Tirol: Wild unterwegs - Vorsicht bei Dämmerung auf Tirols Straßen
Wildwechselschilder stehen an jenen Streckenabschnitten, an denen das Risiko eines Unfalls mit einem Wildtier deutlich erhöht ist.
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Wildwarnreflektoren lenken das Scheinwerferlicht der Fahrzeuge in Richtung Wald oder Feld. Dadurch entsteht ein abschreckender Lichtzaun, der das Wild vom Überqueren der Straße abhalten soll.
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Akustische Geräte geben bei herannahenden Fahrzeugen einen Signalton von sich, um das neben der Fahrbahn befindliche Wild zu warnen.
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Herbst bringt vermehrten Wildwechsel und damit erhöhte Gefahr von Unfällen
- Besondere Vorsicht und angepasste Fahrweise entlang von Wäldern und Feldern
- Rund 26.000 Wildwarnreflektoren und Wildwarngeräte sorgen für mehr Sicherheit
- Wie Wildwarnsysteme funktionieren: www.youtube.com/watch?v=ep54owqEYmA
Wildtiere kennen keinen Berufsverkehr. Gerade im Herbst bzw. bei früher Dämmerung am Abend bzw. später Dämmerung am Morgen treffen ihre aktivsten Stunden häufig auf den Straßenverkehr. Das erhöht die Gefahr von Wildunfällen: Im Jahr 2025 wurden in Tirol insgesamt 1.400 Wildunfälle registriert, die größtenteils tödlich für die Wildtiere endeten.
Um das Risiko von Wildunfällen zu verringern, setzt das Land Tirol gemeinsam mit dem Tiroler Jägerverband auf Wildwarnreflektoren und Wildwarngeräte. Rund 26.000 dieser Warnsysteme sind an besonders gefährdeten Abschnitten der Tiroler Landesstraßen im Einsatz und sollen Wildtiere bei herannahenden Fahrzeugen von der Straße fernhalten. Im Herbst ist besondere Vorsicht geboten. LHStv Josef Geisler und Landesjägermeister Anton Larcher appellieren daher an alle VerkehrsteilnehmerInnen, insbesondere entlang von Wäldern und Feldern die Geschwindigkeit anzupassen und vorausschauend zu fahren.
Licht, Ton und eine angepasste Fahrweise sollen Wildunfälle verhindern
„Ein Wildtier kann jederzeit unvermittelt auf die Fahrbahn laufen. Besonders auf Straßen entlang von Wäldern und Feldern ist daher erhöhte Aufmerksamkeit gefragt. Wer seine Geschwindigkeit anpasst, kann schneller reagieren und gefährliche Situationen vermeiden. Das Land Tirol setzt gemeinsam mit dem Tiroler Jägerverband auf gezielte Maßnahmen, um Mensch und Tier zu schützen. Doch auch die beste Technik kann eine vorausschauende und aufmerksame Fahrweise nicht ersetzen“, betont LHStv Geisler.
Um gefährliche Begegnungen zwischen Wildtieren und Fahrzeugen möglichst zu verhindern, werden an besonders gefährdeten Abschnitten der Tiroler Landesstraßen Wildwarnreflektoren und Wildwarngeräte eingesetzt. Derzeit sind rund 26.000 dieser Warnsysteme installiert. Sie sollen Wildtiere rechtzeitig auf herannahende Fahrzeuge aufmerksam machen und so das Risiko von Zusammenstößen verringern.
Dabei kommen optische und akustische Signale zum Einsatz: Wildwarnreflektoren lenken das Scheinwerferlicht vorbeifahrender Fahrzeuge in Richtung angrenzender Wald- und Wiesenflächen. Die entstehenden Lichtreize sollen Wildtiere davon abhalten, die Fahrbahn zu überqueren. Akustische Wildwarngeräte geben bei herannahenden Fahrzeugen Warnsignale ab, um Tiere in Straßennähe auf den Verkehr aufmerksam zu machen.
Wie die Wildwarnsysteme funktionieren und worauf VerkehrsteilnehmerInnen bei Wildwechsel achten sollten, zeigt ein Landes-Film auf dem YouTube-Kanal des Landes Tirol unter www.youtube.com/watch?v=ep54owqEYmA.
Hintergrund: Dämmerung, Futtersuche und Brunftzeit
Frühe Dämmerung, Futtersuche und Brunftzeit erhöhen im Herbst das Unfallrisiko. Viele Wildtiere sind vor allem in den Morgen- und Abendstunden aktiv. Vor dem Winter zieht es sie auf Nahrungssuche vermehrt in tiefere Lagen. Auch die Brunft- und Paarungszeiten sorgen für Bewegung: Hinzu kommt die tief stehende Herbstsonne, die AutofahrerInnen blenden und die Sicht auf Wildtiere am Straßenrand erschweren kann.
Landesjägermeister Anton Larcher appelliert daher: „Besonders in der Dämmerung müssen Autofahrerinnen und Autofahrer jederzeit mit Wildwechsel rechnen. Wer ein Tier am Straßenrand entdeckt, sollte sofort die Geschwindigkeit reduzieren und bedenken, dass weitere Tiere folgen können. Gerade an bekannten Wildwechselstellen ist besondere Vorsicht geboten.“
Factbox: Verhaltenstipps für VerkehrsteilnehmerInnen
Was tun, wenn ein Wildtier in Sichtweite ist?
- Fernlicht ausschalten: Nur mehr das „Abblendlicht“ benutzen (Wildtiere bleiben im hellen Fernlicht häufig stehen).
- Hupen: Das laute Geräusch kann helfen, die Tiere auf den Verkehr aufmerksam zu machen und nicht auf die Straße zu laufen.
- Bremsen: Denn je höher die Geschwindigkeit, desto heftiger der Aufprall.
- Ausweichmanöver vermeiden: Ist ein Zusammenstoß mit einem Wildtier unvermeidlich, sollte stark gebremst werden. Das Lenkrad muss dabei gut festgehalten werden. Bei richtiger Reaktion bleibt die Verletzungsgefahr für die Autoinsassen geringer. Ausweichmanöver sind nicht zu empfehlen, da diese meist riskanter sind als ein Zusammenstoß mit dem Tier.
Was tun nach einem Wildtier-Unfall?
- Unfallstelle absichern: Nach dem Unfall muss die Unfallstelle sofort abgesichert werden (Fahrzeug möglichst abseits der Fahrbahn abstellen, Warnblinkanlage einschalten, Warnweste anziehen und Pannendreieck aufstellen)
- Bei verletzten Personen: Erste Hilfe leisten und Rettung verständigen
- Unfall melden: Es ist wichtig, jeden Wildunfall zu melden. Auch wenn das Wildtier verletzt die Flucht ergreift. Bitte auf alle Fälle die Polizei informieren. Meldet man den Unfall nicht, macht man sich strafbar.
- Wildtiere nicht berühren: Wildtiere sind nicht an Menschen gewöhnt und können auf eine unvorhersehbare Art und Weise reagieren, wenn sie verängstigt und verletzt sind. Nach einem Unfall ist sofort die Polizei zu verständigen und die Unfallstelle bestmöglich mit Fotos für etwaige Versicherungsfragen zu dokumentieren. Zur eigenen Sicherheit sollte man Abstand zum Wildtier einhalten.
Quelle: Land Tirol
