Salzburg-Stadt: 30 Jahre Suchtprävention in Salzburg - Vom Aufklären zum Stärken

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Landesrat Wolfgang Fürweger (re.) mit Gerald Brandtner (Leiter der akzente Fachstelle Suchtprävention), Rainer Schmidbauer (Leiter des Instituts Suchtprävention von pro mente Oberösterreich), Marietta Oberrauch (Geschäftsführerin akzente Salzburg) sowie Suchtkoordinatorin Monika Parhammer
Foto: akzente Salzburg
20 Okt 18:30 2026 von Redaktion Salzburg Print This Article

Anlaufstelle und Kompetenzzentrum bei akzente Salzburg

(LK) Seit 30 Jahren steht die Fachstelle Suchtprävention Salzburg für zeitgemäße, lebensnahe und wissenschaftlich fundierte Präventionsarbeit. Was in den 1990er-Jahren mit der Information über Suchtmittel und deren Risiken begann, hat sich zu einem breiten Ansatz entwickelt, der Menschen stärkt, Risiken sichtbar macht und gesellschaftliche Veränderungen frühzeitig aufgreift.

„Gute Suchtprävention beginnt lange bevor eine Abhängigkeit entsteht. Sie stärkt Menschen darin, selbstbestimmte Entscheidungen zu treffen und mit Risiken verantwortungsvoll umzugehen. Die Fachstelle Suchtprävention Salzburg leistet dazu seit 30 Jahren einen wichtigen Beitrag und ist für das Land Salzburg eine unverzichtbare Partnerin“, betont Landesrat Wolfgang Fürweger.

Von der Aufklärung zur Lebenskompetenz

In den ersten Jahren lag der Schwerpunkt vor allem auf der klassischen Suchtmittelprävention. Mit der Zeit setzte sich ein umfassenderes Verständnis durch: Nachhaltige Prävention beginnt nicht erst beim Suchtmittel, sondern bei den persönlichen und sozialen Ressourcen von Menschen und den Lebenswelten, die sie prägen. „Suchtprävention hat sich in den vergangenen 30 Jahren grundlegend verändert. Wir wollen heute nicht mehr nur sagen, was Menschen nicht tun sollen. Wir wollen sie dabei unterstützen, gute Entscheidungen zu treffen, mit Herausforderungen umzugehen und Risiken realistisch einzuschätzen.“, sagt Gerald Brandtner, Leiter der Fachstelle Suchtprävention Salzburg.

Lebenskompetenzprogramme wurden daher zu einem zentralen Bestandteil der Präventionsarbeit. Selbstvertrauen, Kommunikationsfähigkeit, Umgang mit Stress und Konflikten sowie Entscheidungsfähigkeit sind Schutzfaktoren, die Kinder und Jugendliche langfristig stärken. Auch die Rausch- und Risikopädagogik brachte einen wichtigen Perspektivenwechsel. Statt Konsum ausschließlich zu verteufeln, geht es darum, offen über Erfahrungen, Motive und Risiken zu sprechen und einen reflektierten Umgang mit Risikosituationen zu fördern. „Prävention muss die Lebensrealität der Menschen ernst nehmen. Jugendliche brauchen keine erhobenen Zeigefinger, sondern Räume, in denen sie offen über Konsum, Gruppendruck, Risiken und ihre eigenen Grenzen sprechen können.“, so Monika Parhammer, Suchtkoordinatorin des Landes Salzburg.

Vom Präventionsprogramm zum Präventionsnetzwerk

Ein wesentlicher Erfolgsfaktor der vergangenen drei Jahrzehnte ist die enge Zusammenarbeit mit Schulen, Jugendarbeit, Eltern, Gemeinden und Fachkräften. Denn Suchtprävention kann nicht an einer einzelnen Stelle stattfinden – sie braucht zum nachhaltigen Gelingen ein starkes Netzwerk. Ein Beispiel dafür sind die Präventionsfrühstücke, die Fachinformation mit Austausch und Vernetzung verbinden. Sie greifen aktuelle Entwicklungen auf und schaffen Raum für Diskussion und gemeinsame Lösungen.

Neue Risiken: digitale Lebenswelten im Fokus

Heute steht die Prävention vor neuen Herausforderungen. Neben Alkohol, Nikotin und illegalen Substanzen gewinnen digitale Medien und die damit verbundenen Verhaltensweisen zunehmend an Bedeutung. Soziale Medien, Gaming und andere digitale Angebote arbeiten teilweise mit Mechanismen, die Aufmerksamkeit binden und Nutzung verlängern. Gerade junge Menschen brauchen deshalb Unterstützung, um diese Mechanismen zu verstehen und ihre eigene Mediennutzung reflektiert zu gestalten. Hierfür braucht es auch klare gesellschaftliche Regulierungen.

„Zeitgemäße Prävention muss dort ansetzen, wo junge Menschen leben – und das ist heute zunehmend die digitale Welt. Wir müssen nicht nur über Suchtmittel sprechen, sondern über die Mechanismen, die Menschen abhängig machen können: von Substanzen ebenso wie von bestimmten Verhaltensweisen.“, betont Gerald Brandtner.

30 Jahre Erfahrung als Auftrag für die Zukunft

Drei Jahrzehnte Fachstelle Suchtprävention bedeuten drei Jahrzehnte kontinuierliche Weiterentwicklung. Von der klassischen Aufklärung über Lebenskompetenzprogramme und Rausch- und Risikopädagogik bis hin zu neuen Präventionsansätzen in der digitalen Welt zieht sich dabei ein roter Faden: Menschen sollen gestärkt werden, bevor Probleme entstehen.


Quelle: Land Salzburg



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