Österreich: Regionalkultur versus Fußballkultur

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Regionalkultur versus Fußballkultur
Foto: Franz Gleiß
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Regionalkultur versus Fußballkultur
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Regionalkultur versus Fußballkultur
Foto: Franz Gleiß
18 Mai 18:00 2026 von OTS Print This Article

Tracht oder Trikot? Rasen oder Musikbühne? Die Kultur.Region.Niederösterreich widmet sich anlässlich der Fußball-WM den Gemeinsamkeiten der Regionalkultur und des Fußballkults.

Ob 11 Fußballspieler eines Teams über den grünen Rasen stürmen, ob eine Musikschulband sich zu musikalischen Höhen aufschwingt oder eine Künstlergruppe an einem gemeinsamen Projekt arbeitet: Sie alle sind auf der Jagd nach dem perfekten Zusammenspiel. Sie alle haben den Zug aufs Tor, wenn es um Engagement, Beherztheit und Gemeinsamkeit geht. Sie alle sind begeistert bei der Sache – ob das Ergebnis nun ein Sieg ist, ein gelungener Auftritt oder eine gut besuchte Ausstellung.

Im Juni und Juli feiert die Fußballkultur Hochsaison, wenn Groß und Klein die Fußball-WM mitverfolgt. Mit mehr als 500 Vereinen und 2.000 Mannschaften hat der Fußball in Niederösterreich eine Kraft, die sich mit einer weiteren, tief verankerten Kultur vereint: der Regionalkultur mit mehr als 250.000 Akteurinnen und Akteuren, darunter mehr als 63.000 Musikschülerinnen und Musikschüler, 1.400 Chöre und Vokalensembles, tausende Bands und Tanzgruppen, 800 Museen und Sammlungen, 260 Büchereien. Wiewohl Fußballkultur und regionale Kultur auf den ersten Blick unterschiedlich sind, vereint sie einiges: Die einen tragen Tracht, die anderen Trikot. Die einen jagen gemeinsam das runde Leder über den Rasen, die anderen verfolgen in Bands, Musikschul- oder Künstlergruppen ihr künstlerisches Ziel. Und: Kulturakteurinnen und -akteure greifen ebenso zur Tröte wie Fußballfans in den Regionen kulturell engagiert sind.

Regionalkultur und Fußballkult mit Josef Pröll, Irene Fuhrmann...

Den Gemeinsamkeiten und Unterschieden beider Spielarten der Breiten- und Alltagskultur in Niederösterreich widmet sich die Kultur.Region.Niederösterreich anlässlich der Fußball-WM mit der sportlichen Begegnung „Regionalkultur versus Fußballkultur“ am Dienstag, 26. Mai, ab 14.30 Uhr (Einlass ist ab 13.30 Uhr) im NV-Forum in der Neue Herrengasse 10 im Landhausviertel St. Pölten. Bei der Diskussionsrunde dabei: ÖFB-Aufsichtsratsvorsitzender Josef Pröll, Diözesanbischof Alois Schwarz, UEFA-Beauftragte Irene Fuhrmann sowie Volkskultur Niederösterreich-Geschäftsführer Harald Froschauer. Eine Keynote zum Thema wird Brigitta Schmidt-Lauber, Vorständin des Instituts für Europäische Ethnologie an der Uni Wien, halten. Mit von der Partie ist Kabarettist, Musiker und Schauspieler Markus Linder. Anmeldung für die Diskussionsveranstaltung „Regionalkultur versus Fußballkultur“ ist erbeten: [email protected]

„Der Fokus wird sich in den nächsten Wochen bei vielen Menschen auf die Fußball-WM konzentrieren. Wir wollen bewusst einen anderen Ansatz wählen. Was verbindet? Was trennt? Was bleibt?“, betont Kultur.Region.Niederösterreich-Geschäftsführer Martin Lammerhuber. „Regionalkultur und Fußballkultur verbindet der Gemeinschaftsgeist, die Nachwuchsarbeit, das Fairplay, die Freiwilligenarbeit. Beide Bereiche würden ohne die vielen Freiwilligen nicht funktionieren.“

Trikots und Trompeten, Musikschule und Stadion

„Elfmeter“ für die Regionalkultur: Die Leidenschaft beim Anfeuern, die Identifikation mit den Akteuren am Feld und das Engagement etwa beim Organisieren eines Public Viewing-Events sind es, die auch dem kulturellen Engagement in den Regionen zugrunde liegen. Da sind die heimlichen Geschwister Fußball und Regionalkultur einander sehr ähnlich: Emotion und Engagement, Freude und Feuer, Identifikation und Idealismus.

Auch in der Regionalkultur kommt es etwa bei Bewerben zum Messen der Kräfte, und auch beim Phänomen Fußball geht es um die Pflege einer Art der Kultur. Für den einen haben Trachtenanzüge, Band-Shirts und Trompeten einen hohen Stellenwert, für den anderen wiederum Trikots, Fahnen und Tröten. Fußball wird in den Regionen bereits im jungen Alter gespielt und zelebriert, ebenso wie das Mitwirken in der Blasmusikkapelle, der Gang zur Musikschule und das Engagement bei Bräuchen, Proben und Auftritten. Das Stadion der Kulturakteurinnen und Kulturakteure ist das Bühnenwirtshaus, die Galerie, die Leseecke, der Gemeindesaal, die Musikschule, das Museum. Das kulturbewusste Publikum der Kickerinnen und Kicker ist die treue Fanschar, die mit ihnen eine gemeinsame Liebe für den Sport pflegt.

Keineswegs kurz kommen darf beim Vergleich der nur scheinbar ungleichen Geschwister das soziale Engagement. Von klein auf lernen die Fußballerinnen und Fußballer von morgen, was es bedeutet, sich in einer Gruppe zu bewegen, miteinander auf ein Ziel zuzusteuern und füreinander einzustehen. Von klein auf nehmen Musikschülerinnen und Musikschüler aufeinander Rücksicht, fügen sich in Melodie, Rhythmus, Tempo und Darbietung ein. Und feiern Erfolge immer gemeinsam, weil bei beiden niemand im Abseits stehen muss.


Quelle: OTS



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