Tirol: Digitale Verfahrensplattform in allen Bezirken im Einsatz

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Tirol

29 Okt 20:00 2026 von Redaktion Salzburg Print This Article

Wöchentliches Update „Vereinfachung & Entbürokratisierung“

  • Erste webbasierte Lösung in Österreich: gewerberechtliche Betriebsanlagenverfahren durchgängig digital abwickelbar
  • Verfahren vom Büro aus einreichen: digitales Einreichformular erleichtert Antragstellung
  • Immer am aktuellen Stand: digitaler Verfahrensstatus schafft Überblick über den aktuellsten Bearbeitungsstand
  • Verfahrensplattform spart Unternehmen Zeit und Kosten: Bereits rund 50 Einreichungen eingelangt

Wer eine Genehmigung für eine Betriebsanlage braucht, muss oft umfangreiche Unterlagen zusammenstellen – bislang analog, künftig auch einfach digital vom Büro aus. Die digitale Verfahrensplattform des Landes ist seit knapp einem Monat flächendeckend in allen Bezirken im Echtbetrieb. Der erste Einsatz erfolgte vor knapp einem halben Jahr an der Bezirkshauptmannschaft Schwaz. Die dort gesammelten Erfahrungen flossen in die Weiterentwicklung und die anschließende Einführung an allen Bezirkshauptmannschaften ein. Insgesamt sind bereits rund 50 Einreichungen eingelangt. Die digitale Verfahrensplattform ist damit die erste webbasierte Lösung in Österreich, mit der gewerberechtliche Betriebsanlagenverfahren durchgängig digital abgewickelt werden können. Das reicht von der Antragstellung über die laufende Bearbeitung bis zur Bescheiderlassung und umfasst auch den digitalen Zugriff auf den Verfahrensakt. Unternehmen profitieren dabei gleich mehrfach: Sie sparen Papier, Zeit und Kosten. Immerhin können bei umfangreichen Einreichungen Kosten von deutlich über 1.000 Euro anfallen. Zugleich bietet die Verfahrensplattform einen Überblick über den aktuellen Stand ihrer Verfahren mit nur wenigen Klicks.

„Wir wollen in Tirol schnellere, einfachere und bessere Verfahren. Mit dem Tirol Konvent haben wir uns zum Ziel gesetzt, die Verwaltung zu vereinfachen, unnötige Hürden abzubauen und die Zusammenarbeit zwischen Behörde und Praktiker zu verbessern. Die digitale Verfahrensplattform ist das Herzstück dieser neuen Zusammenarbeit zwischen Land und Wirtschaft: Unternehmen sparen Zeit und Geld, haben jederzeit einen Überblick über ihr Verfahren und können ihre Anträge jederzeit und unabhängig von Öffnungszeiten digital einbringen. Wir wollen und werden die digitale Verfahrensplattform weiter ausbauen“, betont LH Anton Mattle.

200 Verfahren digital einsehbar, 700 Zugriffsberechtigungen erteilt

Ein wesentlicher Bestandteil der Plattform ist ein eigens entwickeltes digitales Einreichformular, das AntragstellerInnen bei der Übermittlung ihrer Unterlagen unterstützt. Zudem erhalten Unternehmen über die Plattform Digital Service Tirol eine Übersicht über all ihre Verfahren. Sie können den aktuellen Verfahrensstatus jederzeit orts- und zeitunabhängig abrufen, zusätzliche Daten hochladen oder elektronische Akteneinsicht beantragen. Das spart Kosten, schafft Transparenz und erleichtert auch die Arbeit der Behörden, indem Unterlagen rasch an die am Verfahren beteiligten Stellen verteilt werden können.

Die Einsichtnahme in den Verfahrensstatus ist auch möglich, wenn analog – also in Papierform – eingereicht wurde. Bei insgesamt knapp 200 Verfahren wird diese Möglichkeit bereits genutzt. Pro Verfahren können zudem mehrere Beteiligte freigeschaltet werden, beispielsweise sowohl der bzw. die AntragstellerIn als auch dessen bzw. deren PlanerIn. So wurden bisher insgesamt bereits fast 700 Zugriffsberechtigungen erteilt.

„Digitalisierung muss einen konkreten Nutzen bringen – für die Betriebe ebenso wie für die Verwaltung. Wenn Unternehmen umfangreiche Unterlagen nicht mehr in mehrfacher Papierausfertigung vorbereiten müssen und gleichzeitig jederzeit den aktuellen Stand ihres Verfahrens einsehen können, ist das eine spürbare Erleichterung. Wir schaffen damit einfachere Abläufe, reduzieren den Aufwand und stärken die Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandorts Tirol“, erklärt Wirtschafts- und Digitalisierungslandesrat Mario Gerber.

Verfahrensstatus orts- und zeitunabhängig abrufbar

Auch aus der Praxis zeigt sich, wie groß der Nutzen der digitalen Abwicklung ist, wie Michael Brandl, Bezirkshauptmann von Schwaz, berichtet: „Kürzlich hat mir ein Unternehmer erzählt, dass er seine Gewerbeeinreichung vom Flughafen Amsterdam aus eingebracht hat, um keine Zeit zu verlieren. Das zeigt, wie flexibel und unkompliziert moderne Verwaltung heute funktionieren kann. Die digitale Abwicklung erleichtert Unternehmen die Zusammenarbeit mit den Behörden und hilft dabei, wertvolle Zeit im betrieblichen Alltag zu gewinnen.“

Digitale Verfahrensplattform soll ausgebaut werden

Die digitale Verfahrensplattform wurde im Zuge des Tirol Konvents umgesetzt und soll in den kommenden Monaten und Jahren weiter ausgebaut werden. Als nächster Schritt soll der Mit- bzw. Parallelvollzug verbessert werden. Das heißt: Künftig sollen nicht nur gewerberechtliche Betriebsanlagenverfahren digital eingebracht und abgewickelt werden können, sondern auch damit verbundene Bauverfahren.


Quelle: Land Tirol



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