Pflege: Bedarf für Seniorenwohnhäuser errechnet
581 Plätze zusätzlich bis 2035 / Altersgruppe 85+ verdreifacht sich bis 2050
(LK) Die Salzburgerinnen und Salzburger werden immer älter, besonders die geburtenstarken Jahrgänge der 1960er Jahre. Mehr hochbetagte Menschen sind in Zukunft auf Unterstützung, Betreuung und Pflege angewiesen. Gleichzeitig verschärft sich der Mangel an qualifizierten Pflegekräften. Das Land hat den Bedarf an stationärer Langzeitpflege bis 2035 hochgerechnet.
581 Plätze sind es, die in knapp zehn Jahren in Seniorenwohnhäusern zusätzlich benötigt werden. Das zeigt der Bedarfsplan, den die Sozialabteilung im Auftrag von Landesrat Wolfgang Fürweger erstellt hat. Miteingerechnet sind die neuesten Entwicklungen.
Fürweger: „Sichern Pflege in Salzburg nachhaltig ab.“
Der Pflegebedarfsplan 2035 ist für Landesrat Wolfgang Fürweger kein theoretisches Papier, sondern ein klarer Arbeitsauftrag. „Wir sehen die Entwicklungen sehr deutlich: mehr ältere Menschen, steigender Pflegebedarf und gleichzeitig ein massiver Druck auf das System. Unsere Antwort darauf ist konsequent: Wir sichern die Pflege in Salzburg nachhaltig ab, stärken die Versorgung im ganzen Land und verbessern gezielt die Rahmenbedingungen für Pflegekräfte sowie pflegende Angehörige. Dafür setzen wir konkrete Maßnahmen statt leerer Versprechen.“
Zahlengrundlage für Gemeinden
„Die Bevölkerungsentwicklung ist im Pflegebereich herausfordernd. Wir liefern mit der Prognoserechnung den Gemeinden Zahlen zum Bedarf im stationären Bereich, damit sie zeitgerecht auf die demografischen Veränderungen reagieren können. Nur wer den Bedarf kennt, kann richtig planen“, betonte Landesrat Wolfgang Fürweger bei einem Pressegespräch.
Mehr Alte, weniger Junge
3,3 Prozent mehr Menschen werden 2035 in Salzburg leben. Im gesamten Bundesland steigt die Anzahl der Personen mit mindestens 85 Jahren und Pflegegeld der Stufen 3 bis 7 voraussichtlich um rund 68 Prozent. Der Anteil der Altersgruppe zwischen 65 und 85 steigt bis dahin um ein Viertel, während der Anteil der Menschen zwischen 25 und 64 Jahren um zirka sechs Prozent zurückgeht. Verantwortlich dafür sind sowohl die steigende Lebenserwartung als auch das allmähliche Altern der geburtenstarken Jahrgänge. Sie treten nun schrittweise in jene Lebensphasen ein, in denen sie stärker gesundheitlich eingeschränkt sind und häufiger Pflege- und Betreuungsbedarf besteht.
Basis für passendes Pflegeangebot
Der Arbeitsmarkt kann den steigenden Personalbedarf schon heute nicht mehr vollständig decken. Prognosen zeigen, dass sich diese Lücke weiter vergrößern wird. „Der Bedarfsplan soll auch in Zukunft eine Grundlage für die Dimensionierung und die Vorbereitung von Projekten im Bereich Pflege sein und eine nützliche Unterstützung bieten“, sagt Landesrat Wolfgang Fürweger.
Zu Hause alt werden – wer pflegt?
Die Langzeitpflege im Bundesland Salzburg steht vor wesentlichen strukturellen, demografischen und gesellschaftlichen Herausforderungen. 17,8 Prozent der österreichischen Bevölkerung leben allein, insbesondere ältere Menschen ab 65 Jahren. Frauen sind mehr berufstätig als früher, das Pensionsalter steigt. „Möglichst lang in den eigenen vier Wänden zu wohnen, bleibt weiterhin für die meisten der Hauptwunsch, gleichzeitig verändern sich familiäre und soziale Unterstützungsstrukturen. Damit geraten sowohl die Senioren als auch deren Angehörige zunehmend unter Druck“, so Andreas Eichhorn, Leiter der Sozialabteilung.
Realistische Prognose bis 2035
Grundlage des Bedarfsplans ist die prognostizierte Anzahl der Bewohnerinnen und Bewohner von Seniorenwohnhäusern im Jahr 2035. „Eine 100-prozentige Auslastung ist in einem Seniorenwohnhaus nicht zu erreichen. Zum einen werden Plätze für Kurzzeitpflege vorgehalten, zum anderen vergeht eine gewisse Zeit, bis ein Platz nach dem Freiwerden wieder belegt werden kann. Im vorliegenden Bericht wurde eine maximale Auslastung von 98 Prozent für die Berechnungen herangezogen und den vorhandenen sowie bereits genehmigten Pflegeplätzen gegenübergestellt“, erläutert Angela Meikl, Referatsleiterin für Zentrale Dienste, Planung und Controlling in der Sozialabteilung.
Aktuell knapp 5.000 Plätze in Seniorenwohnhäusern
Im Land gab es Ende des Vorjahrs 4.938 Plätze in Seniorenwohnhäusern. 229 davon konnten wegen fehlendem Personal nicht belegt werden, 54 aufgrund von Bautätigkeiten. Berücksichtigt man zusätzlich bereits geplante Bau- und Erweiterungsvorhaben, stehen aktuell 5.061 Plätze zur Verfügung, auf Basis der Prognose sind bis 2035 581 weitere Plätze erforderlich.
Zusätzlicher Bedarf bis 2035
- Land Salzburg: 581 Seniorenheimplätze
- Stadt Salzburg: 241 Seniorenheimplätze
- Flachgau: 134 Seniorenheimplätze
- Pinzgau: 90 Seniorenheimplätze
- Pongau: 59 Seniorenheimplätze
- Tennengau: 34 Seniorenheimplätze
- Lungau: 23 Seniorenheimplätze
Redaktion: Landes-Medienzentrum / LK_260326_60 (sm/msc)
Quelle: Land Salzburg
