Tirol: Herausforderungen und Lösungsansätze für grenzüberschreitende Mobilität und Transport
Verkehrslandesrat René Zumtobel nutze die EUSALP Mobility Conference für einen Austausch mit Staatsminister Christian Bernreiter.
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Die EUSALP-Mobilitätskonferenz stand unter dem Motto "Grenzen überwinden, Regionen verbinden" Am Podium v.li.: Wibke Michalk (Moderation, TH Rosenheim), Martin Kagerbauer (Deutsche Verkehrswissenschaftliche Gesellschaft DVWG), Staatsminister Christian Bernreiter und Verkehrslandesrat René Zumtobel.
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Podiumsdiskussion zum Thema Verkehr und Mobilität mit LR René Zumtobel (re.) und Bayerns Staatsminister für Verkehr Christian Bernreiter (li.)
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Gemeinsam im Alpenraum: Verkehrslandesrat Zumtobel wirbt für Tiroler Interessen und Lösungsvorschläge in den Nachbarregionen
- EUSALP Mobility Conference in München mit Fokus auf grenzüberschreitenden Personenverkehr und Gütertransport im Alpenraum
- Austausch mit Bayerischem Verkehrsminister Bernreiter
Gestern, Donnerstag, nahm Tirols Mobilitäts- und Verkehrslandesrat René Zumtobel an der jährlichen EUSALP Mobility Conference in München teil, die – nach der letztjährigen Ausgabe in Innsbruck – diesmal im Rahmen der bayerischen EUSALP-Präsidentschaft ausgerichtet wurde. Bei diesem Format tauscht sich die Arbeitsgruppe Mobilität mit Stakeholdern aus Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft über aktuelle Projekte und neue Studien im Verkehrsbereich aus. Heuer fand die Konferenz erstmals gemeinsam mit der DACH-Tagung der verkehrswissenschaftlichen Gesellschaften Deutschlands, Österreichs und der Schweiz statt. LR Zumtobel nutzte die Fachtagung, um Tirols Position im alpenquerenden Verkehr einmal mehr zu untermauern und sich mit seinem bayerischen Amtskollegen Christian Bernreiter auszutauschen. Neben positiven Aspekten wie der guten und verstärkten Zusammenarbeit zwischen Tirol und Bayern sowie dem Verkehrsverbund Tirol (VVT) und dem Münchner Verkehrsverbund (MVV) im Bereich des Personennahverkehrs waren insbesondere die Verzögerung beim Brenner Nordzulauf auf deutscher Seite, die Streckensperren der Deutschen Bahn und das anstehende Urteil des Europäischen Gerichtshofes zu den Tiroler Verkehrsmaßnahmen Thema des politischen Austauschs.
„Mir ist ein regelmäßiger persönlicher Austausch mit unseren Nachbarn wichtig, um Projekte voranzutreiben, aktuelle Herausforderungen zu besprechen, unterschiedliche Standpunkte zu hören und die Belastung, unter der die Tirolerinnen und Tiroler durch den Transitverkehr leiden, über die Grenzen hinaus zu kommunizieren. Ich werde immer offen sein, konstruktive Gespräche zur Verbesserung der Situation zu führen. Es braucht jedenfalls eine klare Zukunftsperspektive wie der Güterverkehr am Brennerkorridor verlagert werden kann und dazu brauchen wir verlässliche Partner im Alpenraum“, so LR Zumtobel.
Barrieren abbauen, Regionen verbinden
Die Mobilitätskonferenz stand heuer unter dem Motto „Unser Alpenverkehr: Grenzen überwinden, Regionen verbinden“. Im Fokus standen Herausforderungen und Zukunftsperspektiven im alpenquerenden Personen- und Güterverkehr. Bei der politischen Podiumsdiskussion hielt LR Zumtobel fest: „Im Alpenraum stehen alle Regionen vor ähnlichen Herausforderungen. Der konsequente Ausbau alpenquerender Schienenverkehrsinfrastruktur sollte daher nicht nur in Tirol von großer Bedeutung sein. Es ist erfreulich, dass immer mehr Menschen im Alltag und auf Reisen auf Bus und Bahn setzen – es liegt an uns, die Kapazitäten dafür auszubauen.“
Im grenzüberschreitenden Personennahverkehr sind bereits konkrete Projekte in Umsetzung: So etwa die gemeinsam beschafften Zuggarnituren, die einen Umstieg am Brenner für Fahrgäste zwischen Tirol und Südtirol künftig obsolet machen. Auch der ab 2027 verkehrende grenzüberschreitende Expressbus Jenbach-Achensee-Tegernsee sowie der Stundentakt auf der Strecke Innsbruck-Garmisch-München mit vertaktetem Umstieg ins Außerfern sind solche Erfolgsprojekte, die die grenzüberschreitende Mobilität verbessern.
LR Zumtobel pocht auf rasche Entscheidung beim Brenner Nordzulauf in Bayern
„Mehr Personennah und -fernverkehr und die konsequente Verlagerung des Güterverkehrs auf die Schiene können nur mit mehr Kapazitäten auf der Schiene funktionieren. Während sich der Brenner Basistunnel seiner Fertigstellung nähert und auch die Zuläufe in Tirol und Norditalien Form annehmen, stellt Deutschland das Projekt Brenner Nordzulauf Jahr um Jahr aufs Abstellgleis. Das können wir nicht hinnehmen. Ich bin gerne immer wieder dazu bereit, die positiven Erfahrungen, die wir in Tirol mit dem Bau der Unterinntaltrasse bisher gemacht haben, zu teilen. Durch die Neubaustrecke werden die Anrainerinnen und Anrainer an der Bestandsstrecke von Fern- und Güterverkehr entlastet, während gleichzeitig der Nahverkehr für sie durch die freigewordenen Trassen ausgebaut werden kann. Dazu braucht es endlich die politische Entscheidung in Deutschland um hier im Sinne der belasteten Bevölkerung voranzukommen“, unterstreicht LR Zumtobel.
Stetiger Austausch zu Tiroler Verkehrsthemen im In- und Ausland
Nach der Teilnahme an der LandesverkehrsreferentInnenkonferenz in Bregenz vergangene Woche war LR Zumtobel diese Woche neben der EUSALP Mobility Conference in München auch beim Mobility Forum in Salzburg zu Gast, um die Tiroler Position zu unterstreichen, für Unterstützung zu werben und sich über aktuellste Entwicklungen, neue Ideen und künftige Herausforderungen im Verkehrssektor auszutauschen.
„Wir wollen Verkehr vermeiden, Transporte auf die Schiene verlagern und die Belastung für die Tirolerinnen und Tiroler spürbar reduzieren. Trotz der Bauarbeiten auf der Luegbrücke nimmt der Verkehr am Brenner weiter zu. Die aktuellsten Verkehrszahlen belegen, dass wir dieses Jahr auf einen neuen Höchstwert an Lkw und einen erneuten Anstieg bei Klein-Lkw und Pkw zusteuern. Es braucht grenzüberschreitende Schulterschlüsse, Mut und viel Engagement auf allen Ebenen, um die Verkehrsbelastung am Brennerkorridor und insbesondere in Tirol zu reduzieren“, so LR Zumtobel mit Bezug auf die aktuellsten Zahlen von der Mautstelle Schönberg. Demnach fuhren in den ersten drei Quartalen in diesem Jahr rund 1,89 Millionen und damit um über 75.000 mehr Transit-Lkw über den Brenner als im selben Zeitraum des Vorjahres. Zudem passierten 8,89 Millionen Pkw und damit um 2,2 Prozent mehr als im Vergleichszeitraum die Mautstelle Schönberg.
Quelle: Land Tirol
