Langenzersdorf: Klärung 'Homeinvasion'

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08 Jul 18:48 2026 von Redaktion Salzburg Print This Article

Am 18. Dezember 2025, gegen 09:00 Uhr gelangten zwei vorerst unbekannte Täter durch Vortäuschen von Installateurarbeiten in das Wohnhaus einer 88-jährigen Frau in Langenzersdorf. Nach dem Betreten des Wohnhauses wurde das Opfer sofort und ohne Vorwarnung durch die beiden Täter körperlich attackiert und brutal zu Boden geworfen. Anschließend wurde es mittels Bettlaken und Kleidungsstücken gefesselt und unter ständigen körperlichen Misshandlungen durch einen der beiden Täter unter Kontrolle gehalten. In dieser Zeit wurde das Wohnhaus von dem zweiten Täter auf mögliches Diebesgut durchsucht. Entwendet wurde schließlich ein geringer Bargeldbetrag. Durch die Misshandlungen in Form von Schlägen und Tritten erlitt das Opfer schwere Verletzungen, welche noch Monate nach der Tat eine medizinische Betreuung erforderlich machen.


Um eine rasche Verständigung der Einsatzkräfte zu verhindern, entwendeten die Täter das Mobiltelefon des Opfers. Zudem trennten sie das Festnetztelefon von der Stromversorgung, wodurch dieses funktionsunfähig wurde. Anschließend ließen sie das schwer verletzte und zu diesem Zeitpunkt noch gefesselte Opfer hilflos im Wohnhaus zurück und flüchteten vom Tatort. Das Opfer konnte sich kurze Zeit später aus der Fesselung befreien und verständigte persönlich ihren Nachbarn vom Überfall, welcher über Notruf die Anzeige erstattete. Eine örtlich eingeleitete Alarmfahndung durch Bezirkskräfte verlief negativ.

Die weitere Aktbearbeitung wurde anschließend von der Raub- und Tatortgruppe des Landeskriminalamtes Niederösterreich übernommen.

Infolge der geführten Ermittlungsmaßnahmen konnte ein Tatverdacht gegen einen zur Tatzeit 18-jährigen serbischen Staatsbürger begründet werden. Er wurde am 8. April 2026 in Wien als Teil einer fünfköpfigen Tätergruppierung bei der Begehung einer versuchten Homeinvasion auf frischer Tat betreten und durch Beamte der Landeskriminalämter Burgenland und Wien festgenommen. Im Zuge eines durchgeführten DNA-Abgleichs konnte eine Verbindung zur Tatbeteiligung des 18-Jährigen an der Homeinvasion zum Nachteil der 88-Jährigen in Langenzersdorf hergestellt werden.

Bei der Beschuldigtenvernehmung durch die Raubgruppe des Landeskriminalamtes Niederösterreich in der Justizanstalt Wien Josefstadt zeigte sich der Beschuldigte umfassend geständig. Er machte zu diesem Zeitpunkt allerdings nur vage Angaben zu seinem Mittäter.

Aufgrund umfangreicher operativer Ermittlungen in Serbien unter der Koordinierung des Verbindungsbeamtenbüros Belgrad, konnten wichtige Erkenntnisse zu dem zweiten, bis zu diesem Zeitpunkt unbekannten Täter gewonnen werden. Aufgrund dieser Erkenntnisse konnte der 18-jährige Beschuldigte seinen Mittäter eindeutig als einen zur Tatzeit 51-jährigen serbischen Staatsbürger identifizieren.

Die Staatsanwaltschaft Wien erließ gegen 51-Jährigen einen europäischen Haftbefehl. Er wurde am 3. Juli 2026 von Polizisten in Bosnien festgenommen. Er befindet sich aktuell in Auslieferungshaft.

Die 88-Jährige erlitt durch die brutale Vorgehensweise der Täter mehrere Hämatome am ganzen Körper und im Gesicht. Zudem erlitt sie Verletzungen im Bereich des Rückens bzw. der Wirbelsäule. Das Opfer befand sich insgesamt 16 Tage in stationärer ärztlicher Behandlung in zwei Krankenhäusern. Sie ist seit dem Überfall auf eine umfassende Betreuung angewiesen.
Nach der Entlassung aus dem Krankenhaus wurde die 88-Jährige in einer Pflege- und Betreuungseinrichtung aufgenommen, weil sie aufgrund der erlittenen Verletzungen nicht selbstständig den Alltag bewältigen konnte. Zwischenzeitlich konnte sie wieder in ihr Einfamilienhaus zurückkehren, wo sie seither durch regelmäßige Tagesbetreuung versorgt wird.


Quelle: LPD Niederösterreich



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