Tirol: Podcast „ins Land einihören" - Folge 23
Copyright: Land Tirol
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Diana Ortner, Vorständin der Abteilung Bodenordnung des Landes Tirol, spricht über Dorferneuerung, BürgerInnenbeteiligung und die Zukunft der Tiroler Gemeinden
- Von neuen Dorfplätzen bis zu modernen Schulen: Wie Gemeinden gemeinsam mit der Bevölkerung ihren Lebensraum gestalten
- Gemeinde Lans als Erfolgsbeispiel: Europäischer Dorferneuerungspreis 2026 in Gold
Gasthäuser schließen, Dorfzentren verändern sich und Schulen müssen neuen Anforderungen gerecht werden. Gleichzeitig entstehen in Tirols Gemeinden neue Ideen für das Zusammenleben. Doch wie können Dörfer lebendig bleiben, ohne ihren Charakter zu verlieren? Darüber spricht Diana Ortner, Vorständin der Abteilung Bodenordnung des Landes Tirol, mit Moderator Dénes Széchényi in der aktuellen Folge des Landes-Podcasts „ins Land einihören“. Sie gibt Einblicke in die Geschäftsstelle für Dorferneuerung, erzählt von erfolgreichen Projekten in Tiroler Gemeinden und erklärt, warum es für eine gelungene Dorfentwicklung vor allem eines braucht: Menschen, die sich einbringen. Zu hören ist die Folge auf tirol.gv.at/podcast, allen gängigen Podcast-Plattformen und auf dem YouTube-Kanal des Landes.
Wenn traditionelle Treffpunkte verschwinden, entstehen neue Ideen
Wenn Gasthäuser schließen, Nahversorger verschwinden und gewohnte Treffpunkte verloren gehen, verändert sich auch das Zusammenleben in den Gemeinden. Für Ortner ist das Teil eines gesellschaftlichen Wandels, auf den es neue Antworten braucht. Dabei müsse es nicht immer um Erweiterung gehen: „Wir sind immer getrieben vom ewigen Wachstum. Aber ich denke, auch eine Gesellschaft, die eine gewisse Größe hat und gut funktioniert, ist erstrebenswert. Uns ist wichtig, dass die Dörfer lebenswert und attraktiv bleiben – für die Bewohnerinnen und Bewohner, aber auch für die Wirtschaftstreibenden.“ Die Geschäftsstelle für Dorferneuerung unterstützt Gemeinden dabei, Dorfzentren attraktiv zu gestalten und mit Leben zu füllen, leerstehende Gebäude zu renovieren und sie damit wieder einer Nutzung zur Verfügung zu stellen oder auch historische Gemäuer erhalten und so das baukulturelle Erbe Tirols zu schützen.
Mit neuen Formaten wie den sogenannten Dorfoasen möchte die Dorferneuerung zusätzliche Begegnungsräume schaffen. In St. Johann in Tirol entsteht etwa ein langer Tisch als Treffpunkt für Jung und Alt. In Zirl wiederum haben Jugendliche an der Gestaltung eines öffentlichen Platzes mitgewirkt. Auch Dorfspaziergänge, bei denen BewohnerInnen ihre Gemeinde aus einer neuen Perspektive kennenlernen, gehören zu den Angeboten.
Erfolgsbeispiel Lans: Wenn aus Ideen lebendige Dorfzentren werden
Wie erfolgreiche Dorferneuerung aussehen kann, zeigt die Gemeinde Lans im Bezirk Innsbruck-Land, die 2026 mit dem Europäischen Dorferneuerungspreis in Gold ausgezeichnet wurde (mehr dazu in der Presseaussendung vom Juli 2026). Hier wurden innovative Ansätze für akute Herausforderungen im Ort im Dialog mit der Bevölkerung gefunden und umgesetzt: „Die Lanser haben einen langen, mühsamen Weg erfolgreich absolviert. Angefangen bei den Dorfgesprächen ist es ihnen gelungen, die Bürgerinnen und Bürger in die wichtigsten Entscheidungsprozesse einzubinden und die Entwicklung gemeinsam zu gestalten“, erklärt Ortner. Entstanden sind unter anderem eine neue Dorfmitte sowie ein innovativer Schul- und Kindergartenbau.
Gerade die Gestaltung moderner Lernräume ist der promovierten Architektin ein Anliegen. „Erfolgreiches Lernen hängt auch mit dem Raum zusammen. Es geht darum, dass man sich wohlfühlt“, hebt Ortner hervor. Gemeinsam mit der Abteilung Hochbau und der Bildungsdirektion hat die Abteilung Bodenordnung deshalb einen Schulbauleitfaden entwickelt, der neue Wege bei der Gestaltung von Schulgebäuden aufzeigt.
Tiroler Bodenordnung weckt internationales Interesse
Die Aufgaben der Abteilung Bodenordnung reichen weit über die Dorfzentren hinaus. Dazu zählt etwa die Grundzusammenlegung, bei der landwirtschaftliche Flächen neu geordnet werden, um deren Bewirtschaftung zu erleichtern. Wie erfolgreich das in Tirol funktioniert, hat sich zuletzt sogar eine Delegation aus Norwegen vor Ort angesehen. Auch der Erhalt historischer Kulturlandschaften – etwa von Steinmauern, Feldstadeln und den charakteristischen Harpfen in Osttirol – gehört zu den Aufgaben der Abteilung.
Die nächste Ausgabe von „ins Land einihören“ erscheint am 27. November 2026. Zu Gast ist Alexander Heiß, Vorstand der Abteilung Elementarbildung und allgemeines Bildungswesen des Landes.
Quelle: Land Tirol
