Wien: Schulbeginn bringt für Öffi-Fahrgäste dichtere Intervalle und mehr Angebot
Das neue Schuljahr bringt auch einige Neuerungen bei den Öffis. Die verlängerte Linie 18 hat ihre erste Arbeitswoche und bringt auch ein neues Buskonzept rund ums Stadion mit sich. Die Intervalle werden bei einigen Linien im Zuge der S-Bahn-Stammstreckensperre der ÖBB verdichtet. Die Innenstadtlinien werden neu geordnet und fahren nun auch in die Nachbarbezirke. Und aus der Haltestelle „Ring, Volkstheater“ wird die Haltestelle „Parlament, U Volkstheater“.
Linie 18 ab 5. September bis zur U2 Stadion unterwegs
Pünktlich zu Schulbeginn nimmt die verlängerte Linie 18 den Betrieb auf. Ab 5. September ist der 18er auf der 3,1 Kilometer langen Neubaustrecke durch den Prater bis zur U2-Station Stadion unterwegs, insgesamt wurden sieben neue Haltestellen errichtet. Die Straßenbahnen fahren dann künftig im 6-Minuten-Intervall von der U6 Burggasse-Stadthalle über Westbahnhof, Hauptbahnhof, St. Marx und U3 Schlachthausgasse weiter durch den Prater bis zur U2 Stadion. Damit wird die Straßenbahnlinie 18 zu einer starken Ost-West-Tangente mit Umsteigemöglichkeiten zu fünf U-Bahn-Linien, der S-Bahn sowie zum Nah- und Fernverkehr. Sie bindet Stadtentwicklungsgebiete wie das Viertel Zwei und Village im Dritten, den Prater, Sport- und Freizeiteinrichtungen sowie den künftigen Fernbus-Terminal besser an das Öffi-Netz an und ermöglicht Umstiege auf U1, U2, U3, U4 und U6. Ein weiterer positiver Nebeneffekt der Linie 18: Während der S-Bahn-Stammstreckensperre der ÖBB bietet sie eine großräumige Ausweichmöglichkeit im Osten Wiens.
Ab 5. September: Neues Buskonzept rund um die neue Linie 18
Ab der Inbetriebnahme der Linie 18 wird auch das Busangebot rund um Stadion, Schlachthausgasse und Neu Marx neu geordnet. Die Linie 18 übernimmt die bisherige Strecke des 77A bis zur U2-Station Stadion. Der 77A fährt dann vom Rennweg über die Schlachthausgasse bis nach Neu Marx und übernimmt ab der Schlachthausgasse die bisherige Strecke vom 80A. Öffi-Fahrgäste können sich auf längere Betriebszeiten freuen: Die Strecke Rennweg–Neu Marx wird dann sieben Tage die Woche von ca. 05:00 – 00:30 Uhr vom 77A angefahren. Zwischen Lusthaus und Stadion ist die neue Buslinie 78A unterwegs. Auch beim 80A gibt es Anpassungen: Dieser fährt ab 5. September im dichteren Intervall zwischen Praterstern und Schlachthausgasse.
Citybusse fahren ab 7. September auch in die Nachbarbezirke
Durch neue Routenführungen der Linien 2A und 3A sowie 57A wird die öffentliche Verbindung zwischen City und Nachbarbezirken gestärkt, die Linien zuverlässiger gemacht sowie Wohngebiete öffentlich besser angebunden. Bei der Planung wurde darauf geachtet, dass die Öffis von beliebten Fiaker-Routen getrennt werden und somit nicht mehr ausgebremst werden. Die Linie 2A wird über die Innenstadt hinaus in den zweiten Bezirk verlängert und bindet den Karmelitermarkt sowie den Augarten an. Damit können Öffi-Fahrgäste direkt von der Innenstadt ins grüne Naherholungsgebiet fahren. Der 3A übernimmt teilweise Stationen der Linie 2A und bindet künftig das Wohngrätzl um die Seilerstätte besser an. Die Linie verkehrt ausgehend von ihrer bisherigen Route über den Schwarzenbergplatz bis zur neuen Endhaltestelle bei der Oper. Der 57A wird 2027 bis zur Oper verlängert.
Mehr Tempo – Linie O wurde beschleunigt, dichtere Intervalle auf vielen Linien für S-Bahn-Stammstreckensperre der ÖBB ab 7.9.
Die Linie O wurde als wichtige Ausweichroute für die S-Bahn-Stammstreckensperre der ÖBB mit mehreren Maßnahmen im Rahmen der Beschleunigungsoffensive „Mehr Tempo für Bus und Bim“ noch zuverlässiger gemacht. An der Kreuzung Landstraßer Gürtel/Fasangasse wurde ein neues Ampelprogramm in Betrieb genommen. Dadurch werden die Stehzeiten der Straßenbahnen in beide Fahrtrichtungen reduziert. Durch schlecht geparkte Fahrzeuge kam es immer wieder zu Behinderungen der Straßenbahn in der Radetzkystraße. Durch die teilweise Erneuerung der Parkplatzmarkierung wurde Abhilfe geschaffen. In der Ungargasse sorgt ein Parkverbot vor der Invalidenstraße dafür, dass der PKW-Verkehr bereits früher von den Bim-Gleisen getrennt wird und somit die Linie O in Fahrtrichtung Bruno-Marek-Allee nicht mehr durch Rückstau an der Kreuzung aufgehalten wird. Bislang haben Straßenbahnen dort bis zu eineinhalb Minuten verloren. Während der S-Bahn-Stammstreckensperre ist die Linie O ausschließlich mit Langfahrzeugen in einem 5-Minuten-Intervall unterwegs.
Damit Wien auch während der S-Bahn-Stammstreckensperre der ÖBB ab 7. September mobil bleibt, haben die ÖBB und Wiener Linien gemeinsam mit dem Österreichischen Institut für Raumplanung ein umfangreiches Verkehrskonzept entwickelt. Dabei wird auf die Stärke des gesamten leistungsfähigen Öffi-Netzes gesetzt. Zu den Maßnahmen zählen Umleitungen im ÖBB-Verkehr, Ersatzverkehre und zusätzliche Verbindungen, dichtere Intervalle bei U-Bahn und Straßenbahn sowie umfassende Fahrgastinformation und Lenkung vor Ort. Die U1 fährt in Spitzenzeiten im 2-Minuten-20-Sekunden-Intervall, die U2 im 3-Minuten-20-Sekunden-Intervall, die U4 im Bereich von 3 bis 3 Minuten 20 Sekunden und die U6 im dichten 2-Minuten-40-Sekunden-Intervall. Auf der U6 sorgt zusätzlich ein Reservezug in der Morgenspitze für mehr Stabilität. Neben der Linie O wird auch die Straßenbahnlinie 62 verdichtet und ist während der S-Bahn-Stammstreckensperre der ÖBB im 7,5-Minuten-Intervall unterwegs. Sie wird über den Matzleinsdorfer Platz und Hauptbahnhof bis Quartier Belvedere geführt. Gemeinsam mit der Verlängerung der Linie 18 zu U2 Stadion stehen den Fahrgästen viele zusätzliche Kapazitäten im Wiener Öffi-Netz zur Verfügung.
Kürzere Intervalle in Währing: Linien 40 und 41 fahren öfter
Kürzere Wartezeiten auf die nächste Straßenbahn erwartet Öffi-Fahrgäste ab 7. September in Währing: Die Linie 40 fährt von Montag bis Freitag untertags alle 7,5 Minuten (statt bisher alle 10 Minuten), zu den morgendlichen Stoßzeiten im 6-Minuten-Takt (statt bisher 7,5 Minuten). Der 41er wird wochentags zur Stoßzeit in 4- bis 5-Minuten-Intervallen unterwegs sein (bisher 7,5 bis 10 Minuten), und kommt tagsüber alle 6 bis 7,5 Minuten (bisher alle 10 Minuten).
Aus Haltestelle „Ring, Volkstheater“ wurde „Parlament, U Volkstheater“
Die Haltestelle Parlament wird seit Juli nicht mehr eingehalten. Ebenfalls im Rahmen der Beschleunigungsoffensive „Mehr Tempo für Bus und Bim“ wurde die Haltestelle Parlament aufgelassen und das beschleunigt die Ringlinien 1, 2, 71 und D bereits spürbar.
Bislang konnte es passieren, dass ein Fahrzeug der Linie 2 aufgrund eines Aufenthalts in der Station Parlament sein Abbiegefenster in Richtung Stadiongasse verpasst und so eine nachfolgende Straßenbahn auch daran hindert, ihre Grünphase in Richtung Schottentor wahrzunehmen. So haben Fahrgäste in diesem Fall bislang über zwei Minuten Zeit verloren.
Analysen haben gezeigt, dass die benachbarten Haltestellen „Ring, Volkstheater U“ und „Rathausplatz, Burgtheater“ um ein Vielfaches mehr genutzt werden. Die umliegenden Haltestellen sind nur rund 200 Meter von der Haltestelle Parlament entfernt und liegen damit weit unter dem durchschnittlichen Haltestellenabstand im Bim- und Bus-Netz von ca. 400 Metern. Die nächstgelegene Haltestelle „Ring, Volkstheater U“ ist zudem ein zentraler Umsteigeknoten zu den Linien U3, 46, 49, 1, 2, 71, D und 48A. Damit das Parlament weiterhin im Netzplan der Wiener Linien vertreten und für Fahrgäste klar ersichtlich ist, wurde die Haltestelle „Ring, Volkstheater U“ Ende August in „Parlament, U Volkstheater“ umbenannt.
Quelle: Stadt Wien
