Salzburg: Anton-Wallner-Feier - Hunderte Schützen beim traditionellen Aufmarsch
Rund 450 Schützen sind am Sonntag in Puch aufmarschiert / Verdienstzeichen des Landes für acht verdiente Mitglieder
(LK) In Puch bei Hallein hat heute die Anton-Wallner-Gedenkfeier stattgefunden. Beim traditionellen Schützenaufmarsch in der Tennengauer Gemeinde sind rund 450 Mitglieder aus allen Kompanien des Landes aufmarschiert. Höhepunkt der Feierlichkeiten war die Verleihung des Verdienstzeichens des Landes durch Landeshauptfrau Karoline Edtstadler an acht verdiente Schützen, die sich teils seit Jahrzehnten für die Schützentradition im Land einsetzen.
An der Anton-Wallner-Gedenkfeier ist man heute in Puch nicht vorbeigekommen. Rund 450 aktive Mitglieder und die Trachtenmusikkapellen Puch, Oberalm und Elsbethen umrahmten die 66. Zusammenkunft der Salzburger Schützen.
Edtstadler: „Aktivposten in den Gemeinden.“
Landeshauptfrau Karoline Edtstadler betont: „Die rund 6.350 Salzburger Schützen sind eine starke Gemeinschaft und in den Gemeinden im Bundesland ein Aktivposten. Und wer einmal Schütze ist, bleibt das auch in der Regel ein Leben lang. Die Tradition wird dabei innerhalb der Familie weitergegeben, und so sind Generationen an Schützen in den Kompanien und Garden engagiert. Salzburg ist stolz auf dieses lebendige Brauchtum.“
Aigner: „Säule der Salzburger Volkskultur.“
„Die Schützen sind eine wesentliche Säule der Salzburger Volkskultur. Besonders am Herzen liegt ihnen das soziale Miteinander in den 119 Gemeinden. Das zeigen die aktiven Mitglieder, indem sie die Feste des Jahreskreises mitgestalten und Kameraden in Not unterstützen. Mit ihren Ausrückungen – auch über die Landesgrenzen hinaus – vertreten sie unser Bundesland vorbildlich und sind damit traditionsreiche Botschafter Salzburgs“, sagt Landesrat Maximilian Aigner.
Ehrungen für jahrelanges Engagement
Acht Schützen wurden heute von Landeshauptfrau Karoline Edtstadler mit dem Verdienstzeichen des Landes geehrt. Nach teils jahrzehntelangem Engagement sind sie noch immer aktiv im Schützenwesen und dem Brauchtum verbunden. Drei stammen aus dem Flachgau und je einer aus dem Lungau, dem Tennengau, der Stadt Salzburg sowie dem Pongau und dem Pinzgau.
- Josef Auer aus Bischofshofen ist seit 15 Jahren Schützenhauptmann der Historischen Bauernschützen Bischofshofen.
- Herbert Bann aus Köstendorf ist seit zwölf Jahren Schützenhauptmann der Prangerstutzenschützen Köstendorf.
- Martin Ernst aus Mariapfarr ist seit 18 Jahren Schützenhauptmann der Historischen Schützenkompanien Mariapfarr und seit 15 Jahren Bezirkskommandant-Stellvertreter im Lungau.
- Johann Fagerer aus Salzburg ist seit 22 Jahren Bezirksfähnrich der Stadt Salzburg und zusätzlich auch Fähnrich der Historischen Prangerschützen Aigen.
- Markus Kaufmann aus Mattsee ist seit zwölf Jahren Schützenhauptmann der Prangerstutzenschützen Mattsee.
- Robert Neureiter aus Scheffau ist seit 15 Jahren Schützenobmann der Scheffauer Prangerschützen.
- Bruno Scheuerer aus Bramberg ist seit 15 Jahren Schützenhauptmann der Panzlschützen Mühlbach-Bramberg.
- Erich Vogl aus Oberndorf ist seit 33 Jahren Schriftführer im Landesverband der Schützen.
Vergangenheit und Zukunft im Blick
Für den Bergheimer Josef Braunwieser ist die heutige Anton-Wallner-Gedenkfeier die fünfte Ausrückung als Schützenobrist. „Jede Veranstaltung ist eine große Ehre für mich. Bei der heutigen Gedenkfeier richten wir den Blick einerseits in die Vergangenheit. Wir erinnern an die Zeit des Freiheitskampfes von 1809 und gedenken der verstorbenen Schützenmitglieder. Andererseits blicken wir aber auch in die Zukunft. Es geht um die Verbundenheit zur Salzburger Heimat und unsere einzigartige Kameradschaft“, so Braunwieser.
Schützenzug durch Puch
Johann-Georg Meißl, der Hauptmann der Schützenkompanie in Puch, hat gemeinsam mit Bezirkskommandant Anton Kaufmann die 66. Anton-Wallner-Gedenkfeier organisiert. „Es ist alles bestens vorbereitet. Höhepunkt ist die Defilierung der Schützenkameraden durch den Ort. Am ,Gupf‘ vom Lindinger Bichl stehen die Ehrengäste, davor ist die Landesfahne positioniert. Ein wunderschönes Bild für die Besucherinnen und Besucher“, so Meißl, der seit dreieinhalb Jahren Hauptmann und mehr als die Hälfte seines Lebens aktiver Schütze ist.
Zusammenhalt, Brauchtum und Identität
Ebenfalls intensiv in die Organisation eingebunden waren die Jakobischützen zu St. Jakob am Thurn. Ihr Hauptmann Martin Krispler ergänzt: „Schütze zu sein bedeutet für mich ein ganz besonderes Gefühl der Zusammengehörigkeit, Brauchtum und Identität. Besonders die jungen Kameraden erleben bei uns eine Welt abseits des Handys“, so Krispler, der rund 70 Schützen kommandiert und seit 1997 aktives Mitglied ist.
Salzburgs Schützen in Zahlen
- 110 Schützenkompanien mit rund 6.350 Mitgliedern
- Flachgau: 40 Kompanien und rund 2.190 Mitglieder
- Tennengau: 19 Kompanien und rund 1.360 Mitglieder
- Pongau: 19 Kompanien und rund 1.250 Mitglieder
- Pinzgau: 13 Kompanien und rund 650 Mitglieder
- Stadt Salzburg: elf Kompanien und rund 480 Mitglieder
- Lungau: acht Kompanien und rund 420 Mitglieder
- Landesschützenkommandant ist Josef Braunwieser aus Bergheim. Seine Stellvertreter sind Anton Kaufmann aus Golling und Albert Planitzer aus Tamsweg.
- Die sechs Bezirksschützenkommandanten sind: Christian Stieger (Flachgau), Gottfried Grömer (Stadt Salzburg), Anton Kaufmann (Tennengau), Franz Riepler (Pongau), Hans Kirchner (Pinzgau) und Albert Planitzer (Lungau). Der Kommandant der Garden heißt Johann Brunnauer (Flachgau).
Quelle: Land Salzburg
