Salzburg: Neugestaltung von Kika-Gelände in Saalfelden auf Schiene
Foto: Land Salzburg / Franz Neumayr
Land Salzburg bewilligt Flächenwidmungsplan-Änderung der Gemeinde / 70 neue Arbeitsplätze, Stärkung der Wirtschaft vor Ort
(LK) Seit fast drei Jahren ist das Kika-Gelände in Saalfelden ungenutzt. Dieser Leerstand wird aber schon bald der Vergangenheit angehören, denn mit Hochdruck wird derzeit am Umbau des ehemaligen Möbelhauses gearbeitet. Die Gemeindevertretung der Stadtgemeinde hat am 09. Dezember die Teilabänderung des Flächenwidmungsplanes beschlossen, am 01. April wurde sie beim Land eingereicht. Raumordnungs-Landesrat Martin Zauner hat heute mit der aufsichtsbehördlichen Genehmigung die Neugestaltung des Areals endgültig auf Schiene gebracht.
Für Landesrat Martin Zauner ist Neugestaltung des Kika-Geländes in Saalfelden „eine echte Win-Win-Situation für alle Beteiligten. Ein bereits bestehendes Gebäude wird optimal nachgenutzt." (Archivbild)
Die Neugestaltung des ehemaligen Kika Areals in Saalfelden beschäftigt das Land Salzburg schon seit etwas mehr als eineinhalb Jahren. „Es war ein sehr intensives Verfahren, das einen Mehrwert für Saalfelden bringt. Mit der positiven Standortverordnung für Handelsgroßbetriebe hat das Land am 2. August 2025 seine Hausaufgaben erledigt. Mit der aufsichtsbehördlichen Genehmigung des Beschlusses der Gemeindevertretung der Stadtgemeinde nimmt der Umbau die nächste Hürde. Mit den 70 zusätzlich neu geschaffenen Arbeitsplätzen beim Projekt stärken wir den lokalen Handel gegen die Onlinekonkurrenz, ohne gleichzeitig den Ortskern zu schwächen. Der Gewinner bleibt somit die Wirtschaft im Ort“, freut sich Landesrat Martin Zauner.
Zauner: „Win-Win-Situation für alle.“
Für Landesrat Martin Zauner ist das vorliegende Projekt „eine echte Win-Win-Situation für alle Beteiligten. Ein bereits bestehendes Gebäude wird optimal nachgenutzt. Mit dem Einzug von Lidl entsteht ein Nahversorger für mehr als 1.700 Einwohner, die den Supermarkt innerhalb von fünf Minuten zu Fuß erreichen. Ebenfalls verbessern wir die Handelsbilanz im Ort, in dem wir die Verkaufsflächen von aktuell 10.000 Quadratmetern auf unter 5.000 Quadratmetern reduzieren. Und es wurde eine klare Abgrenzung zum lokalen Handel geschaffen. Es gibt kein Mode-, Schreib- oder Spielwarengeschäft. Für den Ortskern in Saalfelden entsteht somit keine Konkurrenz“, so Zauner.
Eckpunkte Projekt „Kika Saalfelden“
- Am ehemaligen Kika-Gelände in Saalfelden entsteht ein Einkaufscenter samt Räumlichkeiten für Vereine und einem Indoor-Spielplatz.
- Bereits versiegelte Flächen werden genutzt (16.500 Quadratmeter Grund und mehr als 10.000 Quadratmeter bebaute Nutzfläche im Gebäude).
- Im Erdgeschoß zieht ein Lidl-Supermarkt (1.250 Quadratmeter) und ein ZGONC-Baumarkt (708 Quadratmeter) ein.
- Im 1. Stock gibt es künftig ein Möbelgeschäft von JYSK (1.000 Quadratmeter), einen ACTION-Store (900 Quadratmeter) sowie zweimal 90 Quadratmeter große Einzelhandelsgeschäfte für regionale Händler. 250 Quadratmetern an Flächen sind für Vereine aus Saalfelden vorgesehen.
- Der 2. Stock ist für Freizeit und Dienstleistungen vorgesehen. Auf 2.250 Quadratmetern entsteht ein Indoor-Erlebnispark samt Gastronomie, die vom Eigentümer, dem Pinzgauer Unternehmer Patrick Müller, betrieben wird.
Weniger Einkaufsfahrten ins Umland
Das auf Einzelhandelsimmobilien und Standortfragen spezialisierte Beratungsunternehmen „Standort+Markt“ hat die handelsstrukturelle Analyse zur Nachnutzung des Kika-Gebäudes in Saalfelden auf knapp 60 Seiten erstellt. Dessen Geschäftsführer Hannes Lindner informiert: „Mit der Nachnutzung des Leerstandes erreichen wir eine Flächenreduzierung in puncto Handel, und gleichzeitig wird Platz für Vereinslokale geschaffen. Somit wird in der Pinzgauer Gemeinde nicht die Betonmaschine angeworfen, sondern es wird auf vorhandene Strukturen zurückgegriffen. Und durch den neuen Lidl-Markt können nachweislich Einkaufsfahrten reduziert werden.
Positives Gesamtprojekt
Das Gutachten von „Standort+Markt“, das die Nachnutzung des ehemaligen Möbelhauses befürwortet, wurde im Auftrag des Landes von der deutschen „ecostra GmbH“ auf Herz und Nieren geprüft. „Wir haben uns sowohl das Gutachten als auch die Stellungnahmen angesehen. Ein Mehrwert war vor allem die gute Datenbasis von ,Standort+Markt‘. Von diesen wurde soweit alles richtig und sachgerecht erarbeitet. Das Projekt muss aus meiner Sicht sowieso im Gesamten betrachtet werden: Die leerstehende Kika-Immobilie benötigt keine weitere Versiegelung von wertvollen Flächen. Das ist positiv für den Naturhaushalt und bewahrt wichtige Flächen für die weitere Entwicklung des Ortes.“, berichtet Geschäftsführer Joachim Will.
Quelle: Land Salzburg
