Steiermark: Millionenschaden droht - Land wehrt sich gegen Sika-Verbot

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Die Landesräte Simone Schmiedtbauer und Hannes Amesbauer wehren sich gegen das Sika-Verbot.
Foto: Land Steiermark/Robert Binder
24 Jul 18:00 2026 von Redaktion Salzburg Print This Article

Die Pläne der EU-Kommission zum vollständigen Verbot der Haltung von Sika Wild sorgen für Aufregung in der Steiermark. Die Landesregierung setzt sich für Lösungen ein.

Graz (24. Juli 2026).- Demnach sollen Haltung, Zucht und Transport von Sika-Wild ausnahmslos verboten werden. Betroffen sind in der Steiermark rund 35 Betriebe mit etwa 700 Tieren, die bis August nächsten Jahres getötet werden müssten.

„Sika-Hirsche sind keine invasiven Monster, sondern die Lebensgrundlage zahlreicher steirischer Betriebe“, bringt es Agrarlandesrätin Simone Schmiedtbauer auf den Punkt. „Wir reden hier von einem wirtschaftlichen Schaden für die Betriebe in Millionenhöhe. Invasive Arten bergen teils große Risiken, weil dadurch ungewollte Hybride mit heimischen Tierarten entstehen können. Die Intention der EU-Gesetzgebung ist also bis zu einem gewissen Punkt nachvollziehbar. Wenn jetzt aber zahlreiche steirische Betriebe ihre Arbeit einstellen und die Tiere töten sollen, dann ist gut gemeint wieder einmal das Gegenteil von gut gemacht. Da hilft es den Betrieben auch nichts, wenn man ihnen sagt, dass sie ja anderes Wild einstellen können“, sagt Schmiedtbauer. Sie ist im Austausch mit den betroffenen Betrieben und mit Bundesminister Norbert Totschnig. Gemeinsam wollen sie eine Ausnahmeregelung für Österreich erwirken.

„Wenn es mit der Gatterhaltung die letzten hundert Jahre funktioniert hat, dann sollte es auch in Zukunft möglich sein, diese Art der Haltung weiter zu ermöglichen und gleichzeitig die heimischen Wildarten zu schützen. Der wirtschaftliche und soziale Schaden einer vollständigen Ausrottung der mittlerweile traditionsreichen Sika-Haltung wäre zu hoch, und genau für solche Fälle gibt es Möglichkeiten für eine Ausnahme“, ist Schmiedtbauer überzeugt.

Auch Tierschutzlandesrat Hannes Amesbauer sieht die Pläne aus Brüssel äußerst kritisch und unterstützt die Bemühungen um eine Ausnahmeregelung für Österreich: „Als Tierschutzlandesrat halte ich die völlig unnötige Tötung von hunderten Tieren für inakzeptabel. Die EU-Vorgaben sind in dieser Form überhaupt nicht nachvollziehbar. Wer regionale, kontrollierte und tiergerechte Gatterhaltungen, die seit Jahrzehnten bestens funktionieren, zerstört und gleichzeitig Wildfleisch über tausende Kilometer importiert, handelt weder nachhaltig noch im Sinne des Tierwohls. Wenn am Ende hunderte gesunde Tiere aufgrund einer überzogenen EU-Regelung und ohne Grund getötet werden müssen, ist das ein tierschutzpolitischer Irrweg, den ich entschieden ablehne.“


Quelle: Land Steiermark



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