Kärnten: „Fundierte Berufsorientierung so wichtig wie nie“

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Kärnten

12 Apr 18:00 2021 von Redaktion International Print This Article

LHStvin Schaunig: Berufs- und Bildungsorientierung Kärnten zeigt Jugendlichen die gesamte Breite an Möglichkeiten auf – Melanie Jann, stv. AMS-Kärnten-Geschäftsführerin: Gerade ein Lehrabschluss eröffnet viele Karrierechancen, denn Fachkräfte sind gefragter denn je

Klagenfurt. (LPD) Die weltweite Pandemie hat auch die Berufs- und Bildungsorientierung vor eine völlig neue Situation gestellt – Workshops in Schulen, Schnupperpraktika, Austauschprogramme waren von einem Tag auf den anderen nicht mehr möglich. „Mit großer Flexibilität hat sich die Plattform Berufs- und Bildungsorientierung Kärnten (BBOK) den COVID-bedingten Hürden gestellt und neue Unterrichtskonzepte und Umsetzungsmöglichkeiten entwickelt“, berichtet Arbeitsmarkt- und Lehrlingsreferentin LHStvin Gaby Schaunig. Für das Jahr 2021 werden dafür knapp 737.000 Euro zur Verfügung gestellt. Finanziert wird die BBOK mehrheitlich von Land Kärnten (rund 312.000 Euro) und dem AMS Kärnten (rund 409.000). Einen Beitrag leistet zudem die Industriellenvereinigung Kärnten (rund 15.600 Euro).


„Fundierte, praxisorientierte Bildungsorientierung für Jugendliche und junge Erwachsene, die die Vielzahl der Chancen und Möglichkeiten der Berufsausbildung aufzeigt, ist heute wichtiger denn je. Durch die Digitalisierung wandelt sich die Berufswelt rasant, erst mit einem guten, aktuellen Überblick können qualifizierte Entscheidungen über den Ausbildungsweg, den man einschlagen möchte, getroffen werden“, betont Schaunig. Auch das Angebot der BBOK selbst hat einen rasanten Digitalisierungsprozess erlebt. Neu im Angebot ist unter anderem der „Escape Classroom“: Schülerinnen und Schüler haben die Aufgabe, innerhalb einer Schulstunde einen virtuellen Schlüssel zu finden, um aus dem fiktiv versperrten Klassenzimmer zu kommen. Die Rätsel und Aufgaben, die gelöst werden müssen, drehen sich inhaltlich um Berufs- und Bildungsorientierung.

„Eine gute Ausbildung ist die Eintrittskarte ins Berufsleben und das beste Mittel gegen Arbeitslosigkeit. Daher legen wir mit unseren AMS-BerufsInfoZentren und mit der Finanzierung der BBOK einen starken Fokus auf die frühzeitige Berufsorientierung und -beratung. Es ist entscheidend, dass sich junge Menschen intensiv mit der Berufswahl, mit ihren Stärken und Fähigkeiten auseinandersetzen, um einen Beruf zu finden, der gut zu ihnen passt“, sagt Melanie Jann, stv. Geschäftsführerin des AMS Kärnten. Gerade wenn man sich die Lehre ansieht, zeige sich die Vielfalt der Berufswelt: „Es gibt in Österreich mehr als 200 Lehrberufe – von A wie APP-Entwicklung/Coding bis Z wie Zahntechnik. Ein Lehrabschluss eröffnet viele Möglichkeiten und Karrierechancen; denn gut ausgebildete Fachkräfte sind gefragter denn je.“ Die BBOK legt einen Schwerpunkt auf das ungemein breite Angebot an Lehrstellen in Kärnten und auf die verschiedenen Varianten der Lehrausbildung bis hin zur „Lehre mit Matura“.

„Wir wissen: Zentral für eine gelingende berufliche Orientierung ist das unmittelbare, sinnlich-praktische Erleben und Erfahren von Arbeits- und Berufswelten. Wegen Corona müssen Jugendliche hier leider auf viele Präsenzangebote verzichten. Mit krisenfesten Projektlösungen für den Berufsorientierungsunterricht sowie für die individuelle Berufsorientierung gelingt es uns jedoch auch derzeit, trotz der gebotenen Distanz, jungen Menschen Nähe zu Berufs- und Bildungswelten zu ermöglichen – und dies auch im Home Schooling und Schichtbetrieb“, sagt die Leiterin der Berufs- und Bildungsorientierung Kärnten, Rebecca Waldner.

Wie Berufsorientierung auch in der Krise anschaulich und praxisnah gelingen kann? „Visuelle Einblicke und Gespräche auf Distanz finden derzeit eben online statt: Wir schalten live in Kärntner Lehrbetriebe und holen die Wirtschaft so digital ins Klassenzimmer. Die Einstiegs-Workshops in die Berufsorientierung gibt es jetzt auch im „to go“-Format – mit Zubehörboxen und Anleitung sowie dem Angebot einer online-Nachbesprechung. Mittlerweile gehen wir auch unter die Filmemacher und produzieren jugendlich-ansprechende Lehrberufevideos“, erklärt Waldner. Die neuen krisenfesten Unterstützungsangebote werden demnächst auch auf der Website der BBOK, unter dem Schwerpunkt „BO 360°“, vorgestellt. Erklär-, Schul- und Berufevideos, digitale Pinnwände und Infofolder laden zum Durchklicken und Hineinhören, -schauen und -lesen ein.

„Die neuen Zugänge und Ansätze, die die BBOK entwickelte, um den Kärntner Jugendlichen weiterhin spannende und realistische Einblicke in die unterschiedlichen Berufswelten zu geben, ermöglichen eine fundierte Entscheidungsfindung. Darüber hinaus fördern sie auch die Bewusstseinsbildung, dass das Leben viele Möglichkeiten bereithält, keine Entscheidung falsch ist und jede Entscheidung jederzeit geändert werden kann, solange man nur den Mut hat, eine Entscheidung zu treffen“, betont Schaunig abschließend.



Quelle: Land Kärnten



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