Wien: Sima/Reiter - Die Zollergasse wird klimafit

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Wien

11 Mär 07:00 2021 von Redaktion Salzburg Print This Article

8 XL-Platanen, begrünte Pergolen und Wasserspiel als „Bachlauf“ sorgen für Abkühlung und besseres Mikroklima

Verkehrsberuhigt, begrünt und gekühlt: Die Zollergasse im 7. Bezirk präsentiert sich nach ihrer Umgestaltung Ende Juni in neuem Gewand. Planungsstadträtin Ulli Sima und der Bezirksvorsteher des 7. Bezirks, Markus Reiter, haben heute die Pläne präsentiert, das gemeinsame Ziel ist ein attraktiver Aufenthaltsort mit Schatten, Schanigärten und konsumfreien Räumen rechtzeitig zu Sommerbeginn. „Wir schaffen eine weitere klimafitte Straße mit neuen, großen Bäumen im dichtverbauten Stadtgebiet und einem kleinen ‚Bach‘ mit Sprühnebeln mitten in der Zollergasse zur Abkühlung“, freut sich Planungsstadträtin Sima. Für Bezirksvorsteher Reiter ist das Projekt „ein weiteres Vorzeigeprojekt, welches gemeinsam mit der Wiener Stadtregierung realisiert werden kann.“

Umgestaltet wird von der Mariahilfer Straße bis zur Lindengasse. Die MA 31 – Wiener Wasser hat in den letzten Wochen in diesem Bereich die Wasserrohre getauscht, die Baustelle zur Begrünung der Gasse schließt nun nahtlos an, was eine gut koordinierte Baustellenlogistik in der Stadt garantiert.

Maßnahmen zur Klimawandelanpassung mit cooling-Elementen für Hitzetage

Bei der attraktiven Gestaltung der Straße spielen Klimawandelanpassungsmaßnahmen die zentrale Rolle: der Boden wird im Bereich der Baumscheiben zu 100 % entsiegelt, das Wasser kann dadurch in die Erde abrinnen. Zur Verbesserung des Mikroklimas werden im Boden drei Quelldüsen und drei Nebeldüsen installiert, die im Bereich der FußgängerInnenzone einen kleinen Bachlauf erzeugen und kühlen.

Acht großkronige mittig gepflanzte Platanen, sogenannte XL-Bäume, die schon 25 Jahre alte sind, 10 m hoch und eine Baumkrone von 4 m haben, sorgen von Tag 1 an für Schatten. Dazu gibt es zwei berankte, etwa drei Meter hohe Pergolen, deren Aussehen an Webrahmen erinnern. Großzügige Grünflächen mit blühenden Staudenmischungen werten die neugestaltete Straße weiter auf.

Pflasterung im Teppichmuster erinnert an Namensgeber der Zollergasse

Namensgebend für die Zollergasse ist übrigens der Tuchhändler Michael von Zollern (1665-1756). Passend dazu werden die quadratischen Granitpflastersteine – inspiriert von Stoffmustern – angeordnet. Die gepflasterte Fläche soll einen Teppich symbolisieren - ein Teppich, der darauf wartet, von Menschen betreten zu werden.

Schattige Schanigärten und konsumfreie Räume

Bis zu 20 konsumfreie Sitzgelegenheiten wie Sitzhocker, Pendelsitze in den Pergolen, Sessel und Sitzbänke mit Arm- und Rückenlehnen sollen zum Verweilen einladen. Ein Trinkbrunnen stellt frisches Quellwasser bereit. Das taktile Leitsystem soll blinde und sehschwache Menschen sicher durch den Straßenraum führen. Die konsumfreien Flächen können auch für temporäre Kunst und Kultur im öffentlichen Raum genutzt werden. Für Fahrräder stehen künftig in diesem Abschnitt der Zollergasse 20 Radbügel zur Verfügung.

Schwammstadt-Prinzip für klimafitte Bäume

In der Straßenmitte kommt das Schwammstadtprinzip zum Einsatz. Dabei handelt es sich um ein innovatives System zur Verbesserung des Lebensraums der Bäume sowie des Regenwasser-Managements. Bäume bekommen durch dieses System mehr Luft und Wasser. Ihre Lebensdauer wird dadurch erhöht. Durch die sukzessive Verdunstung kommt es zu einer permanenten Verbesserung des Mikroklimas.

Zudem wird die Kanalisation bei Starkregen-Ereignissen entlastet. Dafür sorgt eine Schicht aus grobkörnigem Schotter sowie wasserspeichernden Materialien wie Aktivkohle, die im Straßenraum eingebracht wird. Die Bäume stehen in ihren Baumscheiben, haben aber direkten Kontakt zu den Schotter-Schichten und können diese durchwurzeln.

Das gilt auch für das Wasserspiel, das im Bereich der FußgängerInnenzone durch das natürliche Gefälle einen bachartigen Wasserfilm ausbildet. Das Wasser wird über Bodendüsen als Nebel und Sprudler sichtbar und kühlt durch Verdunstungsprozesse die Umgebungstemperatur ab. Überschüssiges Wasser wird zu den Staudenbeeten und Bäumen abgeleitet und kann von den Pflanzen wieder aufgenommen werden.

Die Entwässerung kann von Sommer- auf Winterbetrieb umgestellt werden, damit durch Streusalz verunreinigtes Wasser direkt in die Kanalisation abgeleitet wird und nicht in den Wurzelbereich der Bäume eindringt.



Quelle: Stadt Wien



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