärken wir die Unabhängigkeit von fossilen Energieträgern und machen die Wiener Wärmewende an einem der bekanntesten Orte der Stadt sichtbar," so Ulli Sima, Stadträtin für Stadtentwicklung, Mobilität und Wiener Stadtwerke.

Traditionsstandort setzt auf Fernwärme

Mit rund zwei Millionen Besucher*innen jährlich zählt der Tiergarten Schönbrunn zu den beliebtesten Sehenswürdigkeiten Österreichs. Die Gaskessel-Anlage, die das 17 Hektar große Areal bisher beheizt hat, war mit insgesamt zehn Megawatt Leistung die größte noch aktive bei einem Wien Energie-Kunden und wurde im Zuge des Fernwärme-Anschlusses demontiert. „Der Tiergarten Schönbrunn begeistert Generationen von Wienerinnen und Wienern sowie Gäste aus aller Welt. Umso mehr freut es uns, dass wir nun auch hier mit der Fernwärme einen Beitrag für die Energiezukunft der Stadt leisten können. Gemeinsam schaffen wir die Voraussetzungen dafür, dass Wiens Wärmeversorgung Schritt für Schritt unabhängiger von Gas wird und stärken damit die langfristige Unabhängigkeit und Versorgungssicherheit unserer Stadt“, sagt Sascha Zabransky, Geschäftsführer von Wien Energie.

Mit der Umstellung auf Fernwärme entsteht eine moderne Wärmeversorgung für eine der traditionsreichsten Institutionen des Landes. „Wer bedrohte Tierarten schützen will, muss auch verantwortungsvoll mit der Natur umgehen. Wir begrüßen den Anschluss an die Fernwärme, da sie uns durch unseren langjährigen Partner Wien Energie eine zuverlässige und regionale Wärmeversorgung sichert. Gerade im Winter sind viele unserer Tiere auf eine verlässliche Wärmeversorgung angewiesen. Gleichzeitig schafft das mittelfristig besser kalkulierbare Preisniveau mehr Planungssicherheit für unseren Betrieb“, sagt Tiergartendirektor Stephan Hering-Hagenbeck.

Das Projekt steht beispielhaft dafür, wie der Ausstieg aus Gas auch bei komplexen Bestandsobjekten erfolgreich umgesetzt werden kann. „Bei der Wärmewende ist in Wien der Bär los – jetzt auch in Schönbrunn! Mit dem Anschluss des Tiergartens an die Fernwärme schicken wir eine der größten Gaskesselanlagen Wiens in Pension. Zehn Megawatt fossile Heizleistung werden ersetzt und für mehr als 60 weitere Gebäude wird der Weg raus aus Gas geebnet. Die Wiener Wärmewende hat Bärenkräfte: Schritt für Schritt verabschieden wir uns von fossilen Energieträgern und schaffen eine klimaneutrale, sichere und leistbare Wärmeversorgung“, so Stefan Gara, Energiesprecher NEOS Wien.

Neue Fernwärmeleitung erschließt weitere Gebäude

Die neue Fernwärmeleitung entlang der Maxingstraße schafft die Voraussetzung für einen Fernwärme-Anschluss in mehr als 60 Gebäuden. Für Immobilienbesitzer*innen bedeutet der Anschluss an die Fernwärme, dass sie sich um die Dekarbonisierung ihres Heizsystems keine Sorgen mehr machen müssen. Für die Kund*innen sichert der zunehmende Anteil lokal verfügbarer erneuerbarer Energiequellen stabile Preise, unabhängig von Schwankungen an den internationalen Energiemärkten. „Der Ausbau einer zukunftsfitten Energieversorgung ist weit mehr als eine technische Notwendigkeit – er ist unser Versprechen für ein lebenswertes, leistbares und unabhängiges Wien. Jeder Schritt raus aus Gas ist ein Schritt hin zu einer sicheren und leistbaren Zukunft für die Menschen in unserer Stadt. Wien zeigt vor, wie eine Weltmetropole mit Herz und Vision auf Nachhaltigkeit umsattelt. Der Umstieg des Tiergartens Schönbrunn auf Fernwärme ‚made in Vienna‘ zeigt eindrucksvoll, dass Tradition und Innovation in Wien Hand in Hand gehen, um gemeinsam Großes für ein gutes Klima und eine unabhängige Energieversorgung zu erreichen“, so Josef Taucher, SPÖ-Klubvorsitzender und Vorsitzender des Unterausschusses Wiener Stadtwerke.

„Die Umstellung des alten Heizsystems auf Fernwärme ist eine erfreuliche Entwicklung für Hietzing und unsere Umwelt. Mein besonderer Dank gilt den Hietzingerinnen und Hietzinger für ihre Geduld und ihr Verständnis während den umfassenden Bauarbeiten“, so Bezirksvorsteherin Johanna Zinkl.

„Besonders erfreulich ist, dass durch die Verlegung der Fernwärmeleitung auch für rund 60 Gebäude in und rund um die Maxingstraße die Möglichkeit geschaffen wurde, künftig auf Fernwärme umzusteigen. Damit profitieren nicht nur der Tiergarten, sondern auch zahlreiche Anrainerinnen und Anrainer von einer umweltfreundlichen und modernen Wärmeversorgung. Dieses Projekt zeigt, wie Klimaschutz, Versorgungssicherheit und eine moderne Infrastruktur Hand in Hand gehen können und einen konkreten Mehrwert für den Bezirk schaffen“, freut sich der Bezirksvorsteherin-Stellvertreter Marcel Höckner.

Wien hat einen Plan zum Ausstieg aus Gas

Die Fernwärme wird in Wien bereits seit den 1960er Jahren ausgebaut und versorgt heute mehr als 480.000 Wohnungen mit Heizung und Warmwasser. Derzeit stammt noch rund die Hälfte der Fernwärmeproduktion aus gasbetriebenen Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen.Wien Energie hat einen klaren Plan zum Ausstieg aus Gas. Dazu werden sowohl der Ausbau als auch die Dekarbonisierung der Fernwärme weiter vorangetrieben. Eine entscheidende Rolle spielen dabei die Geothermie, Großwärmepumpen und die Nutzung von Abwärme.

Für den schrittweisen Ausstieg aus fossilen Energieträgern setzt Wien Energie auf erneuerbare Wärmequellen. Das größte Potential liegt in der Tiefengeothermie. Gemeinsam mit der OMV errichtet Wien Energie aktuell die erste Anlage in der Seestadt Aspern, die ab 2029 rund 25.000 durchschnittliche Haushalte mit regional verfügbarer erneuerbarer Wärme versorgen soll. Bis 2040 könnten bis zu sieben Anlagen Wärme für umgerechnet 200.000 Wiener Haushalte bereitstellen. Auch Großwärmepumpen leisten einen großen Beitrag: Die Anlagen bei Spittelau, Simmering und der Kläranlage ebswien können zusammengerechnet Wärme für rund 100.000 Wiener Haushalte bereitstellen.

Wien Energie investiert in den kommenden Jahren etwa eine Milliarde Euro in den Ausbau und die Dekarbonisierung der Fernwärme. Zusätzlich investiert Wien Energie 1,7 Milliarden Euro in den Ausbau von Sonnen-, Wind- und Wasserkraft. Mit dem Ausbau von erneuerbarem Strom und erneuerbarer Wärme baut Wien Energie ein Energiesystem auf, das zunehmend auf regionalen und erneuerbaren Quellen basiert. Damit wird die Abhängigkeit von fossilen Energieimporten reduziert und es sinkt der Einfluss von Preisschwankungen an den internationalen Energiemärkten.



Quelle: Stadt Wien



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