Burgenland: Kultur- und Wissenschaftspreise 2026 - Land Burgenland zeichnete sieben Persönlichkeiten aus
Bildquelle: Landesmedienservice Burgenland
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LR Schneemann: „Kunst, Kultur und Wissenschaft sind unverzichtbare Säulen einer lebendigen Gesellschaft – mit gezielter Förderung schaffen wir Raum für Kreativität, Forschung und neue Perspektiven“
Sieben Persönlichkeiten, fünf Preiskategorien und insgesamt 28.000 Euro an Preisgeldern und Stipendien: Das Land Burgenland würdigte am Dienstagabend im Lisztzentrum Raiding herausragende Leistungen aus den Bereichen Kultur und Wissenschaft. Im Mittelpunkt der diesjährigen Preisverleihung standen Literatur, zeitgenössische Bildende Kunst, wissenschaftliche Nachwuchsarbeiten sowie besonderes Engagement für die Erinnerungs- und Gedenkkultur. Erstmals wurden die Auszeichnungen beider Bereiche in einem gemeinsamen Festakt vergeben. Landesrat Leonhard Schneemann überreichte die Preise in Vertretung von Landeshauptmann Hans Peter Doskozil und unterstrich die Bedeutung der gezielten Förderung: „Kunst, Kultur und Wissenschaft sind weit mehr als Ausdruck individueller Leistungen. Sie bereichern unsere Gesellschaft, hinterfragen bestehende Sichtweisen und eröffnen neue Perspektiven. Mit unseren Preisen wollen wir kreative Potenziale stärken, wissenschaftliche Neugier fördern und Menschen ermutigen, ihre Ideen zu verwirklichen. Die diesjährigen Auszeichnungen zeigen eindrucksvoll, wie vielfältig das kreative und wissenschaftliche Potenzial im Burgenland ist“, erklärte der Landesrat.
Anders als bei der alle drei Jahre stattfindenden großen Kulturpreisverleihung, bei der Persönlichkeiten auch für ihr Lebenswerk gewürdigt werden, standen heuer die Ergebnisse unterschiedlicher Wettbewerbe und die Förderung konkreter künstlerischer Projekte im Vordergrund. Die Ausschreibungen erfolgen je nach Kategorie in unterschiedlichen Intervallen. Mit der erstmaligen Zusammenführung von Kultur und Wissenschaft setzte das Land einen gemeinsamen Schwerpunkt auf die Würdigung und Förderung kreativer und wissenschaftlicher Leistungen.
Kategorie Kultur
Im Kulturbereich wurden insgesamt 22.000 Euro vergeben. Der seit 1993 bestehende Literaturwettbewerb zählt zu den traditionsreichsten Auszeichnungen des Landes. Das mit 5.000 Euro dotierte Literaturstipendium für ein in Arbeit befindliches Werk wurde auf Entscheidung der Jury heuer geteilt und ging mit jeweils 2.500 Euro an Elke Steiner und David Hoffmann. Der mit 5.000 Euro dotierte Preis für herausragende Leistungen in der zeitgenössischen Bildenden Kunst wurde Anna Carina Roth zugesprochen. Das Große Kunststipendium in der Sparte Bildende Kunst erhielt Manuela Picallo Gil. Die mit 12.000 Euro ausgestattete Förderung soll Künstlerinnen und Künstlern ermöglichen, sämtliche Phasen eines künstlerischen Projektes von der Konzeption bis zur Umsetzung zu durchlaufen. Sie wurde in dieser Sparte nach 2024 zum zweiten Mal vergeben.
Kategorie Wissenschaft
Beim Young-Science-Wissenschaftswettbewerb wurden Anna Zechmeister und Valentino Priber für ihre herausragenden abschließenden Arbeiten mit jeweils 500 Euro ausgezeichnet. Der Wettbewerb richtet sich an Schülerinnen und Schüler burgenländischer höherer Schulen und fördert wissenschaftliche Arbeiten mit regionalem Bezug.
Kategorie Gedenkinitiative
Der mit 5.000 Euro dotierte Simon-Goldberger-Preis für Erinnerungs- und Gedenkkultur in der Kategorie Gedenkinitiative ging an Martin Pieber. Anders als bei den ausgeschriebenen Wettbewerben erfolgt die Vergabe dieses Würdigungspreises auf Vorschlag einer Jury. Mit der Auszeichnung wird besonderes Engagement für die Aufarbeitung der Geschichte und die Bewahrung des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus gewürdigt.
„Mit diesen Auszeichnungen würdigen wir nicht nur bereits erbrachte Leistungen, sondern investieren auch in die Zukunft. Besonders wichtig ist es uns, jungen Talenten Chancen zu eröffnen, künstlerische Entwicklungen zu ermöglichen und das Bewusstsein für unsere Geschichte lebendig zu halten“, sagte Landesrat Leonhard Schneemann abschließend.
Die Preisträgerinnen und Preisträger im Überblick
- Elke Steiner – Literaturwettbewerb (2.500 Euro): Die im Burgenland und in Wien tätige Autorin und Schreibpädagogin wurde für ihr Romanprojekt Philippi „Das Haus am Kap“ ausgezeichnet. Darin setzt sie sich mit familiären Beziehungen und gesellschaftspolitischen Entwicklungen in Südafrika auseinander.
- David Hoffmann – Literaturwettbewerb (2.500 Euro): Der gebürtige Oberwarter wurde für sein Romanprojekt „Außenerde“ ausgezeichnet, in dem er sich mit Familiengeschichte, österreichisch-ungarischen Verflechtungen und kulturellen Identitäten im Grenzraum beschäftigt.
- Anna Carina Roth – Wettbewerb für zeitgenössische Bildende Kunst (5.000 Euro): Die gebürtige Oberwarterin erhielt die Auszeichnung für ihre künstlerischen Leistungen. Sie verbindet Fotografie mit installativen und experimentellen Arbeitsweisen. Im Zentrum ihrer Arbeiten stehen Kommunikation, Identität und das Verhältnis zwischen Material, Körper und Zeit.
- Manuela Picallo Gil – Großes Kunststipendium in der Sparte Bildende Kunst (12.000 Euro): Die österreichisch-spanische Künstlerin erhielt die Förderung für ihr Projekt „Mišane Staze. Polyphone Landschaft.“ Dieses nimmt unmittelbar auf die kulturelle Vielfalt des Burgenlandes und seiner Nachbarregion Bezug.
- Anna Zechmeister – Young-Science-Wissenschaftswettbewerb (500 Euro): Die Absolventin des Gymnasiums Kurzwiese in Eisenstadt wurde für ihre Arbeit „Ingenieurskunst für Rom – seine Provinz Pannonien anhand der Militärstadt Carnuntum“ ausgezeichnet. Darin untersuchte sie die technischen und baulichen Errungenschaften des römischen Thermenbaus.
- Valentino Priber – Young-Science-Wissenschaftswettbewerb (500 Euro): Der Absolvent des Gymnasiums Franz Liszt in Oberpullendorf wurde für seine Arbeit „Die Landesgalerie Burgenland – Entwicklung eines Ortes der Bildenden Kunst im Burgenland von 1972 bis heute“ ausgezeichnet. Darin beschäftigte er sich mit der Geschichte und Bedeutung dieser Kultureinrichtung.
- Martin Pieber – Simon-Goldberger-Preis für Erinnerungs- und Gedenkkultur (5.000 Euro): Der Obmann des Vereins Neusiedler Stadtarchiv wurde für sein langjähriges Engagement in der Erinnerungs- und Gedenkkultur geehrt. Er war unter anderem Mitinitiator der 2021 eröffneten Holocaust-Gedenkstätte in Neusiedl am See und setzt sich für die Aufarbeitung der Schicksale von NS-Opfern ein.
Quelle: Land Burgenland
