Österreich: „Gesund aus der Krise“ - Schulstart zwischen Vorfreude und Sorgen
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Finanzierung für das Schuljahr 2026/27 gesichert – „Gesund aus der Krise“ unterstützt Kinder und Jugendliche bei psychischer Belastung
In wenigen Tagen ist es wieder so weit: Am 7. September startet für Wien, Niederösterreich und das Burgenland das neue Schuljahr, eine Woche später, am 14. September, folgen die übrigen Bundesländer. Für viele der rund 1,1 Millionen Schulkinder (Statistik Austria) in Österreich ist der Schulstart mit Vorfreude verbunden – neue Hefte, neue Mitschüler:innen, der erste große Tag der jüngsten Taferlklassler:innen. Für ebenso viele Kinder, Jugendliche und ihre Familien bedeutet er aber auch: Aufregung, Unsicherheit und Druck. Das Mental-Health-Projekt „Gesund aus der Krise“ hat dazu eine gute Nachricht: Die Finanzierung für das kommende Schuljahr ist gesichert, das kostenfreie und niederschwellige Angebot steht mit ausreichend freien Plätzen bereit.
Schulstart: Vorfreude und Überforderung liegen oft nah beieinander
Ein neues Klassenzimmer, neue Lehrer:innen, gestiegene Anforderungen oder der Wechsel in eine weiterführende Schule – all das kann Kinder und Jugendliche stark fordern. Wie sehr Schule zur Belastung werden kann, zeigt eine österreichweite Befragung von mehr als 14.000 Schüler:innen im Rahmen der Initiative „Mental Health Days“ (August 2025): Fast die Hälfte, 49,7 Prozent, der befragten Kinder und Jugendlichen erlebt Leistungsdruck und den eigenen Anspruch an Perfektion als belastend – die Schule wird dabei mit Abstand am häufigsten als Stressquelle genannt, noch vor den Erwartungen der Eltern.
Gesundheits- und Sozialministerin Korinna Schumann betont: „Der Schulstart ist für viele Kinder ein Neubeginn voller Vorfreude – für manche aber auch eine Zeit voller Sorgen, Überforderung oder Angst vor dem Versagen. Genau deshalb ist es mir wichtig, dass Familien wissen: Mit „Gesund aus der Krise“ gibt es rasche, kostenfreie und wohnortnahe Unterstützung, wenn der Schulstart zur Belastung wird. Die Finanzierung für das kommende Schuljahr ist gesichert – damit kein Kind und keine Familie mit diesen Sorgen allein bleiben muss.“
„Gesund aus der Krise“ ist da, wenn der Schulstart zur Belastung wird
Erfahrungsgemäß steigt die Nachfrage nach psychischer Unterstützung rund um den Schulstart merklich an. Ao. Univ.-Prof.in Dr.in Beate Wimmer-Puchinger, Gesamtleitung „Gesund aus der Krise“ und Präsidentin des Berufsverbandes Österreichischer Psychologinnen und Psychologen (BÖP): „Jedes Jahr im September erleben wir, wie stark der Schulstart auf die Psyche von Kindern und Jugendlichen wirkt. Prüfungsangst, sozialer Druck, Mobbing oder die Angst, den Erwartungen nicht zu genügen – das alles kann rasch zur echten Belastung werden. Mit „Gesund aus der Krise“ steht Kindern, Jugendlichen und ihren Familien genau in dieser Phase eine rasche, wirksame und kostenfreie Anlaufstelle zur Verfügung.“
Finanzierung für das gesamte Schuljahr 2026/27 gesichert
Das Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz stellt für die laufende Projektphase „Gesund aus der Krise IV“ insgesamt 35,15 Millionen Euro zur Verfügung. Damit ist das Angebot durchgehend bis Ende Juni 2027 finanziert – und somit auch für das gesamte kommende Schuljahr 2026/27 gesichert. Seit dem Start des Projekts 2022 haben bereits mehr als 57.000 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene von „Gesund aus der Krise“ profitiert.
Mag.a Barbara Haid, MSc, Präsidentin des Österreichischen Bundesverbands für Psychotherapie (ÖBVP) und Kooperationspartnerin von „Gesund aus der Krise“, betont: „Der Schulstart ist für Kinder und Jugendliche weit mehr als der Beginn eines neuen Schuljahres. Er bedeutet Veränderung, neue Anforderungen und sozialen Druck – und kann damit auch psychisch sehr fordernd sein. Entscheidend ist, Belastungen früh ernst zu nehmen und nicht erst zu reagieren, wenn aus Sorgen, Ängsten oder Überforderung eine psychische Erkrankung geworden ist. Und die wichtigste Botschaft zum Schulstart lautet: Die Plätze sind da. Wer Hilfe braucht, soll nicht warten müssen.“
Niederschwelliger Zugang – so einfach ist die Anmeldung
Ein Behandler:innen-Pool von rund 1.600 Klinischen Psycholog:innen, Gesundheitspsycholog:innen, Psychotherapeut:innen und Musiktherapeut:innen ermöglicht die erfolgreiche Umsetzung. Die Klient:innen werden in Summe in 27 Behandlungssprachen betreut. Die Anmeldung zum Programm erfolgt einfach über die Website www.gesundausderkrise.at. Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene bis 21 Jahre erhalten so rasch, wohnortnah und kostenfrei bis zu 15 qualitätsgesicherte Behandlungseinheiten. Ab 14 Jahren können sich Jugendliche unabhängig von den Eltern direkt anmelden.
Gesund aus der Krise half bereits 57.000 Betroffenen
Das Mental-Health-Projekt „Gesund aus der Krise“ hilft bzw. half seit Start 2022 bereits mehr als 57.000 Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen durch professionelle klinisch-psychologische, gesundheitspsychologische, psychotherapeutische und musiktherapeutische Behandlung.
Das Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz hat 35,15 Millionen Euro für die aktuelle Projektphase zur Verfügung gestellt. Abgewickelt wird „Gesund aus der Krise” vom Berufsverband Österreichischer Psychologinnen und Psychologen (BÖP) in Kooperation mit dem Österreichischen Bundesverband für Psychotherapie (ÖBVP). Seit Frühjahr 2024 ist der Österreichische Berufsverband für Musiktherapie (ÖBM) ein weiterer Umsetzungspartner.
„Gesund aus der Krise“ hilft nachweislich: In der letzten Projektphase berichteten 93 Prozent der Klient:innen und 88 Prozent der Bezugspersonen von spürbaren Verbesserungen durch die Behandlungen.“ Das hat die Universität Innsbruck (Institut für Psychologie) in ihrer Evaluierung eindrucksvoll bestätigt. Es wurden Daten von über 15.000 jungen Menschen über drei Jahre hinweg ausgewertet.
Quelle: OTS
