Salzburg: Verknüpfte Daten entwickeln Flughafen zum Verkehrsknotenpunkt
Foto: Salzburg Airport
Informationen über Flüge, Öffis, Pendlerströme und Nächtigungen gesammelt / Forschungsprojekt erfolgreich abgeschlossen
(LK) Rund zwei Jahre, zwischen 2023 und 2025, haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Forschungsgesellschaft iSPACE plus in enger Zusammenarbeit mit der Universität Salzburg sowie dem Flughafen Salzburg und dem Salzburger Verkehrsverbund den Verkehr rund um den Flughafen genau unter die Lupe genommen. Analysiert wurden Daten zu Flugverbindungen, öffentlichem Verkehr, Pendlerströmen sowie zum Ort der Nächtigungen mit dem Ziel, das Salzburger Tor zur Welt als zentralen Verkehrsknotenpunkt für Einheimische und Gäste weiterzuentwickeln .
LHF-Stv. Stefan Schnöll und LR Daniela Gutschi mit Flughafen-Geschäftsführerin Bettina Ganghofer und Thomas Prinz (Projektleiter) beim zentralen Verkehrsknotenpunkt für Einheimische und Gäste.
Die Intensität der Datenverschränkung beim Projekt „Flughafen 4.0“ ist einzigartig. Noch nie, das bestätigen die Projektverantwortlichen, wurde eine derart gründliche und tiefgreifende Analyse aller verkehrsrelevanten Parameter vorgenommen. Und die wissenschaftliche Neugier der Expertinnen und Experten hat sich gelohnt. Der Salzburger Flughafen als zentraler Knotenpunkt im Mobilitätssystem wurde neu positioniert und die Verbindungen, insbesondere in die Tourismusgebiete im Süden des Landes, verbessert. Gefördert wurde das Projekt im Rahmen der Wissenschafts- und Innovationsstrategie – kurz WISS.
Schnöll: „Mehrwert für alle Beteiligten.“
Landeshauptfrau-Stellvertreter Stefan Schnöll freut sich über die Ergebnisse des Projekts. „Besonders im Fokus war die erste und letzte Meile der Passagiere. Durch die Analyse konnten wir gezielte Maßnahmen setzen und so die Ab- und Anreise verbessern. So wurde etwa ein dichterer Takt beim Regionalbus 260 in den Pinzgau umgesetzt oder die Verbindung mit dem Regionalbus 270, mit Eben im Pongau als Drehscheibe und Ort von Sammeltransporten, getestet. Gleichzeitig wurde der Flughafen als Mobilitäts-Hub weiterentwickelt. Jetzt geht es darum, künftige Angebote weiterzuentwickeln, Stichwort das erfolgreiche Guest-Mobility-Ticket“, so Schnöll, der auch Vorsitzender des Aufsichtsrats des Flughafens ist.
Gutschi: „Forschung für die Praxis.“
Als Forschungs- und Wissenschafts-Landesrätin ist für Daniela Gutschi das Projekt „ein gutes Beispiel dafür, wie Forschung, Planung und Praxis gemeinsam zu greifbaren Verbesserungen für alle Beteiligten führen können. Durch die innovative Datennutzung profitieren nicht nur die Gäste, sondern auch Pendlerinnen und Pendler und damit das gesamte Bundesland. Das Projekt zeigt für mich aber auch, wie innovativ die Forschenden in Salzburg sind und, dass die Initiativen der WISS 2025 direkt bei den Menschen ankommen und ihre Lebensrealität verbessert“, betont Gutschi.
Daten zeigen Reiseverhalten an
Projektleiter Thomas Prinz von der iSPACE plus Forschungsgesellschaft und Universität Salzburg hält fest: „Herzstück unserer Arbeit ist ein entwickeltes Modell, das zeigt, wie sich die am Flughafen ankommenden Passagiere in Bezug auf ihre Weiterreise verhalten. Alle verfügbaren Daten wurden dafür analysiert. Im Mittelpunkt steht die Frage: Welche Möglichkeiten haben Personen zur Weiterreise? Neben dem Flughafen war ein wichtiger Kooperationspartner der Salzburger Verkehrsverbund, mit dem wir wesentliche öffentliche Verkehrsverbindungen in die Regionen analysiert und die Grundlage für Optimierungen im Angebot erarbeitet haben. In einem weiteren Schritt werden mein Team und ich im „Smart Tourism Hub“ das Thema Tourismus und Mobilität näher untersuchen.“
Vernetzter Tourismus der Zukunft
Rund elf Millionen Euro aus EU- und Landesmitteln fließen in den kommenden Jahren in den Aufbau von fünf neuen Forschungs- und Transferzentren im Bundesland. „Smart Tourism Hub“ ist eines der fünf Zentren – geforscht wird unter enger Kooperation der beiden Forschungsgesellschaften iSPACE plus und Salzburg Research. „Wir wollen dabei unter anderem Dateninnovationen als Planungsgrundlage für nachfrageorientierte touristische Angebote im Rahmen des Umweltverbundes schaffen. Ziel ist es, Informationen aus unterschiedlichen Quellen – etwa Verkehr, Mobilfunk, Sensorik oder Wetter – miteinander zu verbinden und für innovative, datenbasierte Anwendungen nutzbar zu machen. So sollen Lösungen erarbeitet werden, die den Tourismus nachhaltiger, sicherer und komfortabler gestalten und von denen im gleichen Maße Einheimische profitieren können“, berichtet Thomas Prinz.
Quelle: Land Salzburg
