Burgenland: Schulsozialarbeit - unterstützen, fördern und begleiten in schwierigen Lebenssituationen

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Landesrat Leonhard Schneemann und Landesrätin Daniela Winkler präsentierten Details zum Projekt „Schulsozialarbeit“. V.l. LRin Winkler, LR Schneemann, Tanja Tegeltija, die ab Dezember an Schulen in den Bezirken Eisenstadt-Umgebung und Mattersburg als Schulsozialarbeiterin tätig sein wird
Bildquelle: Bgld. Landesmedienservice
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Landesrat Leonhard Schneemann und Landesrätin Daniela Winkler präsentierten Details zum Projekt „Schulsozialarbeit“. V.l. LRin Winkler, LR Schneemann, Tanja Tegeltija, die ab Dezember an Schulen in den Bezirken Eisenstadt-Umgebung und Mattersburg als Schulsozialarbeiterin tätig sein wird
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Landesrat Leonhard Schneemann und Landesrätin Daniela Winkler präsentierten Details zum Projekt „Schulsozialarbeit“. V.l. LRin Winkler, LR Schneemann, Tanja Tegeltija, die ab Dezember an Schulen in den Bezirken Eisenstadt-Umgebung und Mattersburg als Schulsozialarbeiterin tätig sein wird
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01 Dez 10:00 2020 von Redaktion Salzburg Print This Article

Fünf Schulsozialarbeiter sind ab sofort landesweit an 23 burgenländischen Schulen landesweit tätig

Schulsozialarbeiter sollen künftig als individuelle Unterstützung für SchülerInnen und als Schnittstelle zwischen Schule, Familie und behördlichen Stellen fungieren. Sie sollen als Ergänzung zu bestehenden Stützsystemen wie Schulpsychologie, Schulassistenz oder Beratungslehrern an Schulen implementiert werden. Soziallandesrat Leonhard Schneemann und Bildungslandesrätin Daniela Winkler präsentierten heute, Montag, Details dazu. Ab 1. Dezember sind fünf Schulsozialarbeiter an 23 Schulen im Burgenland tätig.

„Mit diesem an den Schulen integrierten niederschwelligen Unterstützungsangebot soll das burgenländische Schulsystem weiterentwickelt werden. Durch den verstärkten Einsatz von Schulsozialarbeitern sollen junge Menschen in ihrer individuellen, sozialen, schulischen und beruflichen Entwicklung gefördert und in schwierigen Situationen begleitet werden, um ihnen dadurch den Weg in das Berufsleben zu erleichtern“, erläuterte Schneemann. Es lasse sich schwer eine Trennlinie zwischen schulischen und privaten Themen ziehen, sagte Winkler. „Probleme in der Schule können das Familiengefüge belasten. Umgekehrt leiden viele Kinder unter einer schwierigen familiären Situation, die sich dann in den schulischen Leistungen niederschlägt. Das erfordert einen übergreifenden Einsatz in beiden Bereichen. Mit dem Instrument der Schulsozialarbeit haben wir Voraussetzungen geschaffen, um den Bereich Schule und Soziales aus einer Hand bedienen zu können. Denn die Hilfe bestehender Kräfte endet oft am Schultor“.

Abgesehen von einer lokalen Initiative im Bezirk Mattersburg und einem Pilotprojekt im Bezirk Neusiedl sei Schulsozialarbeit im Burgenland ein brachliegendes Feld. Nun soll Schulsozialarbeit als Ergänzung zu schulinternen Stützsystemen wie Schulpsychologie, Schulassistenz oder Beratungslehrern an Schulen implementiert werden. „Sie soll diese etablierten Instrumente aber nicht ersetzen“, streicht Schneemann den wesentlichen Unterschied hervor. „Während sich etwa Beratungslehrer auf schulinterne Abläufe fokussieren, kann die Schulsozialarbeit im Bedarfsfall in die außerschulische Lebenswelt, also etwa Familie oder Freizeit, einschreiten“.

Ab sofort sollen fünf Personen flächendeckend eingesetzt werden und vom Norden bis in den Süden 23 Schulen abdecken. Um Standortnähe zu gewährleisten, sind die jeweiligen Bezirkshauptmannschaften die Dienststellen. Bereits im Dezember 2019 war die Ausschreibung erfolgt, coronabedingt habe es jedoch Verzögerungen gegeben. Mit dem Schuljahr 2020 konnten alle fünf Schulsozialarbeiter eingestellt werden, die nunmehr mit 1. Dezember 2020 ihren Dienst antreten.

Voraussetzungen für die Anstellung sind der Abschluss einer in Österreich anerkannten Ausbildung für Sozialarbeit oder ein BA einer Fachhochschule, eine mehrjährige einschlägige Erfahrung in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen oder Erfahrungen in der Kinder- und Jugendhilfe bzw. offenen Jugendarbeit. Der Einsatz erfolgt auf Basis eines Kooperationsvertrags zwischen dem Land und der Bildungsdirektion. „Die Fälle werden anonym behandelt, die Fachaufsicht liegt beim Referat für Kinder- und Jugendhilfe“, betont Winkler. Die Arbeit findet überwiegend einzeln statt, aber auch mit Schülergruppen oder in der Klasse. Schulsozialarbeit werde nicht von oben verordnet, sie ist für die jeweilige Schule freiwillig: „Sie muss im Schulgemeinschaftsausschuss beschlossen werden“.

Gründe für Unterstützung seien mangelnde Förderung aufgrund von Defiziten in der Familie, auffälliges Sozialverhalten, Integrationsschwierigkeiten, sozialpsychologische oder –psychiatrische Diagnosen und Konfliktsituationen, die von der Schule nicht bearbeitet werden können, Krisen oder Mobbing.

Warum Schulsozialarbeit? Schneemann nennt soziale wie auch arbeitsmarktpolitische Aspekte. „Die Schulsozialarbeiter fungieren als Schnittstelle zwischen Schülern, Lehrern und Eltern. Dass sie ‚Schulfremde‘ und nicht den Direktoren unterstellt sind, erlaubt es ihnen, ein spezielles Vertrauen zu den Kindern aufzubauen. Sie können in Problemfällen vermitteln und individuell auf die Kinder eingehen. Und schließlich können wir mit Schulsozialarbeit die Folgekosten durch Schulabbrüche und die Nichterlangung einer Berufsausbildung späterer Arbeitslosigkeit und auch dem Abgleiten in die Mindestsicherung entgegenwirken. Jede Person ohne entsprechende Schul- und Berufsausbildung schlägt sich in Zukunft mit Ausgaben im Sozialbereich von bis zu 270.000 Euro nieder“.

Bis 2021 sollen insgesamt acht landesweit tätige Schulsozialarbeiter fix angestellt sein.


Quelle: Land Burgenland



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