Innsbruck: Symposium stellte Barrierefreiheit im Tourismus in den Fokus

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Die TeilnehmerInnen des Symposiums rund um Vizebürgermeister Franz X. Gruber (hinten r.) machten sich ein Bild der Patscherkofelbahn.
Foto: IKM/Hofer
06 Mär 14:00 2019 von Redaktion Salzburg Print This Article

TeilnehmerInnen machten sich ein Bild von der Patscherkofelbahn

Seit 2018 strebt das Projekt GATE (Granting Accessible Tourism für Everyone), an dem neben salzburger und italienischen Partnern aus Südtirol und Venetien, die Universität Innsbruck beteiligt ist, Barrierefreiheit im Tourismus – und damit inklusiven Tourismus – an. Dieser ermöglicht intensive Reiseerlebnisse für alle, unabhängig von psychischen und sprachlichen Barrieren und persönlichen Behinderungen. Im Zuge eines zweitägigen Symposiums in Innsbruck tauschten sich ExpertInnen auf diesem Gebiet aus. Ein Programmpunkt der Veranstaltung fand am Patscherkofel statt. Die neue Bahn, die auch mit Rollstuhl und Kinderwagen gut zugänglich ist, diente dabei als Vorzeigebeispiel.

Vizebürgermeister Franz X. Gruber, der die TeilnehmerInnen der Veranstaltung am Innsbrucker Hausberg begrüßte, erklärte: „Es freut mich, dass dieses Thema genau hier am Patscherkofel besprochen wird. Die barrierefreie Bahn ist ein Angebot für alle. Von diesen sollte es viel mehr geben und genau deshalb wird es beim Projekt ,GATE‘ thematisiert. Barrierefreiheit gilt es weiterzudenken, denn sie ist für eine sehr große Gruppe wichtig: Neben Menschen mit Behinderung profitieren vor allem auch ältere Menschen davon.“ Mag. (FH) Adrian Egger von den Patscherkofelbahnen ergänzt: „Gerade eine so stadtnahe Bergbahn muss für alle zugänglich sein – das ist uns sehr gut gelungen.“

„Barrierefreiheit bedeutet mehr als ,rollstuhlgerecht‘. Deswegen freut es mich besonders, dass in Kooperation mit dem Behindertenbeirat auch die zahlreichen anderen Aspekte, etwa für Blinde und Gehörlose, bei der Planung der Patscherkofelbahn berücksichtigt wurden. Projekte wie GATE zeigen, wie wichtig es ist, diese Sichtweise in alle Bereiche des Tourismus zu bringen und zu zeigen, dass es eine Investition in die Zukunft ist, auf Barrierefreiheit für alle zu setzen“, ist es für Stadträtin Mag.a Elisabeth Mayr wichtig zu betonen, dass eine Rampe alleine noch keine Barrierefreiheit darstellt.

„Der Behindertenbeirat der Stadt Innsbruck wurde im Laufe des Projekts der Patscherkofelbahn eingebunden. Die Architekten wie auch die Innsbrucker Verkehrsbetriebe haben die Vorschläge, Einwände und Bedenken der Behindertenvertreterinnen und -vertreter in ihre Planungen aufgenommen und umgesetzt. Somit können wir heute alle diese Bergbahn benutzen und den Gästen aus aller Welt sowie den Teilnehmerinnen und Teilnehmer von GATE diese Bahn präsentieren“, freut sich die Vorsitzende des Behindertenbeirates Mag.a Dr.in Elisabeth Rieder über die gelungene Zusammenarbeit.

Mag. Hannes Lichtner, Geschäftsleiter des ÖZIV Tirol – Interessenvertretung für Menschen mit Behinderungen, ergänzt zum Projekt: „Es ist wichtig, dass Menschen mit Behinderungen in die Entwicklung von barrierefreien Tourismusangeboten eingebunden sind und ihre Ansichten und Erfahrungen miteinfließen. Neben der Verbesserung der Dienstleistungsqualität durch inklusive Angebote, geht es vor allem auch um die Umsetzung von Teilhaberechten.“

Auch dürfen die Marktchancen von Barrierefreiheit im Tourismus nicht unterschätzt werden. „Auch Menschen mit Behinderung bzw. jene, denen Barrierefreiheit zugutekommt, wollen und sollen ihre Ferien genießen – das ist eine bedeutende Zielgruppe“, erklärte Universitätsprofessor Dr. Mike Peters vom Institut für Strategisches Management, Marketing und Tourismus. Sein Kollege MMag. Alexander Plaikner ergänzte: „Im Rahmen des Symposiums wurden interessante Ansätze diskutiert und Entwicklungspotenzial aufgezeigt. Einig waren sich alle Beteiligten bei der Tatsache, dass durchgängige barrierefreie Serviceketten notwendig sind, um inklusiven Tourismus möglich zu machen.“

Projektziele

Neben Leitlinien für Barrierefreiheit, grenzüberschreitende Beschilderungen und Kommunikationsformen verfolgt das Projekt zahlreiche weitere Ziele wie zum Beispiel die Einrichtung eines „Help Desk“ für inklusiven Tourismus und die Förderung innovativer Mobilitätskonzepte. „Tourismus bedeutet nämlich nicht nur vom Tal auf den Berg zu kommen – es geht dabei auch um ganz andere Dinge, wie etwa die Entwicklung von Applikationen, die anzeigen wo sich freie Behindertenparkplätze befinden“, weiß Vizebürgermeister Gruber.

Durch die Bündelung der Kräfte lokaler und regionaler Regierungen, privater AkteurInnen und Forschungszentren soll der inklusive Tourismus zu einer Stärke des Alpenraums werden. Dafür wird im Rahmen des Kooperationsprogramms „Interreg V-A Italien – Österreich“ grenzübergreifend zusammengearbeitet.


Quelle: Stadt Innsbruck



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