Schladming: „Wandel ist längst da“: Schladming-Dachstein Tourismusdialog gab Orientierung in unsicheren Zeiten
Foto: Martin Huber
- Neurobiologe Bernd Hufnagl zeigte in seiner Keynote, warum wir auf Veränderung oft falsch reagieren
- Spannender Reality Check mit Stimmen aus Industrie, Hotellerie und der nächsten Generation
- Rund 300 touristische Stakeholder bei der elften Auflage der Veranstaltung
(07.10.2026, Schladming) – Warum verunsichert uns Veränderung? Und warum halten Menschen am Bekannten fest? Um diese Fragen drehte sich der 11. Schladming-Dachstein Tourismusdialog, der gestern Abend (6.10.) im Congress Schladming stattfand. Unter dem Motto „Wandel ist längst da“ ging es nicht um einen Blick in die Ferne, sondern um eine Bestandsaufnahme dessen, was bereits um uns geschieht. Neue Technologien, neue Erwartungen und neue Arbeitswelten treffen auf eine Gesellschaft im Umbruch. Impulse zum Dialog lieferten der Neurobiologe Bernd Hufnagl sowie bekannte Stimmen aus Wirtschaft, Hotellerie und der nächsten Generation. Rund 300 touristische Stakeholder der steirischen Erlebnisregion folgten der Einladung des Tourismusverbandes.
Den Abend eröffnete der Neurobiologe Hufnagl mit seiner Keynote „Future Brain – Wie unser Gehirn die Herausforderungen des Wandels meistert“. Der Bestsellerautor hat Biologie und Medizin studiert, war über ein Jahrzehnt in der Hirnforschung und universitären Lehre tätig und befasst sich seit 2002 mit dem Zusammenhang zwischen Gesundheit und Arbeitswelt. „Gerade in unsicheren Zeiten neigen wir dazu, Risiken zu überschätzen und in alten Denkmustern zu verharren. Veränderung braucht deshalb ein klares Motiv, Gelassenheit und Mut. Wenn Überzeugung spürbar wird, kann Wandel auch andere positiv anstecken", so Hufnagl.
Vertrautes bewahren, Neues wagen
Beim anschließenden Reality Check wurden Erfahrungen aus der Praxis ausgetauscht. Christina Rami-Mark ist Geschäftsführerin der MARK Metallwarenfabrik in vierter Generation und steht damit an der Spitze eines international tätigen Familienunternehmens mit rund 600 Mitarbeitenden. Sie erlebt unmittelbar, wie sich Märkte, Technologien und wirtschaftliche Rahmenbedingungen verschieben. Gerade in Zeiten der Industriekrise setzt sie auf Innovation, Digitalisierung und neue Geschäftsfelder, ohne die Mitarbeitenden aus dem Blick zu verlieren. Sie ist der Meinung, dass eine Führungskraft nicht immer alle Antworten kennen muss. Vielmehr geht es darum, ein gutes Umfeld zu schaffen und das Team zu ermutigen, die passenden Antworten und Lösungen für eine sich wandelnde Zukunft zu finden.
Monika und Hannes Müller führen das Genießerhotel „Die Forelle” am Weißensee. Eigene Landwirtschaft, regionale Kreisläufe und ehrliches Handwerk prägen das Hotel ebenso wie die Bereitschaft, neue Wege zu gehen. Hannes Müller, „Koch des Jahres 2025“, steht für natur- und produktbezogene Küche, während seine Frau Monika für ihren Service mit dem Michelin Service Award ausgezeichnet wurde. Beide brachten die Perspektive eines Betriebs ein, der an seinen Werten festhält, für Qualität sowie persönlichen Kontakt einsteht und zugleich offen für neue Ideen und Formen des Gastgebens bleibt.
Stefan Gyger als Hotelier und Vertreter der Next Generation in der Region plädiert dafür, den Mut und Pioniergeist vergangener Generationen wieder vermehrt aufleben zu lassen. Nur so könne der Wandel vorangetrieben werden.
„Tourismus muss auf Veränderungen aktiv reagieren”
„Schladming-Dachstein steht heute in vielen Bereichen sehr stark da und ist für die kommenden Jahre gut aufgestellt“, sagt Mathias Schattleitner, Geschäftsführer des Tourismusverbands Schladming-Dachstein. „Gerade dann ist es wichtig, aufmerksam wahrzunehmen, wie sich Märkte, Digitalisierung, gesellschaftliche Erwartungen und Rahmenbedingungen verändern. Dafür braucht es fundierte Strategien, starke Initiativen wie jene mit der Next Generation und Formate wie den Tourismusdialog. Denn Wandel beginnt nicht erst dann, wenn Veränderung notwendig wird – sondern oft schon viel früher.“
Andreas Keinprecht, Vorsitzender des TVB Schladming-Dachstein, sagte: „Es ist für uns alle wichtig, uns immer wieder zu fragen, warum uns Wandel oft so schwerfällt und was es braucht, um ihm mutig zu begegnen. Wer erfolgreich bleiben will, muss sich auf Neues einlassen, die Lage annehmen und – ganz wichtig – immer wieder neu darauf reagieren. Der Tourismus ist der Wirtschaftsmotor unserer Region und soll die Lebensqualität der Menschen steigern. Seine Zukunft gestalten wir am besten gemeinsam.“
www.schladming-dachstein.at
Über die Tourismusregion Schladming-Dachstein:
Die steirische Tourismusregion Schladming-Dachstein besteht aus 13 Gemeinden und gehört mit jährlich 3,9 Millionen Übernachtungen zu den fünf größten Tourismusdestinationen Österreichs. Das breite Angebotsspektrum der Outdoor-Erlebnisregion reicht von Biken und Wandern über Golfen bis hin zu Skifahren und Langlaufen. Neben den Outdoor-Aktivitäten legt der Tourismusverband Schladming-Dachstein ein besonderes Augenmerk darauf, die regionale Kulinarik für Gäste und Einheimische erlebbar zu machen. Dazu wurde unter anderem gemeinsam mit dem renommierten steirischen Koch Richard Rauch das Projekt „Almkulinarik“ ins Leben gerufen. Durch ein abwechslungsreiches Veranstaltungsprogramm, darunter das Ski Opening, bildet Schladming-Dachstein ein ganzjähriges Spektrum an Events, die Sport, regionale Traditionen sowie Genuss und Unterhaltung vereinen. Zur Verbesserung des Gästeerlebnisses und um exklusive Vorteile für Gäste und Einheimische zu bieten, wurde 2021 der Schladming-Dachstein „FürDich Club“ ins Leben gerufen. Neben dem Ziel, unvergessliche Urlaubserlebnisse zu schaffen, übernimmt der Verband unter dem Motto „Darum Tourismus“ Verantwortung für die Einheimischen. Seit 2021 leitet Geschäftsführer Mathias Schattleitner den Tourismusverband Schladming-Dachstein mit aktuell rund 50 Mitarbeiter:innen. Andreas Keinprecht agiert seit 2021 als Vorsitzender des Tourismusverbandes.
Quelle: Tourismusverband Schladming-Dachstein
