Österreich: Tschechien zeigt’s vor – 5% Biomethan bis 2030

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Tschechien zeigt’s vor – 5% Biomethan bis 2030
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24 Apr 12:00 2026 von OTS Print This Article

Österreich droht den Anschluss zu verlieren

Die Europäische Kommission hat Tschechien eine Beihilferegelung über 3,7 Mrd. Euro für den Ausbau der nachhaltigen Biomethan-Erzeugung genehmigt. Bis 2030 sollen damit Anlagen entstehen, die rund 350 Mio. Normkubikmeter Biomethan pro Jahr liefern – knapp 4 TWh und etwa 5% des tschechischen Gasverbrauchs.

Tschechien investiert – Österreich vertagt

Während Tschechien in kurzer Zeit ein milliardenschweres Programm aufsetzt und damit Planungssicherheit für Betriebe schafft, diskutiert Österreich seit 2019 über den Aufbau einer heimischen Biomethanproduktion – ohne bis heute ein funktionierendes Unterstützungssystem zu beschließen. Das im Regierungsprogramm angekündigte Erneuerbare-Gase-Gesetz ist weiterhin nicht umgesetzt, obwohl darin bis 2030 6,5 TWh erneuerbare Gase in Aussicht gestellt wurden.

Der Kompost & Biogas Verband Österreich fordert daher einen verbindlichen Ausbaupfad von zumindest 3,2 TWh Ausschreibungsvolumen an heimischem Biomethan bis 2030 – also rund die Hälfte des im Regierungsprogramm verankerten Gesamtziels für erneuerbare Gase – sowie 6 TWh bis 2035. Bei einem jährlichen Gasverbrauch von ca. 80 TWh (ähnlich wie Tschechien) würden das zumindest 7,5 % Eigenversorgung aus erneuerbaren Quellen bedeuten. Ohne einen solchen Mindestpfad wird Österreich im europäischen Wettbewerb um Investitionen, Wertschöpfung und Technologieaufträge zunehmend ins Hintertreffen geraten.

Biomethan: schnellste und günstigste erneuerbare Gasoption

Biomethan kann direkt in das bestehende Gasnetz eingespeist werden und fossiles Erdgas schrittweise ersetzen, ohne dass teure neue Infrastruktur aufgebaut werden muss. Unter den erneuerbaren Gasen ist Biomethan damit die schnellst verfügbare und kostengünstigste Option, um das Gassystem rasch in Richtung erneuerbare Energie zu transformieren und Versorgungssicherheit, Klimaschutz und regionale Wertschöpfung gleichzeitig zu stärken.

Österreich verfügt über langjährige Erfahrung mit Biogas, etablierte Anlagen und weltweit führende Technologieanbieter, die einen schnellen Hochlauf der Biomethanproduktion ermöglichen würden. Was fehlt, ist ein klarer politischer Rahmen mit investitionssicheren Marktbedingungen, wie ihn nun etwa Tschechien vorzeigt.

Europa investiert – Österreich darf nicht zusehen

In Europa sollen in den kommenden Jahren über 25 Mrd. Euro in den Ausbau der Biomethanproduktion investiert werden. Nahezu alle anderen EU-Mitgliedstaaten sehen in der Biogastechnologie eine klare Zukunftstechnologie und richten ihre Förderregime entsprechend aus – von Tschechien über Frankreich und Italien bis Spanien.

„Wenn Österreich jetzt nicht handelt, werden Investitionen, Innovation und Arbeitsplätze in andere Länder abwandern, die bereits entschlossen auf Biomethan setzen“, warnt Johannes Hauptmann, Biogas-Obmann des Kompost und Biogas Verbandes Österreich. „Biomethan muss auch bei uns als zentrale Säule der Energiewende begriffen werden – nicht als Randthema. Investitionen in den Ausbau der heimischen Biomethanproduktion sind nicht bloß Investitionen in einen erneuerbaren Energieträger – es sind auch Investitionen in Resilienz, Unabhängigkeit und Versorgungssicherheit, sie bedeuten heimische Wertschöpfung und stärken unsere Kreislaufwirtschaft“

Appell an die Bundesregierung

Der Kompost & Biogas Verband fordert die Bundesregierung auf, das Erneuerbare-Gase-Gesetz rasch zu beschließen, darin zumindest ein Ausschreibungsvolumen für 2030 von 3,2 TWh und von 6 TWh Biomethan bis 2035 Biomethan verbindlich zu verankern und somit einen klaren, langfristigen Ausbaupfad festzulegen. Nur so kann Österreich seine Pionierrolle zurückgewinnen und von der europäischen Biomethan-Dynamik profitieren, statt zuzusehen, wie andere Länder vorangehen.?Weitere Informationen, Fakten und Mitmachmöglichkeiten finden Sie unter www.zukunft-biogas.at


Quelle: OTS



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