Niederösterreich: Stift Lilienfeld als Brücke zwischen Geschichte und Gegenwart
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LH Mikl-Leitner: „Niederösterreich und Großbritannien sind aufs Engste miteinander verbunden“
Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner besuchte kürzlich gemeinsam mit der britischen Botschafterin Lindsay Skoll das Stift Lilienfeld. Im Mittelpunkt stand das Grab von Cimburgis von Masowien, einer Schlüsselfigur europäischer Dynastiegeschichte, deren Nachkommen sowohl das Haus Habsburg als auch das heutige britische Königshaus prägen.
„Das fast 800-jährige Stift Lilienfeld ist ein eindrucksvoller Zeuge unserer gemeinsamen europäischen Geschichte. Das Grab der Cimburgis von Masowien macht sichtbar, wie eng Niederösterreich mit Großbritannien historisch verbunden ist. Ich danke Botschafterin Skoll für den intensiven Austausch. Diese gewachsenen Beziehungen wollen wir weiter vertiefen, auch wenn das Vereinigte Königreich nicht mehr Teil der EU ist, sind Niederösterreich und Großbritannien weiterhin aufs Engste freundschaftlich und wirtschaftlich verbunden“, betonte Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner und ergänzt: „Das Stift steht nicht nur für unser kulturelles Erbe, sondern auch für Verantwortung, dieses Erbe für kommende Generationen zu bewahren.“
Botschafterin Lindsay Skoll strich insbesondere die Symbolkraft des Stift Lilienfeld hervor. „Als Ausgangspunkt zweier großer Adelshäuser, die unsere Länder entscheidend gestaltet haben, ist dieser Ort im Herzen Niederösterreichs der ideale Rahmen, um auf Basis der langen gemeinsamen Geschichte über die weitere Zusammenarbeit zu sprechen“, so Skoll. Niederösterreichs Expertise bei erneuerbarer Energie und Großbritanniens führende Rolle bei Zukunftstechnologien wie Künstliche Intelligenz und Cybersicherheit würden etwa viele Möglichkeiten für engere wirtschaftliche Zusammenarbeit eröffnen. Ich danke Landeshauptfrau Mikl-Leitner für das ebenso geschichtsträchtige wie zukunftsorientierte Treffen.
Abt Pius Maurer freute sich: „Ich finde es wertvoll, wenn geschichtliche Fakten für heutige freundschaftliche und friedliche Kontakte verwendet werden.“
Bürgermeister Manuel Aichberger unterstrich: „Gerade auch in der exzellent gelebten Partnerschaft und Zusammenarbeit zwischen Stadtgemeinde und Stift Lilienfeld, in all den Projekten und Veranstaltungen, kommt immer wieder das gemeinsame Bewusstsein um die kulturhistorische Bedeutung Lilienfelds zum Ausdruck. Es geht darum unser kulturelles Erbe und seine Schätze, unsere Geschichte für die kommenden Generationen zu bewahren. Nicht zuletzt die aktuell laufende Generalsanierung des Stiftes Lilienfeld ist für dieses gemeinsame Ziel unverzichtbar. Die Verbindung zum britischen Königshaus ist Beweis dafür, dass dieses kulturelle Erbe in Lilienfeld auch eine europäische Dimension hat.“
Cimburgis von Masowien war die Ehefrau von Ernst dem Eisernen und Mutter von Kaiser Friedrich III., des ersten römisch-deutschen Kaisers aus dem Haus Habsburg. Über ihre Tochter Margarete, die Kurfürstin von Sachsen wurde, führt die dynastische Linie bis zum Haus Sachsen-Coburg-Gotha und damit zum heutigen britischen Königshaus. Cimburgis starb 1429 während einer Wallfahrt nach Mariazell in Türnitz und wurde im Presbyterium der Stiftskirche Lilienfeld beigesetzt.
Das Zisterzienserstift Lilienfeld zu den bedeutendsten mittelalterlichen Bauensembles Österreichs. Zugleich ist es ein lebendiger Ort: Rund 600 Schülerinnen und Schüler besuchen das im Stift untergebrachte Bundesrealgymnasium.
Seit 2015 wird das Stift schrittweise saniert. Restauriert wurden unter anderem Fassaden und Türme des West- und Nordtrakts, Dachbereiche, die Stuckdecke im Kaisersaal, der barocke Kalvarienberg sowie die Prälatengruft. Das Land Niederösterreich unterstützte diese Maßnahmen mit rund 964.000 Euro aus der Denkmalpflegeförderung. Ein Meilenstein wurde 2025 mit der Einrichtung eines eigenen Kuratoriums gesetzt. Die laufenden und geplanten Sanierungsschritte bis 2030 umfassen unter anderem den Kirchen- und Prälatenhof sowie weitere Fassadenbereiche. 2030 wird zugleich das 800-Jahr-Jubiläum der Kirch- und Klosterweihe begangen, die langfristige Sicherung des Stiftsensembles ist bis 2040 angelegt.
Der Besuch der Botschafterin unterstrich neben den historischen Verbindungen auch die aktuellen Beziehungen zwischen Niederösterreich und dem Vereinigten Königreich. Das Vereinigte Königreich zählt zu den wichtigsten Märkten Europas und ist führend in Zukunftsbereichen wie Künstlicher Intelligenz und Cyber-Security. Daraus ergeben sich vielfältige Chancen für niederösterreichische Unternehmen, Start-ups und Forschungskooperationen. Auch die Zusammenarbeit zwischen der EU und dem Vereinigten Königreich in Bereichen wie Sicherheit, Verteidigung, Jugendmobilität und Wirtschaft bleibt eng. So verbindet das Stift Lilienfeld jahrhundertealte europäische Geschichte mit lebendigen Partnerschaften und zukunftsorientierter Zusammenarbeit zwischen Niederösterreich und einem zentralen Partner Europas.
Quelle: Land Niederösterreich
