Wien: Frauentag im Wien-Haus Brüssel - „The Feminist City“

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Wien

05 Mär 22:00 2026 von Redaktion Salzburg Print This Article

Unter dem Motto „The Feminist City“ richtete das Verbindungsbüro der Stadt Wien in der Woche des Internationalen Frauentags zwei Veranstaltungen am 3. März aus. Zum einen organisierte es im Rahmen des Städtenetzwerks „Eurocities“ eine europaweite Videokonferenz mit Teilnehmerinnen aus 30 Städten. Zum anderen lud es zu einem „Feminist Urban Afterwork“, als Vernetzungstreffen für Kolleginnen und Partnerinnen aus den EU-Institutionen, anderen Städte- und Regionalbüros, Thinktanks, der Zivilgesellschaft und Sozialpartner*innen, ein.

Frauen wieder in die Geschichte einschreiben – und weiter für ihre Rechte kämpfen

Seit 2023 leitet Wien gemeinsam mit Glasgow und Nantes die Arbeitsgruppe zu Frauenrechten und Geschlechtergleichstellung von Eurocities, dem Netzwerk der großen Städte Europas. Das Netzwerk begeht heuer sein 40-jähriges Bestehen. Daher fand die heurige Veranstaltung zum Internationalen Frauentag unter dem Motto „The Feminist City“ statt, um deutlich zu machen, dass eine aktive Politik für Frauenrechte und Gleichstellung gut für die Gesamtgesellschaft ist und Städte dabei eine Vorreiterrolle einnehmen. Nach einer Begrüßung durch Gemeinderätin Marina Hanke, Vorsitzende der Arbeitsgruppe, die unterstrich, dass Frauenrechte immer - besonders aber in Zeiten der multiplen Krisen - zu verteidigen sind, kamen Vertreterinnen aus Dublin, Glasgow und Zagreb zu Wort und präsentierten Projekte, bei denen die historische Rolle der Frauen in der Stadt sichtbar gemacht wird, Maßnahmen zur Förderung von Frauen im Kultur- und Kunstbetrieb sowie Aktionspläne gegen Gewalt an Frauen. Einleitend hatte die frühere Vizebürgermeisterin von Wien, Renate Brauner, unter dem Titel „Stadtluft macht frei“ aus historischer Perspektive die Eckpunkte einer feministischen Stadtpolitik dargestellt. Diese reicht in Wien von der Gründung des erstens Frauenhauses auf Initiative von Johanna Dohnal im Jahr 1979, über die Schaffung der Frauenabteilung 1991, die gesetzlich verpflichtende Gleichstellung und Frauenförderung bis hin zur frauengerechten Stadtplanung. In einem zweiten Teil äußerte sich Carina Ohlsson, Berichterstatterin des Europäischen Ausschusses der Regionen zur EU-Gleichstellungstrategie, die klar die Bedeutung der Städte für Frauenrechte hervorhob. Im Anschluss warnte Flo Clucas, Sprecherin des Rates der Gemeinden und Regionen Europas und Vorsitzende des Ständigen Ausschusses für Gleichstellung, vor Rückschritten, insbesondere durch die zunehmende Online-Gewalt. Frauen würden dadurch von politischen Karrieren abgehalten, was eine Gefahr für die Demokratie insgesamt darstelle. Als ein wichtiger Fortschritt sei zu betonen, dass es nun eine positive Entscheidung der Europäischen Kommission zur Umsetzung der Forderung nach legalen und sicheren Schwangerschaftsabbrüchen für alle Frauen in Europa gibt und dafür auch Mittel des ESF+ zur Verfügung stehen.

So wie in Wien stellen auch in anderen Städten Frauen mehr als die Hälfte der Einwohner*innen dar. Aber anders als in Wien, wo Frauen mehr als die Hälfte der amtsführenden Stadträt*innen ausmachen, sind Frauen europaweit in politischen Ämtern oder Leitungsfunktionen deutlich unterrepräsentiert. In der EU liegt der Anteil von Frauen in der Funktion als Bürgermeisterin bei nur 16 %. Abhilfe kann nur eine verpflichtende Frauenquote in Politik und Verwaltung schaffen, so die Schlussfolgerungen der Teilnehmerinnen.

Meilensteine des frauenpolitischen Fortschritts in Wien

Traditionell veranstaltet das Verbindungsbüro der Stadt Wien aus Anlass des Internationalen Frauentags ein Vernetzungstreffen für Partnerinnen und Stakeholderinnen aus allen Arbeitsbereichen und Institutionen in Brüssel. Die Leiterin des Wien-Hauses, Michaela Kauer, betonte wie wichtig es für Frauen sei, gerade auch in der oft männlich dominierten EU-Arena, einander zu unterstützen und zu stärken. „Gemeinsam erreichen wir mehr“ sagte sie und erinnerte an die Vorreiterrolle der Stadt Wien in vielen Bereichen der Frauenrechte und Gleichstellung. In diesem Zusammenhang wies sie darauf hin, dass vor 20 Jahren der 24-Stunden Frauennotruf eingerichtet, das erste Wiener Gleichbehandlungsgesetz verabschiedet und das erste Jahr des verpflichtenden Gender Budgeting umgesetzt wurde. Darüber hinaus blickt das Verbindungsbüro der Stadt Wien heuer auf 30 Jahre zurück, in denen immer wieder frauenpolitische Projekte und Initiativen aus Wien vor den Vorhang geholt wurden, wie das Wiener Gewaltschutzpaket, der Wiener Töchtertag und die Kompetenzstelle gegen Cyber-Gewalt an Frauen, uvm.

Ganz nach dem Leitspruch der Wiener Frauenrechtlerin Rosa Mayreder (1858 – 1938) „Man wird erst wissen, was die Frauen sind, wenn ihnen nicht mehr vorgeschrieben wird, was sie sein sollen“, wird das Verbindungsbüro der Stadt Wien die Themen Frauenrechte und Geschlechtergleichstellung auch weiterhin in den Dialog mit Vertreter*innen und Stakeholder*innen in Brüssel einbringen.


Quelle: Stadt Wien



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