Salzburg: Rund 120 Objekte werden vor Köstendorfer Wildbächen geschützt
Foto: Land Salzburg/Alexander Paier
Bund, Land und Gemeinden investieren rund vier Millionen Euro / Arbeiten am Schreiberroidergraben vor Abschluss
(LK) Zumeist sind die Köstendorfer Wildbäche kleinere Rinnsale. Bei Starkregen nach Gewittern können sie jedoch ihre zerstörerische Kraft zeigen. Damit rund 120 Häuser, Anlagen und Infrastruktureinrichtungen künftig bestmöglich vor den Bächen geschützt sind, investieren Bund, Land sowie die Gemeinden Köstendorf und Schleedorf gemeinsam rund vier Millionen Euro in mehrere Schutzbauten.
Nördlich von Köstendorf steht in einem Waldstück, versteckt in einer kleinen Mulde und geschützt von mächtigen Bäumen, ein Schutzbauwerk mit einer Höhe von zirka zehn Metern. Seit November 2025 wird intensiv am Schreiberroidergraben gearbeitet, um den Hochwasserschutz im nördlichen Flachgau zu verbessern. Das Projekt wird jeweils zu 60 Prozent vom Bund und zu 15 Prozent vom Land mitfinanziert. Bei den Abschnitten Steinerbach und Schreiberroidergraben finanziert Köstendorf ein Viertel der Baumaßnahmen mit, beim Dopplergraben sind die Gemeinden Köstendorf und Schleedorf gemeinsam an der Finanzierung beteiligt.
LR Maximilian Aigner mit Bgm. Wolfgang Wagner, Gebhard Neumayr (WLV Landesleiter), Anton Pichler (WLV-Gebietsbauleiter), Viktoria Sandtner und Martin Lanner (beide WLV) vor dem Hochwasserschutz in Köstendorf.
Aigner: „Sicherheit für morgen.“
Landesrat Maximilian Aigner hat sich kürzlich gemeinsam mit Bürgermeister Wolfgang Wagner und Vertretern der Wildbach- und Lawinenverbauung den Baufortschritt näher angesehen. „Hier am Schreiberroidergraben sieht man sehr gut, wie Vorsorge Schritt für Schritt Gestalt annimmt. Wenn Bund, Land und Gemeinden an einem Strang ziehen und jeder Beitrag zählt, ist dieses Projekt ein Beispiel für die gute Zusammenarbeit. Gemeinsam investieren wir hier fast vier Millionen Euro in den Schutz vor Hochwasser. Was heute noch eine Baustelle ist, wird schon bald ein fertiges Rückhaltebecken sein, das die Bevölkerung bestmöglich schützt“, so Aigner.
Wagner: „Bester Schutz für Köstendorf.“
Der Köstendorfer Bürgermeister Wolfgang Wagner betont: „Immer mehr intensive und lokale Regenereignisse bringen Bedrohungen für unsere Bevölkerung. Da gilt es, rechtzeitig Vorsorge zu treffen. Mit den Hochwassersperren am Dopplergraben, am Steinerbach und am Schreiberroidergraben werden mehrere Ortsteile von Köstendorf vor Überflutungen geschützt. Wir sind nun für ein 100-jähriges Hochwasser gewappnet, auch für den Ortskern. Unter Einbindung der Grundbesitzer, denen ich meinen Dank aussprechen möchte, können diese wichtigen Schutzbauten errichtet werden.“
Sperre für 60.000 Kubikmeter Wasser
Bereits 2023 starteten an den Köstendorfer Wildbächen die ersten Vorbereitungsarbeiten. „Im Flachgau haben wir das Thema der intensiven Niederschläge. Wenn viel Regen fällt, rinnt dieser oberflächlich ab. Mit den Hochwasserrückhaltebecken, wie hier in Köstendorf, können große Wassermengen kurzfristig aufgestaut werden. So reduzieren wir so gut wie möglich Schäden an Gebäuden und Infrastruktur. Das Bauwerk am Schreiberroidergraben kann bis zu 60.000 Kubikmeter Wasser zurückhalten. Grundsätzlich liegt das Projekt absolut im Zeitplan und ist ausfinanziert“, sagt Anton Pichler, Gebietsbauleiter der Wildbach- und Lawinenverbauung (WLV) für den Pongau, Flachgau und Tennengau.
Starke Partner arbeiten eng zusammen
Der Leiter der Wildbach- und Lawinenverbauung in Salzburg, Gebhard Neumayr, informiert beim Lokalaugenschein in Köstendorf: „Der Flachgau ist vor allem mit dem Thema Wasser konfrontiert. In den Gebirgsregionen spielt das Geschiebe eine entscheidende Rolle. Hangteile stürzen in Bäche, diese stauen sich auf und entwickeln sich zu gefährlichen Muren, die ganze Häuser wegreißen können. Die starken Partner sind hier Bund, Land und Gemeinden sowie die rund 300 Wildbachwasser-Genossenschaften. Diese sind österreichweit in Salzburg einzigartig. Die Betroffenen finanzieren die Schutzobjekte selbst mit, das führt zu einer großen Identifikation mit dem Projekt vor Ort“, so Neumayr.
Quelle: Land Salzburg
