Salzburg: Günther Pernkopf: Das ist stark!

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08 Aug 09:00 2021 von Redaktion International Print This Article

Ausbildung zur Pflege / FH-Student mit interessanten Einblicken / Reportage aus Bergheim

(LK) „Durch einen schweren Verkehrsunfall vor anderthalb Jahren bin ich erstmals mit Pflegepersonal in Berührung gekommen. Mich hat sofort begeistert, wie bemüht und umsichtig sie sich um mich gekümmert haben. Das war für mich der Knackpunkt, auch selbst in diesen Bereich zu gehen“, erzählt Quereinsteiger Günther Pernkopf. Der 31-Jährige studiert seit einem Jahr an der Fachhochschule Salzburg Gesundheits- und Krankenpflege, absolviert aktuell ein Praktikum im Seniorenzentrum in Bergheim und ist Teil der Pflegekampagne „Das ist stark!“.


Das Landes-Medienzentrum hat Günther Pernkopf einen Tag lang im Einsatz im Seniorenzentrum St. Georg in Bergheim begleitet. „Ich finde es wichtig, dass uns direkt von Leuten aus der Praxis gezeigt wird, wie man es richtig macht. Die Mitarbeiter vom Hilfswerk stehen mir mit Rat und Tat zur Seite, das schätze ich in meiner Ausbildung, die äußerst vielseitig ist, sehr“, ist Günther überzeugt.


Professionelle Pflege und Respekt

Wie eigenständig der FH-Student bereits nach kurzer Zeit arbeiten kann, zeigt sich im Austausch mit den Bewohnerinnen und Bewohnern. „Daheim ist man zwar nicht, aber es geht halt einfach nicht mehr. Dafür bin ich hier im Seniorenzentrum sehr zufrieden“, so Maria Scheiblhofer, Bewohnerin im Seniorenzentrum im Gespräch mit Günther. Er fügt hinzu: „Man behandelt jeden Heimbewohner mit Würde und fragt sich immer selber ‚Wie möchte ich, dass mit mir in so einer Situation umgegangen wird?‘“

Theorie und Praxis gehen Hand in Hand

Die theoretische „Grundausbildung“ zum Pfleger wird bereits im Studium gelegt. Laut Helene Absmanner, diplomierter Gesundheits- und Krankenpflegerin in St. Georg, kommen die Studierenden von Anfang an „fachlich bestens vorbereitet und sehr selbstständig in unser Haus. Mir bereitet es eine große Freude, wenn junge Leute sich bereiterklären, in den Pflegeberuf einzusteigen, das ist von unschätzbaren Wert.“

Ein Unfall mit Folgen

Günther selbst hat sich nach seinem schweren Verkehrsunfall „auf gut Glück“ an der FH Salzburg beworben. „Da die Schulzeit schon länger zurückgelegen ist, habe ich am Anfang schon befürchtet, dass ich das Lernen ein Stück weit verlernt habe. Am Anfang war es wirklich schwierig, aber mit Interesse und Leidenschaft für das Fach bin ich schnell wieder reingekommen und mittlerweile komme ich durch alle Klausuren gut durch“, schmunzelt er.

Kein Tag ohne Reflexion

Günter weiß: Neben vielen schönen Momente, hat man als Pflegekraft auch immer wieder mit herausfordernden Situationen zu tun. „Im Zuge der Ausbildung verändert sich sicherlich die Einstellung zum Leben, aber auch zum Tod. Das ist am Anfang ein riesengroßer Brocken, aber man reift mit der Herausforderung. Für mich ist es deshalb umso wichtiger, dass man immer reflektiert, was gut gelaufen ist und worüber man mit jemanden sprechen sollte. Das ist mein Erfolgsrezept, um in diesem Job langfristig glücklich zu werden“, verrät der gebürtige Oberösterreicher.

Stöckl: „Verschiedenste Berufsbilder und Ausbildungen.“

„Günther Pernkopf zeigt, wie engagiert und leidenschaftlich man sich im Pflegebereich einbringen kann. Ich bin froh, dass er den Mut gefasst hat und sich als Quereinsteiger für diese wertvolle und so wichtige Ausbildung entschieden hat“, betont Landeshauptmann-Stellvertreter Christian Stöckl. Er hat im Rahmen der Pflegeplattform alle Partner und Entscheidungsträger an einen Tisch geholt. Eines der zahlreichen Ergebnisse davon war die Kampagne „Das ist stark!“. Sie klärt seit November 2019 auf und informiert über alle möglichen Berufsbilder. Das Ziel ist klar: Einfach und auf Augenhöhe für die Pflege begeistern und über alle Möglichkeiten informieren.

Infoplattform www.dasiststark.at

Die Webseiten www.dasiststark.at und www.salzburg.gv.at/pflege bieten einen umfassenden Überblick über die Berufsbilder und Ausbildungsmöglichkeiten in Salzburg. Pflegenachwuchs jedenfalls kann es nicht genug geben, zirka 900 zusätzliche Kräfte werden in den kommenden fünf Jahren benötigt. „Daher gefällt mir die Kampagne besonders gut. Sie informiert, motiviert, verschweigt aber auch nicht, dass der Beruf fordernd ist und viel Professionalität erfordert. Dass er dann aber auch sehr erfüllend sein kann, dafür ist Günther Pernkopf ein weiterer Beweis“, betont Christian Stöckl.


Quelle: Land Salzburg



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