Burgenland: Neu errichtetes Herzkatheterlabor stärkt kardiologische Versorgung im Nordburgenland

Slide background
Landeshauptmann Hans Peter Doskozil, Prim. Univ.-Prof. Dr. Rudolf Berger MSc, FESC und Krankenhausgeschäftsführer Dir. Robert Maurer, MSc, MBA
Bildquelle: Landesmedienservice Burgenland
Slide background
Landeshauptmann Hans Peter Doskozil, Prim. Univ.-Prof. Dr. Rudolf Berger MSc, FESC und Krankenhausgeschäftsführer Dir. Robert Maurer, MSc, MBA
Bildquelle: Landesmedienservice Burgenland
Slide background
Landeshauptmann Hans Peter Doskozil, Prim. Univ.-Prof. Dr. Rudolf Berger MSc, FESC und Krankenhausgeschäftsführer Dir. Robert Maurer, MSc, MBA
Bildquelle: Landesmedienservice Burgenland
19 Okt 20:00 2026 von Redaktion Salzburg Print This Article

LH Doskozil: „Die steigenden Patientenzahlen zeigen, wie wichtig es ist, rechtzeitig die notwendigen Kapazitäten zu schaffen und medizinisch auf dem neuesten Stand zu bleiben“

Neue Räumlichkeiten, moderne Medizintechnik, optimierte Abläufe und erweitertes Leistungsspektrum: Das Krankenhaus der Barmherzigen Brüder Eisenstadt hat sein Herzkatheterlabor umfassend erweitert. Damit werden die Voraussetzungen geschaffen, Patientinnen und Patienten bei steigenden Fallzahlen noch zeitnaher zu untersuchen und zu behandeln. Die neue biplane Herzkatheteranlage ermöglicht präzisere Diagnostik und komplexe Eingriffe. Die Kardiologie zählt zu den wesentlichen medizinischen Schwerpunktbereichen des Krankenhauses der Barmherzigen Brüder Eisenstadt. Bei einem Lokalaugenschein vor Ort machte sich Landeshauptmann Hans Peter Doskozil persönlich ein Bild von den neuen Räumlichkeiten, der modernen Medizintechnik und den erweiterten Möglichkeiten in der kardiologischen Versorgung. Mit der neuen Herzkatheteranlage, einem eigenen Aufnahme- und Nachsorgebereich sowie optimierten räumlichen Abläufen wurden die Voraussetzungen für eine noch leistungsfähigere kardiologische Versorgung geschaffen. Die Investition reagiert auch auf die steigenden Patientenzahlen und die zunehmende Zahl chronischer und akuter Herzerkrankungen. „Mit dem neuen Herzkatheterlabor stärken wir die kardiologische Versorgung im Nordburgenland ganz konkret. Gerade bei Herzerkrankungen ist entscheidend, dass die Menschen rasch Zugang zu moderner Diagnostik und Behandlung haben und dafür keine weiten Wege in Kauf nehmen müssen. Die steigenden Patientenzahlen zeigen, wie wichtig es ist, rechtzeitig die notwendigen Kapazitäten zu schaffen und medizinisch auf dem neuesten Stand zu bleiben“, betont Landeshauptmann Hans Peter Doskozil.

Der Bereich des Herzkatheterlabors wurde baulich erweitert und neugestaltet. Ein eigener Aufnahme- und Nachsorgebereich mit vier Bettenpositionen – die sogenannte Holding Area – ermöglicht es, Patientinnen und Patienten direkt vor Ort auf die Untersuchung vorzubereiten und anschließend zu betreuen. Der gesamte Angiographie-Bereich ist als geschlossene Einheit konzipiert. Kurze Wege zwischen Vorbereitung, Untersuchungsraum und Nachsorge unterstützen effiziente Abläufe und ermöglichen dem Behandlungsteam, rasch auf die Bedürfnisse der Patientenschaft zu reagieren.

Auch die technische Ausstattung wurde auf den neuesten Stand gebracht. Herzstück ist eine moderne biplane Herzkatheteranlage, die gleichzeitig Röntgenaufnahmen aus zwei unterschiedlichen Blickwinkeln ermöglicht. Dadurch können komplexe Strukturen präziser dargestellt und Eingriffe effizienter durchgeführt werden. Gleichzeitig kann für zwei Aufnahmen mit nur einer Kontrastmittelinjektion gearbeitet werden. Das reduziert nicht nur die benötigte Kontrastmittelmenge, sondern schont insbesondere die Nieren der behandelten Personen, besonders wichtig bei Patientinnen und Patienten mit Niereninsuffizienz. Auch die Strahlenbelastung für die Patientenschaft und medizinisches Personal kann durch die optimierten Abläufe reduziert werden.

„Die neue Technologie ermöglicht nicht nur eine hohe diagnostische Präzision, sondern unterstützt auch eine möglichst schonende Behandlung. Gerade bei akuten Eingriffen, bei denen Zeit ein entscheidender Faktor ist, bietet die biplane Technik Vorteile“, hebt Univ. Prof. Prim. Dr. Rudolf Berger, Vorstand der Abteilung für Innere Medizin I die Vorteile klar hervor. „Ziel ist immer, die Belastung für die behandelten Personen so gering wie möglich zu halten und gleichzeitig eine maximal wirkungsvolle Therapie zu bieten,“ ergänzt Berger.

Breites Spektrum von Diagnostik bis Therapie

Das neu errichtete Herzkatheterlabor deckt ein breites Spektrum der interventionellen Kardiologie ab. Bei Erkrankungen der Herzkranzgefäße stehen mit der klassischen Koronarangiographie unter anderem Druckdrahtmessungen zur Beurteilung der Gefäßverengungen sowie intravaskulärer Ultraschall und optische Kohärenztomographie zur Verfügung. Wenn eine Behandlung erforderlich ist, kann diese vielfach unmittelbar im Herzkatheterlabor erfolgen. Verengungen der Herzkranzgefäße werden unter anderem mittels Ballonaufdehnung und Stentimplantation behandelt. Für die Behandlung stark verkalkter Gefäße stehen verschiedene spezialisierte Verfahren zur Verfügung.

Behandlungen struktureller Herzerkrankungen bei bestimmten Herzklappen- und Vorhofproblemen durch Eingriffe wie MitraClip- und Triclip-Verfahren, sowie Rechtsherzkatheteruntersuchungen gehören auch zum Angebot. Ein weiterer Schwerpunkt sind Eingriffe bei Herzrhythmusstörungen. Elektrophysiologische Untersuchungen sowie Ablationen bei Vorhofflimmern und Vorhofflattern werden sukzessive erweitert. Ergänzt wird das Angebot durch Schrittmachertherapien und Nierenarterienablationen. Das Angebot umfasst somit von der Akutversorgung bei akuten Koronarsyndromen über die Versorgung elektiver Patient bis hin zu komplexen Eingriffen ein weitreichendes Spektrum.

Effiziente Abläufe und verbesserter Strahlenschutz

Auch der Strahlenschutz für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wurde weiterentwickelt. Das medizinische Personal ist mit Live-Dosimetern ausgestattet, die während interventioneller Eingriffe unmittelbares Feedback über die aktuelle Strahlenbelastung geben. Dadurch können Arbeitsabläufe unmittelbar angepasst und die Exposition weiter reduziert werden. „Mit der Errichtung dieses Herzkatheterlabors wurden Voraussetzungen geschaffen, um auch bei steigenden Fallzahlen eine hochwertige und zeitnahe kardiologische Versorgung sicherzustellen. Gleichzeitig wurden die räumlichen und organisatorischen Bedingungen für Patientinnen und Patienten sowie das Behandlungsteam verbessert“, sagt Krankenhausdirektor Robert Maurer.

„Eine moderne Gesundheitsversorgung und ihr weiterer Ausbau erfordern entsprechende finanzielle Mittel. Aber für uns ist klar: Wir lassen uns nicht davon abbringen, der burgenländischen Bevölkerung die bestmögliche medizinische Versorgung anzubieten – wohnortnah, auf höchstem medizinischem Niveau und in allen Teilen des Landes. Genau dafür investieren wir in unsere Standorte und bauen das medizinische Angebot konsequent weiter aus“, so Doskozil abschließend.


Quelle: Land Burgenland



  Markiert "tagged" als:
  Kategorien:
Redaktion Salzburg

Redaktion Tennengau

Weitere Artikel von Redaktion Salzburg