Projekt „Burgenland BeeFit!“ gestartet

Slide background
Startschuss für Projekt „BeeFit“ in burgenländischen Gemeinden. V.l.: Brigitte Gerger, GFin Verein Wieseninitiative, Marlene Hrabanek-Bunyai, GFin des Vereins UNSER DORF, LH Stv.in Astrid Eisenkopf, Obfrau des Vereins UNSER DORF, Helmut Hareter, Bgm. Breitenbrunn
Bildquelle: Landesmedienservice Burgenland
Slide background
v.l.: Marlene Hrabanek-Bunyai, GFin des Vereins UNSER DORF, LH Stv.in Astrid Eisenkopf, Obfrau des Vereins UNSER DORF, Helmut Hareter, Bgm. Breitenbrunn, Brigitte Gerger, GFin Verein Wieseninitiative
Bildquelle: Landesmedienservice Burgenland
Slide background
v.l.: Brigitte Gerger, GFin Verein Wieseninitiative, LH Stv.in Astrid Eisenkopf, Obfrau des Vereins UNSER DORF, Helmut Hareter, Bgm. Breitenbrunn, Marlene Hrabanek-Bunyai, GFin des Vereins UNSER DORF,
Bildquelle: Landesmedienservice Burgenland
29 Jul 19:00 2020 von Redaktion Salzburg Print This Article

LH-Stv.in präsentiert Initiative zur Sicherung der Artenvielfalt in burgenländischen Dörfern

„Natur- und Klimaschutz spielt in den Gemeinden eine immer wichtigere Rolle. Aktiver Naturschutz und der Erhalt der Biodiversität im Burgenland betrifft jede Gemeinde und muss sich über unsere Schutzgebiete hinaus erstrecken. Es braucht einen ganzheitlichen Ansatz, der über den Status ‚glyphosatfrei‘ hinausgeht. Mit dem Naturschutzprojekt ‚Burgenland BeeFit‘ wollen wir in den burgenländischen Gemeinden und Dörfern ein Zeichen für den Erhalt der Artenvielfalt setzen“, erklärte Naturschutzreferentin Landeshauptmann-Stellvertreterin Astrid Eisenkopf bei der Vorstellung des Projekts heute, Mittwoch, in Breitenbrunn. Der Verein "Unser Dorf" als neue Biodiversitätsplattform des Landes unterstützt und berät die Gemeinden dabei. Erfüllt eine Gemeinde bestimmte Kriterien, kann sie sich als „beefit“-Gemeinde auszeichnen lassen.

Fast 700 Wildbienen-Arten gibt es in Österreich. Jede von ihnen trägt wesentlich zum Erhalt der Artenvielfalt bei und ist wichtiger Bestandteil in einem funktionierenden Ökosystem. In den letzten Jahrzehnten wird jedoch europaweit ein dramatischer Rückgang der Wildbienen verzeichnet. Viele Bienenarten in Europa und Österreich gelten derzeit bereits als gefährdet oder gar vom Aussterben bedroht. Zu den größten „Feinden“ der Bienen zählen Pestizide, die fortschreitende Bodenversiegelung, die „Bereinigung“ der Landschaft und Gärten und der Klimawandel. Die Folge: Bienen finden nicht mehr genug Nahrung und Nistplätze.

Verkehrsflächen in Gemeinden als wichtige Lebensräume von Insekten und Mikro-Ökosystemen
„Die Tatsache, dass 80 % aller Pflanzen und fast 70 % aller Nahrungspflanzen von Insekten bestäubt werden, macht die große Bedeutung der Nützlinge und damit die Wichtigkeit ihres Schutzes deutlich“, betont die Naturschutzreferentin. Auch Verkehrsflächen in Gemeinden dürfen aufgrund der zunehmenden Versiegelung der Landschaft als wichtige Lebensräume von Insekten und Mikro-Ökosystemen nicht mehr außer Acht gelassen werden. „Das Projekt ‚Burgenland beefit‘ soll landesweit einen positiven Einfluss auf den Erhalt der Artenvielfalt haben und durch aktive Informationsarbeit sowie bewusste Öffentlichkeitsarbeit Gemeinden und die Bevölkerung für das Thema Artenvielfalt - Wildbienen - Insekten - Lebensräume sensibilisieren und auch aktivieren“, wünscht sich Eisenkopf.

Mehr Mut zur Unordnung
„Verkehrsflächen sind zwar meist nur schmale Streifen entlang der Straßen, Wege und Gehsteige, eignen sich aber aufgrund ihrer durch das ganze Land laufenden linearen Strukturen hervorragend, um die Lebensräume der Nützlinge miteinander zu verbinden und so eine Verbreitung der Nützlinge gewährleisten zu können“, erklärt Marlene Hrabanek-Bunyai, GFin des Vereins Unser Dorf. Sie rät zu mehr „Mut zur Unordnung, nach dem Motto: schön schlampig“. Adrett aussehende, perfekt gepflegte Gärten und Grünflächen seien für Lebewesen „toter, wertloser Lebensraum, aus biologischer Sicht leere Wüsten“.

Zentrale Wissensplattform und Ergänzung zu bestehenden Projekten
Eisenkopf sieht als Projektziel „eine zentrale Wissensplattform, die vermittelnd und landesweit als Netzwerk zwischen Gemeinden, Vereinen, Bevölkerung, Naturschutz und bestehenden Initiativen agiert“. Keinesfalls jedoch wolle man in Konkurrenz oder Widerspruch zu etablierten Artenschutz-Projekten und -Programmen stehen, vielmehr ergänzend agieren.

Auszeichnung „beefit“ für Maßnahmen zur Förderung von Biodiversität
Kern des Projekts sei es, dass sich Gemeinden, wenn sie bestimmte Kriterien erfüllen, als „beefit“ auszeichnen lassen können. Die Kriterien umfassen frei wählbare ebenso wie verpflichtend zu erfüllende Maßnahmen, die nach Punkten bewertet werden – mindestens 28 von maximal 72 Maßnahmen sind zu erfüllen, um „beefit“ zu sein. Verpflichtend sind etwa der Verzicht auf Pestizide und auf chemisch synthetische Dünger sowie die Verwendung von torffreier Garten- und Blumenerde, freiwillig beispielsweise die Schaffung von Kleinlebensräumen wie Totholzhecken, Teichen, Kleinbiotopen, wilder Ecken im Gemeindegarten, Vogelnistkästen oder Streuobst- und Wildkräuterwiesen. Die Gemeinde nimmt auch an Veranstaltungen und Fortbildungen des Vereins Unser Dorf bzw. der Naturakademie Burgenland zum Thema „Artenvielfalt“ teil.

„Mehr Artenvielfalt bedeutet letztlich auch mehr Lebensqualität. Ein Dorf ist mehr als nur die Häuser und Straßen. Wir alle sind Dorf. Und da heißt es: mitgestalten!“, appelliert Eisenkopf.


Quelle: Land Burgenland



  Markiert "tagged" als:
  Kategorien:
Redaktion Salzburg

Redaktion Tennengau

Weitere Artikel von Redaktion Salzburg