Zell am See: Nächtlicher Sucheinsatz nach Lawinenabgang auf der Schmittenhöhe
Vermutlich löste ein Variantenfahrer das Schneebrett aus. Er hat den Abgang aber nicht gemeldet.
Ein Lawinenabgang abseits der gesicherten Pisten auf der Schmittenhöhe in Zell am See hat am Montagabend eine große Suchaktion mit mehr als 80 Einsatzkräften ausgelöst. Die Pistenrettung entdeckte die Lawine und alarmierte die Einsatzkräfte um 17.20 Uhr. Das 60 Meter breite und 100 Meter lange Schneebrett ist auf rund 1.613 Meter Seehöhe in der Nähe der Talstation der Bereiteckbahn abgegangen.
Weil keine Informationen darüber vorlagen, ob jemand verschüttet worden ist, wurde der Lawinenkegel von insgesamt 45 Bergrettungskräften der Ortsstellen Zell am See, Kaprun und Saalfelden mit Lawinenverschüttetensuchgeräten (LVS), dem Ortungssystem Recco und von vier Hundeführern der Bergrettung abgesucht und sondiert. Kurz nach 21 Uhr stellte sich heraus, dass keine Personen verschüttet worden sind.
"Das Schneebrett wurde mit hoher Wahrscheinlichkeit von einem Variantenfahrer ausgelöst", erklärt Bernd Tritscher, Bezirksleiter der Bergrettung Pinzgau. "Der Variantenfahrer dürfte nachher wieder aufgestiegen sein, hat den Lawinenabgang aber nicht gemeldet." Das ist die Vermutung aufgrund der Spurenlage. Tritscher appelliert an alle Wintersportler: Auch wenn nach einem Lawinenabgang nichts passiert ist, soll der Abgang per Bergrettungs-Notruf 140 gemeldet oder die Bergbahn darüber informiert werden, damit kein unnötiger Sucheinsatz ausgelöst wird.
Unterstützt haben den Einsatz unter der Gesamteinsatzleitung des Katastrophenreferenten der Bezirkshauptmannschaft Zell am See drei Polizisten der Alpinen Einsatzgruppe (AEG) sowie die Teams des Polizeihubschraubers Libelle, des Notarzthubschraubers Alpin Heli 6 und des Helikopters der Firma Wucher, der für den Transport der Einsatzkräfte eingesetzt wurde. Die Freiwillige Feuerwehr Zell am See übernahm ebenfalls Mannschaftstransporte und sorgte zudem für die Beleuchtung am Berg.
Konkret waren seitens der Bergrettung 15 Einsatzkräfte der Ortsstelle Zell am See, 12 der Ortsstelle Kaprun und 14 der Ortsstelle Saalfelden sowie vier Hundeführer der Salzburger Bergrettung im Einsatz, zudem 19 Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr Zell am See und 5 Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Saalfelden mit dem Einsatzleiterfahrzeug (Kommando Pinzgau).
Quelle: Vera Reiter Ehrenamtliche Pressereferentin Bergrettung Salzburg
