Österreich: Altschneefelder - Versteckte Gefahr im Frühsommer
Foto: Martin Edlinger
Naturfreunde warnen vor unterschätztem Risiko im Gebirge
Mit den ersten warmen Wochen zieht es viele Menschen wieder in die Berge. Was dabei oft unterschätzt wird: Altschneefelder halten sich vor allem oberhalb der Baumgrenze und in schattigen Lagen bis weit in den Frühsommer hinein und können zur ernsthaften Gefahr werden.
Aktuelle Ereignisse zeigen, wie schnell scheinbar harmlose Schneefelder zur tödlichen Falle werden können. Die Naturfreunde Österreich appellieren daher an alle Bergsportler*innen, Touren sorgfältig zu planen und die Verhältnisse realistisch einzuschätzen.
Gefahr durch harte und steile Schneefelder
Gerade in den Morgenstunden sind Altschneefelder oft hart gefroren und extrem rutschig. Ein Ausrutschen kann in steilem Gelände schnell zu einem unkontrollierbaren Absturz führen. Erst wenn die Oberfläche leicht aufgeweicht ist, wird das Queren etwas sicherer – dennoch bleibt Vorsicht geboten.
„Wenn ein Schneefeld zu steil oder eisig ist, sollte man nicht weitergehen. Im Zweifel ist Umkehren immer die richtige Entscheidung“, erklärt Martin Edlinger, Bergsport-Experte von den Naturfreunden Österreich.
Ausrüstung und Verhalten im Ernstfall
Neben der Einschätzung der Verhältnisse spielt auch die Ausrüstung eine zentrale Rolle. Feste Bergschuhe mit Profilsohle sind unerlässlich. Für zusätzliche Sicherheit sorgen Grödel, die sich einfach überziehen lassen und besonders im Frühling zur Standardausrüstung gehören sollten.
In steilerem Gelände reichen diese jedoch nicht mehr aus: „Dann sind Steigeisen notwendig – allerdings nur, wenn man auch weiß, wie man sie richtig verwendet“, so Edlinger. Wanderstöcke oder ein Pickel können zusätzlich Stabilität geben.
Kommt es dennoch zu einem Sturz, ist schnelles Handeln entscheidend. „Wer auf einem Schneefeld ausrutscht, beschleunigt in kürzester Zeit stark. Wichtig ist, sich sofort in Bauchlage mit dem Kopf hangaufwärts zu drehen und zu versuchen, mit Händen und Füßen abzubremsen“, erklärt Edlinger.
Die Naturfreunde Österreich rufen dazu auf, Risiken nicht zu unterschätzen und im Zweifel auf eine sichere Alternative auszuweichen. Gerade im Frühsommer gilt: Gute Planung, passende Ausrüstung und realistische Selbsteinschätzung sind entscheidend für ein sicheres Bergerlebnis.
Quelle: OTS
