Tirol: Versorgung sichern, Gemeinde schützen - Neuer Teich in Stanz

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Gruppenfoto
Bei der Eröffnung des neuen Bewässerungs- und Löschwasserteichs (v.l.): LHStv Josef Geisler, Stefan Nothdurfter und Bgm. Ferdinand Beer.
Copyright: Land Tirol/Jansenberger
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Feuerwehrpumpe bei Teich
Doppelfunktion: Als Löschwasserreserve stellt der neue Teich im Ernstfall eine verlässliche Wasserquelle für die Feuerwehr dar und erhöht damit die Sicherheit der gesamten Gemeinde.
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Überblicksfoto
Neben dem Speicherbecken entstanden ein Kontrollbauwerk zur Verteilung und Kontrolle der Drainagewässer, ein Einlauf- und Entnahmebauwerk sowie ein neuer Amphibienteich.
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Musikkapelle
Die Eröffnungsfeier wurde feierlich von der Musikkapelle Stanz bei Landeck umrahmt.
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20 Apr 20:00 2026 von Redaktion International Print This Article

Bewässerungs- und Löschwasserteich feierlich eröffnet

  • Effiziente Erweiterung bestehender Infrastruktur
  • Neuer Lebensraum für Amphibien

Wo Wasser seit jeher knapper ist als in anderen Teilen Tirols, sind funktionierende Bewässerungssysteme eine wesentliche Grundlage für die regionale Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion. Gerade im Tiroler Oberland haben Bewässerungsmaßnahmen deshalb eine lange Tradition und gewinnen angesichts zunehmender Trockenperioden weiter an Bedeutung. Mit der feierlichen Eröffnung eines neuen Bewässerungs- und Löschwasserteichs, vorgestern, Samstag, in Stanz bei Landeck setzt die Wassergenossenschaft Neuer Bach mit Unterstützung des Landes Tirol einen wichtigen Schritt für die nachhaltige Wasserbewirtschaftung und die Sicherheit der Gemeinde. Der neue Teich ist als Erweiterung der bestehenden Bewässerungsanlage konzipiert und vereint mehrere zentrale Funktionen.

„Gerade vor dem Hintergrund zunehmender Trockenperioden und steigender Anforderungen an eine verlässliche Wasserversorgung werden solche Investitionen immer wichtiger. Hier wurde zudem eine Lösung umgesetzt, die mehrere Herausforderungen gleichzeitig adressiert. Die Sicherstellung der Bewässerung landwirtschaftlicher Flächen in einer niederschlagsarmen Region und die Bereitstellung von Löschwasser greifen hier sinnvoll ineinander. Solche durchdachten Projekte sind ein wichtiger Beitrag, um Infrastruktur langfristig verlässlich und widerstandsfähig zu gestalten“, betont LHStv Josef Geisler.

Doppelte Funktion, doppelter Nutzen

Gerade in den inneralpinen Trockenregionen des Tiroler Oberlands ist Wasser seit jeher ein besonders wertvolles Gut. In Gemeinden wie Stanz bei Landeck stehen der Landwirtschaft traditionell geringere Niederschlagsmengen zur Verfügung als in anderen Teilen Tirols. Mit durchschnittlich rund 600 Millimetern Jahresniederschlag liegt die Region deutlich unter niederschlagsreicheren Gebieten des Landes wie beispielsweise in St. Johann in Tirol und Reutte, wo es etwa doppelt so viel Niederschlag gibt.

Die landwirtschaftliche Nutzung ist in dieser Gegend seit Generationen auf eine verlässliche Verfügbarkeit von Wasser zur Bewässerung angewiesen. Besonders in den Sommermonaten und während längerer Trockenphasen kam es in der bestehenden Anlage der Wassergenossenschaft Neuer Bach immer wieder zu Engpässen. Der neu geschaffene Speicherteich mit einem Fassungsvermögen von rund 1.200 Kubikmetern (entspricht rund 1,2 Millionen Liter Wasser) schafft hier eine deutliche Verbesserung: Er dient als Puffer, um die erforderlichen Mengen an Wasser bereitstellen zu können. Damit wird die Versorgung von rund 58 Hektar landwirtschaftlicher Flächen langfristig abgesichert.

Gleichzeitig übernimmt der Teich eine wichtige Funktion für den Schutz der Bevölkerung. Als Löschwasserreserve stellt er im Ernstfall eine verlässliche Wasserquelle für die Feuerwehr dar und erhöht damit die Sicherheit der gesamten Gemeinde. „Für uns als Gemeinde ist der Löschwasserteich ein ganz wesentlicher Fortschritt. Im Ernstfall müssen wir uns darauf verlassen können, dass ausreichend Wasser schnell verfügbar ist – genau das ist jetzt gegeben. Gleichzeitig sehen wir, dass die Anlage auch der Landwirtschaft hilft. Das macht das Projekt für uns doppelt sinnvoll“, freut sich auch Ferdinand Beer, Bürgermeister der Gemeinde Stanz bei Landeck.

Darüber hinaus wurde das Gesamtsystem umfassend erweitert und technisch ergänzt: Neben dem Speicherbecken entstanden ein Kontrollbauwerk zur Verteilung und Kontrolle der Drainagewässer, ein Einlauf- und Entnahmebauwerk sowie die Adaptierung des bestehenden Verteilerbauwerks. Damit wird sichergestellt, dass das gespeicherte Wasser gezielt gesteuert, effizient genutzt und bedarfsgerecht in das bestehende Bewässerungssystem eingespeist werden kann. Das Projekt wurde in enger Zusammenarbeit zwischen der Wassergenossenschaft Neuer Bach, der Abteilung Wasserwirtschaft des Landes Tirol, dem Baubezirksamt Imst sowie der Gemeinde Stanz bei Landeck umgesetzt. Insgesamt wurden dafür vom Land Tirol, der Gemeinde und der Wassergenossenschaft Neuer Bach rund 665.000 Euro investiert.

Langfristig vorbereitet, rasch umgesetzt

Der Wunsch nach einer nachhaltigen Speicherlösung reicht dabei mehrere Jahrzehnte zurück: Bereits 1994 fasste die Wassergenossenschaft Neuer Bach den Grundsatzbeschluss für die Errichtung eines Speicherteichs. Die Umsetzung erforderte intensive Abstimmungen, insbesondere im Zusammenhang mit Grundankäufen sowie der Finanzierung. Nach Baubeginn im März 2025 konnte das Projekt innerhalb eines Jahres fertiggestellt werden. „Der Bedarf war schon lange da – das Projekt hat uns über viele Jahre begleitet. Umso mehr freut es uns, dass wir jetzt eine Lösung haben, die für unsere Landwirtschaft und auch für die Gemeinde einen wirklichen Unterschied macht“, so Stefan Nothdurfter, Obmann der Wassergenossenschaft Neuer Bach.

Neuer Lebensraum für Amphibien

Neben den funktionalen Aspekten wurde auch großer Wert auf ökologische Ausgleichsmaßnahmen gelegt: Im Zuge des Projekts wurde ein eigener Amphibienteich errichtet, um neue Lebensräume für heimische Arten zu schaffen.

„Mit diesem Projekt zeigt sich, wie durch vorausschauende Planung mehrere Herausforderungen gleichzeitig adressiert werden können – von der Sicherung der Wasserversorgung über den Katastrophenschutz bis hin zum Naturschutz“, betont LHStv Geisler abschließend.


Quelle: Land Tirol



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