Salzburg: Salzburgs Wälder sind in der Hand von 12.000 verschiedenen Besitzern

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Foto: Landwirtschaftskammer Salzburg / Franz Neumayr
07 Feb 10:00 2026 von Redaktion International Print This Article

Landesweit rund 1.200 Forstbetriebe mit rund 25.000 Beschäftigten / 56. Waldbauerntag im Heffterhof in Parsch

(LK) Die Wälder Salzburgs sind Naherholungsgebiete, Schutzbarrieren und eine wirtschaftliche Grundlage. Der Forstbesitz im Bundesland ist unter 12.000 verschiedenen Grundbesitzerinnen und -besitzern aufgeteilt, wobei die Österreichischen Bundesforste mit rund 40 Prozent der größte Grundbesitzer sind. Neben dem Tourismus ist die Forstwirtschaft der größte Wirtschaftszweig in Salzburg. In den 1.200 holzverarbeitenden Betrieben sind von der Ernte bis zur Produktion rund 25.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt.

LHF-Stv. Marlene Svazek und LR Maximilian Aigner mit Michaela Kaniber (bayrische Staatsministerin), LWK-Salzburg Präsident Rupert Quehenberger, Rudolf Rosenstatter (Obmann Waldverband) und Franz Lanschützer (Geschäftsführung Waldverband) beim 56. Waldbauerntag.

Eine besondere Bedeutung hat der Wald in Salzburg als Bollwerk gegen Lawinen und Muren, die vor allem in den Gebirgsgauen Siedlungsräume bedrohen. Rund 55 Prozent der Wälder im Bundesland sind sogenannte Schutzwälder, den bezirksweit höchsten Anteil gibt es im Pinzgau. Heute, Freitag, haben sich rund 270 Landwirtinnen und Landwirte, Unternehmerinnen und Unternehmer sowie Holzproduzentinnen und Holzproduzenten im Heffterhof in Salzburg-Parsch zum 56. Waldbauerntag getroffen. Neben Vertreterinnen und Vertretern der heimischen Forstindustrie nahmen auch Landeshauptfrau-Stellvertreterin Marlene Svazek, Landesrat Maximilian Aigner und die bayerische Staatsministerin Michaela Kaniber an dem Vernetzungs- und Informationstag teil.

Svazek: „Gefahr durch überbordende EU-Bürokratie.“

Landeshauptfrau-Stellvertreterin Marlene Svazek hat bei ihren Begrüßungsworten die unionsrechtlichen Vorgaben im Natur- und Umweltschutz hervorgestrichen, die zunehmend in die heimische Forstwirtschaft eingreifen. „Zahlreiche EU-Rechtsakte würden nationale Gesetzgebungen aushebeln und müssten – wie etwa die Wiederherstellungsverordnung – umgesetzt werden oder stünden über dem nationalen Recht. Dieser Umstand mache die Forstwirtschaft trotz des derzeit relativ guten Holzpreises nicht leichter.“

Regelungen mit Hausverstand gefordert

„Diese Entwicklung lähmt leider unsere Forstwirtschaft. Gerade die kleinen Betriebe überfordert der administrative Aufwand im Bereich der Genehmigungsverfahren“, sagt Landeshauptfrau-Stellvertreterin Marlene Svazek, die als Beispiel ein jüngstes EuGH-Urteil, wonach selbst eine normale Holznutzung aufgrund unionsrechtlicher Naturschutzvorgaben zum Vogelschutz nicht mehr möglich sei, anführt. „Übertrage man diese Rechtsprechung auf Österreich, würden einfache Genehmigungen für Schlägerungen künftig Monate oder gar Jahre dauern“, so Svazek.

Aigner: „Salzburg und Bayern im Gleichschritt.“

Aus dem benachbarten Bayern hat Staatsministerin Michaela Kaniber am Waldbauerntag teilgenommen. „Es freut mich besonders, dass die Ministerin heute in Salzburg ist. Der enge Schulterschluss zwischen Salzburg und Bayern stellt sicher, dass wir in forst-politischen Fragen mit einer Stimme auftreten – in Wien und Berlin ebenso wie in Brüssel, da wir mit den gleichen Herausforderungen beim Thema Wald konfrontiert sind. Das gilt insbesondere für den Eigentumsschutz und den Abbau überbordender Bürokratie bei EU-Vorhaben wie der Entwaldungsverordnung – kurz EUDR - und der Wiederherstellungsverordnung – kurz WHVO - bei denen praxistaugliche Lösungen entscheidend sind“, stellte Landesrat Maximilian Aigner fest.

Alleskönner Holz

Der klassische Waldbauer in Salzburg ist im Nebenerwerb tätig und besitzt zwischen 10 und 50 Hektar. „Diese kleinteilige Struktur ist das Herz der heimischen Forstwirtschaft. Mit Engagement und Leidenschaft werden die Flächen bewirtschaftet und der nachwachsende Rohstoff in den Wirtschaftskreislauf gebracht – gerade auch als Baumaterial. Holz ist umweltfreundliche CO2 Speicher ermöglicht ein besonderes Raumklima und stärkt die heimische Wirtschaft. Das sieht man besonders bei den jüngsten Bauprojekten, beispielsweise an den landwirtschaftlichen Fachschulen am Winklhof, in Bruck oder in Kleßheim“, betont Landesrat Maximilian Aigner.

Waldverband stärkt Mitglieder

Zufrieden zeigt sich Landeshauptfrau-Stellvertreterin Marlene Svazek, dass die Salzburger Waldbauern Forstwirtschaft mit Augenmaß betreiben und ein integratives Modell leben. „Unsere heimischen Waldbauern versuchen auf jedem Quadratmeter den Naturschutz mit zu erfüllen, das verlangt schon das österreichische Forstgesetz seit 1975, da braucht es eigentlich keinen extra Naturschutz aus Brüssel“, so Svazek. Landesrat Maximilian Aigner ergänzt: „Der Waldverband und die Landwirtschaftskammer leisten gerade für unsere kleinststrukturierten heimischen Waldbauern, eine wichtige Unterstützung bei der nachhaltigen und eigenverantwortlichen Bewirtschaftung.“


Redaktion: Landes-Medienzentrum / LK_260206_90 (msc/mw)


Quelle: Land Salzburg



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