Verteidigungsfähigkeit benötigt einsatzbereite Soldaten

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Verteidigungsfähigkeit benötigt einsatzbereite Soldaten
Foto: ÖA JgB TIROL
24 Jul 15:00 2026 von OTS Print This Article

Kommandanten der selbstständig strukturierten Milizbataillone fordern rasche Umsetzung von „Österreich PLUS“ zur Stärkung der militärischen Landesverteidigung

Die Kommandanten der selbstständig strukturierten Milizbataillone des Österreichischen Bundesheeres sprechen sich für die rasche Umsetzung der Empfehlungen der Wehrdienstkommission aus. Diese umfassen insbesondere das Wehrdienstmodell „Österreich PLUS“ sowie eine Verlängerung des Zivildienstes auf mindestens zwölf Monate. Ziel ist es, die personelle Einsatzbereitschaft des Österreichischen Bundesheeres nachhaltig zu stärken und damit die militärische Landesverteidigung Österreichs langfristig sicherzustellen.

„Die sicherheitspolitische Lage in Europa hat sich grundlegend verändert. Österreich benötigt ein Bundesheer, das nicht nur modern ausgerüstet, sondern auch personell ausreichend aufgestellt und einsatzbereit ist. Verteidigungsfähigkeit benötigt einsatzbereite Soldaten. Soldaten, die umfassend ausgebildet sind, regelmäßig gemeinsam üben und im Ernstfall als eingespielter Verband handeln können“, betonen die Kommandanten.

Miliz ist tragende Säule der Landesverteidigung

Die Kommandanten verweisen auf den Landesverteidigungsbericht 2026/27. Der derzeitige Mobilmachungsrahmen des Bundesheeres umfasst rund 55.000 Soldatinnen und Soldaten. Bereits heute wird der überwiegende Teil der Mobilmachungsorganisation durch die Miliz beziehungsweise beorderte Wehrpflichtige des Milizstandes gestellt. Mit der geplanten Erhöhung der Mobilmachungsstärke auf 75.000 Soldatinnen und Soldaten bis 2032 sowie langfristig auf 110.000 Soldatinnen und Soldaten wird die Bedeutung der Miliz weiter zunehmen.

Die Kommandanten weisen darauf hin, dass eine höhere Mobilmachungsstärke allein noch keine höhere Verteidigungsfähigkeit bedeutet. Entscheidend ist, dass die vorgesehenen Soldatinnen und Soldaten umfassend ausgebildet, konkreten Funktionen zugeordnet, regelmäßig gemeinsam üben und kurzfristig mobilisierbar sind.

? Verteidigungsfähigkeit benötigt einsatzbereite Soldaten – und nicht nur Organisationspläne. ?

Umsetzung von „Österreich PLUS“

Wir fordern als Verantwortungsträger für viele tausend Milizsoldaten die rasche Umsetzung der von der Wehrdienstkommission empfohlenen Maßnahmen. Diese umfassen insbesondere das Wehrdienstmodell „Österreich PLUS“ sowie eine Verlängerung des Zivildienstes auf mindestens zwölf Monate. Dadurch werden die personellen Voraussetzungen geschaffen, um die angestrebte Mobilmachungsstärke mit ausreichend ausgebildeten Soldatinnen und Soldaten zu hinterlegen und die Einsatzbereitschaft des Bundesheeres nachhaltig zu stärken.

Das Modell „Österreich PLUS“ sieht einen achtmonatigen Grundwehrdienst mit abgeschlossener Basisausbildung und Truppenausbildung sowie eine anschließende Beorderung in die Miliz und insgesamt 60 Tage verpflichtende Milizübungen vor. Die Verlängerung des Zivildienstes auf mindestens zwölf Monate trägt dazu bei, das Gleichgewicht zwischen Wehrdienst und Zivildienst zu wahren und die personellen Voraussetzungen für die militärische Landesverteidigung langfristig sicherzustellen.

Appell an die politischen Entscheidungsträger

„Die militärische Landesverteidigung darf nicht nur in strategischen Dokumenten vorgesehen sein. Sie muss in der militärischen Realität vorhanden sein. Motivation ersetzt keine Ausbildung. Ausrüstung ersetzt kein Personal. Mobilmachung ersetzt keine Einsatzvorbereitung. Deshalb braucht Österreich jetzt die notwendigen politischen Entscheidungen. Denn moderne Ausrüstung allein genügt nicht. Verteidigungsfähigkeit benötigt einsatzbereite Soldaten.“

Über die Initiative

Die Initiative wird von den Kommandanten der selbstständig strukturierten Milizbataillone des Österreichischen Bundesheeres getragen. Sie sind für die Führung ihrer Milizverbände im Einsatz sowie für deren Ausbildung und Einsatzvorbereitung verantwortlich.
Das österreichische Bundesheer basiert auf einem Milizsystem. Den überwiegenden Teil der Soldatinnen und Soldaten der Einsatzorganisation bilden sogenannte „Bürger in Uniform“: Sie üben ihre militärische Funktion neben Beruf, Familie oder Studium aus und stehen im Bedarfsfall für die militärische Landesverteidigung bereit. Auch die Kommandanten der Milizbataillone nehmen ihre Führungsfunktion neben ihrem zivilen Beruf wahr und bringen ihre langjährige militärische Führungserfahrung in die sicherheitspolitische Diskussion ein.
Die Initiative versteht sich ausdrücklich als überparteilicher sicherheitspolitischer Beitrag.


Quelle: OTS



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