Wien: Neue Publikation setzt sich mit Wiens Erinnerung an 1683 auseinander

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Wien

27 Sep 17:00 2026 von Redaktion Salzburg Print This Article

Kaup-Hasler: Wissenschaftliche Auseinandersetzung als Grundlage für eine zeitgemäße Erinnerungskultur

An der Österreichischen Akademie der Wissenschaften wurde am Donnerstag das Buch Der Entsatz von Wien 1683 präsentiert. Im Rahmen der Publikation blicken österreichische und polnische Historikern gemeinsam auf eines der bekanntesten historischen Ereignisse der Wiener Stadtgeschichte: die Zweite Osmanische Belagerung Wiens. Im Mittelpunkt steht dabei die Frage, wie sich die Erinnerung daran über die Jahrhunderte verändert hat und welche Deutungen daraus entstanden sind. „Die Ereignisse von 1683 sind Teil der Geschichte Wiens. An ihnen zeigt sich besonders deutlich, wie historische Ereignisse über Jahrhunderte mit neuen Bedeutungen aufgeladen und für politische Narrative herangezogen werden können“, betont Wiens Kultur- und Wissenschaftsstadträtin Veronica Kaup-Hasler.

Bis heute hat diese Geschichte Spuren im Wiener Stadtbild hinterlassen. Zahlreiche Denkmäler und andere Erinnerungszeichen nehmen auf die Zweite Osmanische Belagerung und den polnischen König Jan III. Sobieski Bezug. Gleichzeitig wurde die Erinnerung daran über Jahrhunderte von religiösen, nationalen und politischen Vorstellungen geprägt. Eine zeitgemäße Erinnerungskultur müsse deshalb „historische Zusammenhänge sichtbar machen, unterschiedliche Perspektiven einbeziehen und das Verbindende in den Mittelpunkt stellen“, so Kaup-Hasler. Die neue Publikation schafft dafür eine wichtige wissenschaftliche Grundlage. Die Autoren gehen der Frage nach, welche Erzählungen aus den Ereignissen des Septembers 1683 entstanden sind und wie diese bis in die Gegenwart wirken. Die wissenschaftliche Aufarbeitung ermöglicht es, historische Zusammenhänge einzuordnen und überlieferte Erzählungen kritisch zu hinterfragen.

Gemeinsame wissenschaftliche Aufarbeitung

Die Publikation ist das Ergebnis einer längerfristigen Zusammenarbeit österreichischer und polnischer Historiker*innen in Kooperation mit der Stadt Wien und der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Sie wurde im Rahmen eines Peer-Review-Verfahrens wissenschaftlich begutachtet. Johannes Feichtinger, Bogusl?aw Dyba? und Johann Heiss beschäftigen sich darin mit den historischen Ereignissen ebenso wie mit den unterschiedlichen Formen ihrer späteren Erinnerung.

Das Buch Der Entsatz von Wien 1683. Historiografie und kulturelles Gedächtnis in Österreich und Polen von 1683 bis zur Gegenwart ist im Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften erschienen.


Quelle: Stadt Wien



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