ERDREICH-Preis 2026 - Bundesweite Anerkennung für Tirols Weg im Bodenschutz
Zwei Tiroler Initiativen wurden ausgezeichnet.
Tirols konsequenter Kurs im verantwortungsvollen Umgang mit Boden wird erneut auf Bundesebene bestätigt: Bei der Verleihung des ERDREICH-Preises 2026 durch das Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft (BMLUK) diese Woche wurden gleich zwei Tiroler Initiativen ausgezeichnet.
„Böden sind eine der kostbarsten Ressourcen unseres Planeten. Sie leisten einen entscheidenden Beitrag zu Klimaschutz, Biodiversität und unserer Ernährungssicherheit. Der Schutz unserer Böden ist daher eine wichtige Aufgabe für uns alle. Mit dem ERDREICH-Preis 2026 holen wir jene Initiativen vor den Vorhang, die zeigen, wie gelebter Bodenschutz in der Praxis erfolgreich umgesetzt werden kann. Ich darf allen Preisträgerinnen und Preisträgern herzlich gratulieren und bedanke mich für ihr Engagement“, betonte Landwirtschafts-, Umwelt- und Klimaminister Norbert Totschnig.
Auszeichnungen bestätigen Tirols Weg
Boden ist Grundlage für Ernährung, Biodiversität, Wasserhaushalt und Klimaschutz – gleichzeitig zählt er zu den am stärksten gefährdeten Ressourcen unserer Zeit. Mit der Auszeichnung würdigte die Fachjury insbesondere den Ansatz, Bodenschutz nicht nur fachlich, sondern gesellschaftlich zu denken: als gemeinsame Aufgabe von Landwirtschaft, Gemeinden und Bevölkerung.
Der ERDREICH-Preis wird in fünf Kategorien vergeben und zeichnet Projekte aus, die durch Wirksamkeit, Innovationskraft und Vorbildwirkung überzeugen. Eine Fachjury aus ExpertInnen aus Wissenschaft, Raumordnung und Umweltschutz wählte die Preisträger aus zahlreichen Einreichungen aus. „Diese Auszeichnungen zeigen, dass Bodenschutz in Tirol nicht abstrakt bleibt, sondern konkret gelebt wird und messbare Erfolge bringt. Dabei geht es auch darum Bewusstsein dafür zu schaffen und Innovation in Landwirtschaft, Bildung und Gesellschaft voranzutreiben“, betont Raumordnungs- und Landwirtschaftsreferent LHStv Josef Geisler.
Bereits in den vergangenen Jahren stellten sowohl die Österreichische Raumordnungskonferenz als auch die Umweltorganisation Greenpeace dem Land Tirol ein gutes Zeugnis in Sachen sorgsamem Umgang mit Grund und Boden aus. Die Tiroler Bodenpolitik baut dabei auf vier zentrale Säulen: sparsame Bodennutzung, Nachverdichtung und Sanierung bestehender Gebäude, die Aktivierung von Leerstand sowie der Schutz von Grün- und Freiflächen.
Klima-Landwirtschafts-Modellregion Kufstein: Landwirtschaft und Boden gemeinsam klimafit machen
Ausgezeichnet wurde unter anderem das Projekt „Zukunft säen – Zukunft sehen“, Tirols erste Klima-Landwirtschafts-Modellregion. Ziel ist es, praxisnahe Anpassungen der Landwirtschaft an den Klimawandel zu erproben. Das Projekt wird vom Regionalmanagement KUUSK gemeinsam mit dem Regionalmanagement Kitzbüheler Alpen und der Jungbauernschaft/Landjugend im Bezirk Kufstein umgesetzt und vom Land Tirol mit rund 50.000 Euro unterstützt.
Auf drei Versuchsflächen werden klimaresiliente Getreide- und Hülsenfrüchtesorten aus der Tiroler Genbank angebaut, ergänzt durch ein Aquaponikprojekt mit wissenschaftlicher Begleitung der FH Kufstein zur effizienteren Nutzung von Wasser und Nährstoffen.
„Tirols bäuerliche Familien sind der Grundpfeiler unserer regionalen Versorgungssicherheit. Gleichzeitig stehen sie durch Klimaveränderungen und wirtschaftlichen Druck vor großen Herausforderungen“, unterstreicht LHStv Geisler. „Die Modellregion zeigt, wie wir Landwirtschaft klimafit weiterentwickeln und dabei Bodenfruchtbarkeit, Innovation und Wirtschaftlichkeit zusammendenken können.“ Klimaschutzreferent René Zumtobel betont: „Im Rahmen der Tiroler Nachhaltigkeits- und Klimastrategie spielt die Landwirtschaft eine zentrale Rolle. Die Modellregion Kufstein zeigt, wie Klimawandelanpassung, Forschung und Bewusstseinsbildung Hand in Hand gehen. Die gewonnenen Erkenntnisse werden eine wichtige Grundlage für zukünftige Maßnahmen sein“.
Auch Katharina Huber, Projektleiterin der Klima-Landwirtschaft-Modellregion sieht in der Auszeichnung eine klare Bestätigung: „Nachhaltiger Bodenschutz gelingt nur, wenn viele Akteurinnen und Akteure gemeinsam Verantwortung übernehmen. Die Auszeichnung sei Ansporn, den eingeschlagenen Weg weiterzugehen.
Bodenfilmpreis: Bewusstsein schaffen durch Kunst und Emotion
Ebenfalls ausgezeichnet wurde der vom Land Tirol initiierte Bodenfilmpreis, der in Kooperation mit dem Innsbruck Nature Film Festival (INFF) vergeben wird. Der Filmpreis zum Thema Boden wird seit dem Internationalen Jahr des Bodens 2015 jährlich verliehen und rückt die Bedeutung des Bodens durch die Kraft des Films in den Fokus einer breiten Öffentlichkeit. Langjährige Partner sind die Firma Fröschl, die das Preisgeld in Höhe von 2.000 Euro stiftet, sowie die Universität Innsbruck, die im Rahmen von Exkursionen, Wissenschaftsgesprächen und Workshops den Boden erlebbar macht.
Thomas Peham, Sachverständiger für Bodenschutz in der Abteilung Landwirtschaftliches Schulwesen und Landwirtschaftsrecht des Landes Tirol unterstreicht den Stellenwert der Auszeichnung: „Der Bodenfilmpreis hat sich international als einzigartige Plattform etabliert und fördert in besonderer Weise die Vernetzung zwischen Kunst, Wissenschaft und Praxis. Die Filme machen mit faszinierenden Aufnahmen und die ebenso vermittelten Emotionen sichtbar, was oft unter unseren Füßen verborgen bleibt. Dass dieser Ansatz nun auch mit dem ERDREICH-Preis gewürdigt wird, bestätigt die Bedeutung von Kunst und Film für die Bewusstseinsbildung im Bereich Bodenschutz.“
Quelle: Land Tirol
