Kleinwalsertal: 2 Wanderer auf Altschneefeldern ausgerutscht und schwer verletzt - Tipps zur Bege

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Foto: Wandern / Symbolbild
21 Jun 08:47 2019 von Redaktion Salzburg Print This Article

Nach dem tödlichen Alpinunfall Anfang Juni im kleinen Walsertal, bei dem zwei Wanderer beim Queren eines Schneefeldes ausrutschten, in ein Bachbett stürzten und starben verunglückte am 19.6.2019, gegen 16.45 Uhr eine 55-jährige deutsche Staatsangehörige auf dem Wanderweg zur Ifenhütte. Sie rutschte auf einem Schneefeld aus und brach sich dabei den rechten Knöchel. Sie wurde von der Besatzung des Rettungshubschraubers "Martin 2" geborgen und zum Arzt geflogen.

Auch am 20.6.2019, gegen 12.35 Uhr glitt neuerlich eine 59-jährige Wanderin aus Deutschland auf einem Schneefeld aus und verletzte sich schwer. Die Frau wanderte in einer Gruppe von vier Personen von der Bergstation der "Kanzelwandbahn" in Riezlern auf einem rot-weiß-rot markierten Wanderweg in Richtung Kuhgehrenspitze. Im Bereich des sogenannten "Adlerhorstes" rutschte die Frau aus und stürzte 30 m auf einem ca. 30 Grad steilen Schneefeld talwärts. Sie erlitt Abschürfungen an beiden Händen und eine Fraktur des linken Knöchels. Die Bergrettung Riezlern brachte die verletzte Frau zum Gemeindearzt.

Die Alpinpolizei warnt vor gefährlichen Altschneefeldern!

In steilen Rinnen und schattigen Bergflanken hält sich der Schnee besonders lang. Nach dem heurigen schneereichen Winter unterbrechen besonders in Lagen oberhalb von ca. 1.600 m Altschneefelder die Wanderwege. Die Ausrutschgefahr ist auf diesen oft sehr steilen Schneefeldern sehr groß - eine unterschätzte Gefahr.
Tipps zum Begehen von Schneefeldern:
Grundsätzlich wird empfohlen Scheefelder zu umgehen. Ist das nicht möglich, sollte die Schneedecke für die Begehung mindestes ca. 10 cm aufgeweicht sein.
Ausrüstung:
Bergschuhe mit fester Profilsohle, Handschuhe, Snowline Spikes (Schneeketten für Schuhe) und Wanderstöcke sind hilfreiche Ausrüstungsgegenstände, um ein Schneefeld sicher zu queren. In besonders steilem Gelände bieten Steigeisen und Eispickel zusätzlichen Halt.
Begehung
Flächige, nach innen geneigte Tritte in den Schnee schlagen, kleine Schritte machen, Gleichgewicht mit Wanderstöcken bzw. besser mit Eispickel halten Rutscht man aus, so schnell wie möglich in die Liegestützposition drehen und mit Beinen und Armen bremsen. Vorsicht – im Rutschen nicht mit den Steigeisen bremsen - Überschlagsgefahr!

Wird die Gefahr als zu groß eingeschätzt, umdrehen und eine andere Route wählen.




Quelle: LPD Vorarlberg



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