Tirol: LHStv Wohlgemuth - „Tirol setzt im Wohnbau auf neue Strategien für die Zukunft“

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Beim Symposium „wohnen morgen“, veranstaltet vom Land Tirol in Kooperation mit dem Verein aut. architektur und tirol, stehen zukunftsweisende Wohnmodelle, Strategien und neue Ansätze im Vordergrund.
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LHStv Philip Wohlgemuth (mitte) gemeinsam mit Arno Ritter, Leiter von aut. architektur und tirol, (rechts) und Katharina Bayer, Vortragende beim Symposium, (links) bei der Pressekonferenz zum Symposium
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Die Auenweide in St. Andrä-Wördern (Niederösterreich) ist ein Beispiel für ein Wohnprojekt, das von einer Baugruppe umgesetzt wurde.
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10 Jän 16:00 2026 von Redaktion Salzburg Print This Article

Wohnbausymposium „wohnen morgen“: Plattform für Best-Practice-Beispiele, Austausch und neue Impulse zu Wohnstrategien, alternative Modelle und Quartiersentwicklung

  • Symposium und Studie „Zukunft Wohnen Tirol 2035“ als mögliche Visionen für künftige politische Entscheidungen
  • Baugruppen als Beispiel alternativer Wohnmodelle mit sozialem Aspekt

Wie wohnt Tirol in der Zukunft? VertreterInnen der Politik, ExpertInnen sowie Interessierte werfen heute, Freitag, im Landhaus in Innsbruck gemeinsam einen Blick in die Zukunft. Beim Symposium „wohnen morgen“, veranstaltet vom Land Tirol in Kooperation mit dem Verein aut. architektur und tirol, stehen zukunftsweisende Wohnmodelle, Strategien und neue Ansätze im Vordergrund. Das Symposium bietet eine Plattform für Best-Practice-Beispiele, Austausch und neue Impulse zu Wohnstrategien, alternativen Modellen und Quartiersentwicklung. Neben ExpertInnen-Vorträgen und offenen Diskussionen gaben Wohnreferent LHStv Philip Wohlgemuth, Arno Ritter, Leiter von aut. architektur und tirol, und Katharina Bayer, Vortragende beim Symposium, bei einer Pressekonferenz Einblicke in die Zukunft des Wohnens.

„Wohnen ist ein Grundbedürfnis und eine der zentralen sozialen Fragen unserer Zeit. Als Politik müssen wir uns Lösungen überlegen, mit welchen wir den Herausforderungen der kommenden Jahre begegnen können. Was wir heute im Wohnbau entscheiden, bestimmt, wie Tirol in 20 oder 30 Jahren aussieht. Umso wichtiger ist es, einen Blick in die Zukunft des Wohnens zu werfen. Mit dem Symposium machen wir genau das. Wir sehen uns an, welche innovativen Wege bereits möglich sind und wie wir gemeinsam neue Wohnformen denken können. Unser Ziel für die Zukunft ist klar: langfristig leistbaren, qualitativ hochwertigen und nachhaltigen Wohnraum für alle Tirolerinnen und Tiroler“, erklärt LHStv Wohlgemuth. Arno Ritter führt zudem aus: „In Tirol sind gerade einmal 12,4 Prozent der Landesfläche Dauersiedlungsraum – hier finden fast alle lebensnotwendigen Funktionen statt, vom Wohnen, über die Produktion von Gütern und Lebensmitteln, bis zu Freizeitaktivitäten, dem Tourismus und dem Verkehr. Gerade deswegen kommt gerade in Tirol einer proaktiveren und vor allem gemeinwohlorientierten Bodenpolitik in Zukunft eine zentrale Bedeutung zu. Dem gegenüber stehen die immer teurer werdenden Grundstückspreise. Doch durch eine rein marktwirtschaftliche Betrachtung von Grund und Boden entstehen soziale, gesellschaftliche, aber auch ökonomischen Probleme. Grund und Boden ist aber kein vermehrbares Gut und sollte nicht dieser Logik unterworfen werden. Denn unser gemeinschaftliches Zusammenleben hängt in Zukunft maßgeblich von einer Lösung gerade auch dieses Thema ab. Und genau hier setzen wir mit dem Symposium an.“

Tirol setzt auf „Sanierung vor Neubau“, gezielte Investitionen und Effizienz

Demografischer Wandel, gesellschaftliche Umbrüche und wirtschaftliche Herausforderungen erfordern neue Wohnformen. Bereits die Wohnbedarfsstudie im Jahr 2024 zeigte deutlich, wie wichtig innovative Ansätze für leistbares Wohnen in Tirol sind. Neben dem Neubau spielt die Aktivierung von ungenutztem oder leerstehendem Wohnraum eine zentrale Rolle. „Und genau hier setzen wir an: Sanierung vor Neubau sowie gezielte Investitionen und effiziente Nutzung der Mittel. Als zentrales Werkzeug dient uns dazu die Wohnbauförderung. Die Erfolge haben sich bereits 2025 gezeigt: Wir haben mit über 2.100 geförderten Neubauwohnungen und mit über 20.500 Sanierungsansuchen nicht nur einen wichtigen Beitrag für wohnungssuchende junge Menschen gesetzt, sondern auch einen Rekord bei der Sanierung des Gebäudebestandes aufgestellt“, erklärt LHStv Wohlgemuth.

Ein weiterer Schwerpunkt wurde zudem im Jahr 2025 mit der Einrichtung der Servicestelle Wohnen und der Studie „Zukunft Wohnen Tirol 2035“, die wissenschaftlich in Kooperation mit der geoLIT GmbH, einem Spin-Off der Universität Innsbruck, umgesetzt wird, gesetzt. Vor allem mit der Studie sollen künftige Veränderungen in der Wohnpolitik beleuchtet werden.

„Sowohl das heutige Symposium als auch die Studie geben uns einen Blick in die Zukunft. Unser Ziel ist es, auf Basis dessen eine Vision für das Wohnen von morgen zu entwickeln und ein gemeinsam getragenes Leitbild zu schaffen, das Orientierung für die zukünftige Wohnbau-, Raumordnungs- und Bodenpolitik in Tirol gibt – wissenschaftlich fundiert und zukunftsgerichtet“, erklärt LHStv Wohlgemuth.

3.000 neue Wohnungen bis 2027

„Zentraler Hebel der Tiroler Wohnpolitik und für leistbares Wohnen ist die Wohnbauförderung“, erklärt LHStv Wohlgemuth und führt weiter aus: „Alleine im Jahr 2025 wurden insgesamt 434 Millionen Euro investiert und Tirolerinnen und Tiroler etwa beim Kauf einer Wohnung, einer nachhaltigen Sanierung oder bei der Miete unterstützt. Das werden wir auch in den kommenden Jahren gewährleisten – so sichern wir auch in Zukunft leistbares Wohnen in Tirol bestmöglich ab und stabilisieren zugleich die Bauwirtschaft.“ Insgesamt werden in den kommenden beiden Jahren rund 720 Millionen Euro für die Wohnbauförderung investiert. Bis 2027 sollen damit unter anderem 3.000 neue geförderte Wohneinheiten in Tirol geschaffen werden. „Jede einzelne geförderte Wohneinheit bedeutet eine Familie mehr, die ein leistbares Zuhause erhält“, so LHStv Wohlgemuth.

Zukunftsweisende Strategien und Wohnmodelle – Beispiel Baugruppen

Im Zentrum des heutigen Symposiums stehen Best-Practice-Beispiele aus Österreich und Deutschland – von alternativen Wohnmodellen und neuen Wegen des Wohnens, Arbeitens und Zusammenlebens über Quartiersentwicklungen bis hin zu Strategien für urbane Lebensräume.

Ein Beispiel eines zukunftsweisenden alternativen Wohnmodells stellte die Architektin Katharina Bayer vom Büro einszueins Architektur in Wien vor: sogenannte Baugruppen bzw. gemeinschaftliche Wohnprojekte, denen auch LHStv Wohlgemuth etwas abgewinnen kann: „Der Ansatz vereint zukunftsorientierte Wohnformen mit der Stärkung sozialer Kompetenzen und der Schaffung lebenswerter Quartiere. Genau solche neuen Ansätze, die Wohnen weiterdenken, brauchen wir für die Zukunft. Denn die Kombination aus kluger Planung, innovativen Bauweisen und gesellschaftlicher Partizipation schafft Orte, an denen Menschen gerne leben.“

Beim Wohnmodell „Baugruppe“ wird ein Wohnprojekt – etwa ein Mehrparteienhaus – von einer Kerngruppe, bestehend aus mehreren interessierten Wohnungssuchenden, gemeinsam gestaltet und umgesetzt. Die künftigen NutzerInnen initiieren und gestalten ihren Wohnraum damit selbst mit.

„Solche Baugruppen bringen vielerlei Vorteile mit sich“, führt Bayer aus: „Durch den partizipativen Planungsprozess entstehen vielfältige Wohn- und Lebensräume, die exakt den Bedürfnissen der Bewohnerinnen und Bewohner angepasst sind. Die Projekte wirken sich zudem positiv auf ihre Umgebung aus, da sie zur Quartiersentwicklung – also der Belebung einer Umgebung beispielsweise durch das Integrieren von Cafés oder Kultursälen – beitragen. Bei guter Organisation und konsequenter Prozessorientierung stärken Baugruppen zudem demokratische Kompetenzen, ermöglichen das Tauschen und Teilen von Räumen und Ressourcen und fördern eine wertschätzende Kommunikation und einen produktiven Umgang mit Konflikten.“

Beispiel dafür ist etwa das Wohnprojekt Auenweide in St. Andrä-Wördern (Niederösterreich) – eine Wohnsiedlung für insgesamt 45 Personen. Das Projekt wurde von einem eigens gegründeten Verein entwickelt und zur Gänze als gemeinschaftliches Eigentum finanziert. Neben gemeinsamen Wohnflächen für die Förderung des Miteinanders in der Wohnsiedlung standen zudem nachhaltige Aspekte im Vordergrund. So wurden biobasierte Baustoffe wie Holz, Lehm und Stroh genutzt und erneuerbarer Energieträger installiert.

„All das zeigt wie groß der Handlungsbedarf – aber auch das Potenzial – im Wohnbau ist. Wer in Tirol arbeitet, eine Familie gründet oder alt wird, muss sich Wohnen leisten können. Dafür nehmen wir auch das notwendige Geld in Hand: Bei der Wohnbauförderung wird es keine Kürzungen geben. Während andernorts Projekte gestoppt und Förderungen gekürzt werden, hält Tirol Kurs. Weil politischer Stillstand beim Wohnen am Ende immer die Menschen trifft“, so LHStv Wohlgemuth abschließend.


Quelle: Land Tirol



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