Graz: Als Jogger getarnt - Internationale Einbrecherbande ausgeforscht

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19 Feb 18:51 2026 von Redaktion Salzburg Print This Article

Nach monatelangen Ermittlungen hat das Landeskriminalamt (LKA) Steiermark eine europaweit agierende Tätergruppe ausgeforscht. Den fünf Männer aus Chile werden zahlreiche Wohnhaus- und Villeneinbrüche in Österreich sowie mehreren europäischen Ländern zur Last gelegt. Der Schaden beläuft sich auf eine Millionenhöhe. Es kam zu mehreren Festnahmen.

Bereits seit Juni 2025 ermitteln Kriminalisten des Ermittlungsbereichs "Diebstahl" nach einer Serie von Einbrüchen gegen die vorerst unbekannte Tätergruppe. Diese steht nun im Verdacht, auf professionelle Art und Weise gezielt in Wohnhäuser und Villen eingebrochen und dort vorwiegend Bargeld, Schmuck und Uhren gestohlen zu haben. Intensive Ermittlungen steirischer Kriminalisten unter Einbindung von Kriminalanalysten führten in der Folge auf die Spur einer offenbar europaweit agierenden Tätergruppe aus Südamerika. Auch zahlreiche Polizeiinspektionen, die Landeskriminalämter aus Niederösterreich, Salzburg und Wien sowie das Bundeskriminalamt (BK) waren in die umfassenden und nun abgeschlossenen Ermittlungen involviert. "Die Ausforschung und Festnahme von mehreren Serieneinbrechern sind das Ergebnis hochprofessioneller Zusammenarbeit von Ermittlern der Landeskriminalämter Steiermark, Niederösterreich, Salzburg, Wien und dem Bundeskriminalamt. Die österreichische Bevölkerung kann sich auf unsere Polizei verlassen", so Innenminister Gerhard Karner anlässlich dieses Ermittlungserfolgs.

Nach Einreise observiert

Durch enge Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt konnten die Tatverdächtigen aus Chile bereits Ende Juli vergangenen Jahres bei der Einreise nach Österreich lokalisiert werden. Im Rahmen bundeslandübergreifender Observationsmaßnahmen der EGS (Einsatzgruppe zur Bekämpfung der Straßenkriminalität) aus Wien, Salzburg und der Steiermark wurde in der Folge das Täterfahrzeug sowie eine vorübergehend angemietete Unterkunft in Wien-Favoriten festgestellt und observiert.

Als Läufer "getarnt"

Als drei der nunmehr fünf Tatverdächtigen am Vormittag des 30. Juli 2025 die besagte Unterkunft in Wien verließen, folgten zivile Fahnder den Männern auf der A2 bis ins niederösterreichische Oberwaltersdorf (Bezirk Baden). Dort stiegen zwei der Männer im Lauf-Outfit getarnt aus dem Fahrzeug aus und joggten durch ein Waldstück in einen luxuriösen Wohnpark. Exakt in diesem Bereich stellten Ermittler kurz darauf einen versuchten Einbruch in eine Villa fest. Auch im knapp 15 Kilometer entfernten Sollenau (Bezirk Wiener Neustadt) brachen die Täter kurz darauf mit derselben Vorgehensweise in ein Wohnhaus ein, während der Fahrzeuglenker Schmiere stand.

Bei Rückkehr festgenommen

Mit der Beute in Form von Wertgegenständen und Goldschmuck kehrten die Tatverdächtigen in der Folge zur Mietwohnung nach Wien zurück. Dort nahmen Polizisten aus Wien und der Steiermark die drei Chilenen im Alter zwischen 19 und 28 Jahren fest. Bei ihnen stellten Kriminalisten Einbruchswerkzeug sowie Diebesgut sicher. Weitere kriminalpolizeiliche Ermittlungen wurden in der Folge bundesweit vom LKA Steiermark übernommen.

Schaden in Millionenhöhe

Wie die monatelangen Ermittlungen ergaben, reisten die fünf Chilenen im Alter zwischen 19 und 39 Jahren in wechselnder personeller Zusammensetzung über Italien nach Westeuropa und Österreich ein. Dabei verwendeten sie stets wechselnde Leihfahrzeuge und mieteten Unterkünfte nahe der ausgekundschafteten Wohnobjekte unter falschem Namen an. Insgesamt werden den fünf Männern zumindest zwölf Einbruchsdiebstähle in Österreich sowie weitere 30 Wohnhaus-Einbrüche in Deutschland, Frankreich, Luxemburg und in der Schweiz zur Last gelegt. Mit der Beute dürften die Verdächtigen nach ihren Einbruchstouren nach Mailand zurückgekehrt sein, um sie dort zu Geld zu machen. Der Schaden dürfte im einstelligen Millionenbereich liegen.

Tatverdächtige in Haft

Die Tatverdächtigen zeigen sich zu den Vorwürfen nicht geständig. Während die Fahndung nach einem der namentlich bekannten Tatverdächtigen weiterhin läuft, befinden sich die anderen vier Männer in der Justizanstalt Wiener Neustadt in Haft. Dort warten sie nach der bereits eingebrachten Anklage auf ihre Hauptverhandlung bei Gericht.


Quelle: LPD Steiermark



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