Salzburg: Landwirtschaft braucht ausreichend finanzierte GAP
Foto: Land Vorarlberg / Bernd Hofmeist
Dürrehilfen und Zukunft der europäischen Agrarpolitik Thema bei der Konferenz der Landesagrarreferenten
(LK) Die Auswirkungen von Dürre und Hitze auf die heimische Landwirtschaft sowie die Zukunft der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) standen heute im Mittelpunkt der Landesagrarreferentenkonferenz in Vorarlberg. Vorrangig forderten die Ländervertreter die Umsetzung des Dürrehilfspakets, mehr Flexibilität bei den Agrarumweltmaßnahmen sowie die finanzielle Absicherung der bäuerlichen Betriebe ab 2028.
Ein Schwerpunkt ist die Gemeinsame Agrarpolitik für die Jahre 2028 bis 2034. Die Verhandlungen auf europäischer Ebene laufen, während in Österreich bereits an der künftigen Ausgestaltung der Fördermaßnahmen gearbeitet wird. Für Salzburg sind insbesondere die Absicherung der bäuerlichen Einkommen, die Unterstützung der Almwirtschaft, der Generationenwechsel und eine praxistaugliche Umsetzung der Förderprogramme von Bedeutung.
Aigner: „Heimische Strukturen berücksichtigen.“
„Unsere bäuerlichen Familien brauchen eine starke und ausreichend finanzierte Gemeinsame Agrarpolitik. Wer von unseren Landwirtinnen und Landwirten Versorgungssicherheit, hohe Umweltstandards und die Pflege unserer Kulturlandschaft erwartet, muss diese Leistungen auch angemessen abgelten. Entscheidend ist, dass die neue Agrarpolitik die unterschiedlichen Strukturen unserer Landwirtschaft berücksichtigt und keine zusätzliche Bürokratie auf den Höfen verursacht“, betonte Salzburgs Landesrat Maximilian Aigner.
Mehr Flexibilität bei Dürre und Wetterextremen
Die zunehmenden Trockenperioden und Wetterextreme stellen die heimische Landwirtschaft vor große Herausforderungen. Über das Agrarumweltprogramm ÖPUL werden konkrete Mehrkosten und Mindererträge abgegolten, die durch freiwillige Verpflichtungen entstehen – etwa durch eine spätere Mahd, eine Weidedauer von mindestens 120 Tagen oder die Anlage von Begrünungen.
Vereinfachte Vorgaben
Die Europäische Kommission hat Ende August klargestellt, dass die Mitgliedstaaten bei außergewöhnlichen Umständen im Zusammenhang mit höherer Gewalt mehr Spielraum und Rechtssicherheit bei der Umsetzung von Agrarumweltmaßnahmen haben. Generelle Freigaben von Verpflichtungen sind damit allerdings nicht verbunden. Für die nächste Förderperiode werden zudem Anpassungen angestrebt, die bürokratische Vorgaben vereinfachen und den Betrieben mehr Flexibilität bei der Bewirtschaftung ermöglichen.
Heimische Lebensmittelverarbeitung stärken
Ein weiterer Schwerpunkt ist die Entlastung energieintensiver Betriebe der Lebensmittelindustrie. Die Landesagrarreferenten fordern, Molkereien, Schlachtbetriebe sowie Fleischverarbeitungsbetriebe auch bei den geplanten Entlastungsmaßnahmen im Rahmen des Industriestrompreisgesetzes und des Standortabsicherungsgesetzes zu berücksichtigen. „Unsere Landwirtschaft braucht starke heimische Verarbeitungsbetriebe. Wenn unsere Lebensmittel auch künftig regional verarbeitet werden sollen, müssen wir ihre Wettbewerbsfähigkeit sichern. Das stärkt die Versorgungssicherheit, sichert Arbeitsplätze und hält die Wertschöpfung im ländlichen Raum“, bekräftigt Aigner.
Quelle: Land Salzburg
