Wiens Grüngürtel wächst - Lückenschluss im Süden Wiens

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Wien

04 Apr 18:00 2026 von Redaktion International Print This Article

Schulterschluss für Gemeinde- und länderübergreifende Lösungen mit mehr Grünraum und besseren Fuß- und Rad-Verbindungen von und nach Wien

Den Grünraum an der südlichen Stadtgrenze von Wien sichern und das über Gemeinde- und Ländergrenzen hinweg: Dieses Ziel haben sich 3 Wiener Bezirke und 5 Wiener Umlandgemeinden im Rahmen der Kooperation „Landschaftsbogen 5plus3“ gesetzt. Der Name entstand durch die Zusammenarbeit von 3 Wiener Bezirken Favoriten, Simmering, Liesing und den 5 Umlandgemeinden Schwechat, Lanzendorf, Leopoldsdorf, Hennersdorf und Vösendorf.

Die Zusammenarbeit hat das Ziel, die gemeinsame Landschaft als zusammenhängenden Raum zu entwickeln unter Berücksichtigung unterschiedlicher Nutzungsansprüche wie Naturraum, Freizeit und Naherholung oder landwirtschaftliche Nutzung.

„Der Erhalt von Grünraum ist Teil unseres Stadtentwicklungsplans, dem Wien-Plan und bestimmt die Planungen der Stadt Wien auch über die Grenzen der Stadt hinaus. Der Schulterschluss von Wiener Bezirken und niederösterreichischen Gemeinden ist besonders wertvoll, da der Erhalt von Grünflächen und Naherholung das Erbe an die nächste Generation ist“, so Planungsstadträtin Ulli Sima, die sich bei allen Beteiligten in Wien als auch in Niederösterreich für die gute Zusammenarbeit bedankt.

Zukunfts-Projekte für das Bevölkerungswachstum

Die hohe Attraktivität der südlichen Region und ihre Eignung als Wohnstandort in Hinblick auf Infrastruktur und Lebensqualität wird sich in den kommenden Jahrzehnten in einer Zunahme der Bevölkerungszahlen niederschlagen. So wird etwa in Rothneusiedl ein Pionier-Stadtteil für Klimaschutz und Klimawandel-Anpassung für über 20.000 Bewohner*innen entstehen. Zugleich wachsen aber auch die Gemeinden im Umland von Wien. Mit dem Bevölkerungswachstum in und um Wien steigt auch der Bedarf nach mehr Grünraum und attraktiven Wegverbindungen zum Zufußgehen und Radfahren.

Entlang der Liesing soll eine „Naherholungs-Perlenkette“ von Aufenthaltsflächen entstehen und Renaturierungsmaßnahmen vorangetrieben werden, welche die beliebte Naherholungsachse kurzfristig weiter stärken sollen. Die Schaffung eines großzügigen Quartiersfreiraums, der sich von Norden nach Süden erstreckt, ist im Stadtentwicklungsgebiet Weichseltalweg nach Beschluss des Flächenwidmungs- und Bebauungsplans vorgesehen. Aber auch Kooperationen sieht das Konzept vor, etwa bei der Anlage und Nutzung einer Streuobstwiese in der Gemeinde Lanzendorf in Zusammenarbeit mit einer karitativen Organisation.

Verbesserung der Alltagsverbindungen

Wesentlicher Punkt des Konzepts ist die Verbesserung der Alltagsverbindungen zu den in Rothneusiedl geplanten Infrastruktureinrichtungen als auch die Vernetzung von Radrouten. Aber auch Maßnahmen zur Reduktion des Durchzugsverkehrs sind im Konzept vorgesehen. So soll im Bereich des Verschiebebahnhofs der Kfz-Transitverkehr in Favoriten unterbunden und bessere Bedingungen für Fuß- und Radverkehr geschaffen werden. Mit dieser Maßnahme soll zugleich der Bereich des landwirtschaftlich geprägten Erholungsraums „Goldberg“ aufgewertet und die Voraussetzung für eine attraktive Erholungsachse geschaffen werden, die sich von der Liesing über den 2024 geschaffenen Tangentenpark bis zum Hauptbahnhof erstreckt.

Um Nutzer*innen zu sensibilisieren und zu lenken, legt das Konzept einen großen Schwerpunkt auf Themenwege, Themenspaziergänge und generell die Bewusstseinsschaffung für die Landwirtschaft und ihre Erfordernisse. Die Bedeutung dieser Thematik wird auch durch die kurzfristige Auseinandersetzung mit entsprechenden Maßnahmen im Konzept unterstrichen.

Aber auch Maßnahmenbündel, die eine bessere Beleuchtung des Radwegs in Schwechat umfassen und eine Verbesserung der Alltags- und Erholungsinfrastruktur mit sich bringen, sind im Maßnahmenkatalog vorgesehen.

Nicht zuletzt sollen in Rothneusiedl selbst im Rahmen der Entwicklung des neuen Stadtteils 25 ha öffentlicher Grünraum geschaffen werden, der allen zur Verfügung steht.

Grüngürtel mit Geschichte

1905 wurde mit dem Beschluss des Wiener Wald- und Wiesengürtels die Basis für den Erhalt der wertvollen Grünräume in Wien und im Wiener Umland gelegt. Rund 100 Jahre später wurden weitere übergeordnete Landschaftsräume als Teil dieses übergeordneten Grünraumsystems ausgewiesen. In den vergangenen Jahren wurde die Gemeinde- und Landesgrenzen überschreitende Kooperation dabei intensiviert, um den Grünraum in Wien und im Wiener Umland nachhaltig zu stärken und zu sichern.

Der Schutz dieser Großgrünräume, die die Großstadt mit dem Umland verbinden und für alle Bewohner*innen der Region eine zentrale Lebensgrundlage bilden, ist immer auch eine Kooperation mit Niederösterreich und den niederösterreichischen Nachbargemeinden. Biosphärenpark Wienerwald und der Nationalpark Donau-Auen sind dabei die größten und prominentesten Beispiele.

Mit dem Regionalpark DreiAnger an der nordöstlichen Stadtgrenze wurde das erste Kooperationsprojekt zwischen Wien (Bezirke Floridsdorf und Donaustadt), Niederösterreich und einer Umlandgemeinde (Gerasdorf), umgesetzt. Dieses behandelte als räumliche Klammer Grünraumthemen zur gemeinsamen Entwicklung des Landschaftsraums. Auch hier standen bzw. stehen neben der langfristigen Sicherung des Grünraums punktuelle Maßnahmen zur Aufwertung der Landschaft in ökologischer Hinsicht und für die Naherholung im Mittelpunkt.


Quelle: Stadt Wien



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