Wien: Mehr Tempo für Bus und Bim - Erste Linie bereits schneller

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Wiener Linien/Helmer
03 Jul 09:00 2026 von Redaktion Salzburg Print This Article

Erste Beschleunigungsmaßnahmen auf Linie D sind umgesetzt, weitere Maßnahmen in Planung

Falsch geparkte Autos, Busse, die im dichten Verkehr nicht aus der Haltestelle kommen und sich hinter den Autos einreihen müssen oder Autos, die beim Abbiegen die Straßenbahn und hunderte Fahrgäste blockieren: All das sind Ärgernisse für Öffi-Fahrgäste, die Zeit kosten. Damit Bus und Bim künftig möglichst nur mehr an der Haltestelle stehenbleiben, setzen die Stadt Wien und die Wiener Linien das große Beschleunigungsprogramm „Mehr Tempo für Bus und Bim“ um – mit bereits positiven Auswirkungen.

Sechs von mehr als 20 geplanten Maßnahmen wurden bei der Linie D bereits umgesetzt. Nach Umsetzung des gesamten Maßnahmenbündels soll die Linie D durchschnittlich um bis zu drei Minuten pro Fahrtrichtung beschleunigt werden, in Summe also bis zu sechs Minuten. Das ist nicht nur eine spürbare Zeitersparnis für die Öffi-Fahrgäste, die schon in den Fahrzeugen sitzen, auch wartende Fahrgäste an der Haltestelle profitieren von der gesteigerten Intervallstabilität, die durch die Maßnahmen erreicht wird. Eine besonders „unglückliche“ Straßenbahngarnitur kann durch Pech bei Ampelschaltungen und Behinderungen im Verkehr unverschuldet gut und gerne mehrere Minuten Verspätung haben. Das führt zu größeren Abständen zwischen den einzelnen Fahrzeugen der Linie und damit längeren Wartezeiten für die Fahrgäste. Die Wahrscheinlichkeit dafür wird durch das aktuelle Maßnahmenbündel deutlich reduziert und damit Wartezeiten um bis zu fünf Minuten verkürzt.

Umgesetzt wurde z.B. eine Ampelschaltung im Sinne der Öffis an der Kreuzung Canettistraße/Arsenalstraße. Dort haben Fahrgäste in beiden Fahrtrichtungen beim Verpassen der Grünphase bislang jeweils bis zu zwei Minuten warten müssen, in Summe bringt also allein diese Maßnahme bis zu vier Minuten Zeitersparnis für die Linie D. Auch die Ampel an der Kreuzung Heiligenstädter Straße/Sickenberggasse zeigt bereits früher grün für die Bim an.

„Jede einzelne Minute, die wir durch bessere Ampelschaltungen oder eigene Fahrstreifen einsparen, ist ein Gewinn für die Öffi-Fahrgäste und ein wichtiger Schritt hin zu einer noch stärkeren, klimafreundlichen Mobilität in unserer Stadt. Wir nützen die historische Chance, dass alle Verkehrsagenden in einem Ressort gebündelt sind und wir dadurch zielgerichtet, mit kurzen Abstimmungswegen und umsetzungsstark agieren können. Die Zusammenarbeit zwischen der Stadt und den Wiener Linien funktioniert sehr gut und gemeinsam werden wir die Öffis in dieser Legislaturperiode maximal beschleunigen“, lobt Mobilitätsstadträtin Ulli Sima die Umsetzung der ersten Maßnahmen.

Weitere Beschleunigungsmaßnahmen sind bereits beschlossen und sollen demnächst umgesetzt werden. Z.B. ein Parkverbot in der Prinz Eugen Straße zwischen der Goldeggasse und Weyringergasse. So werden PKWs früher von den Gleisen getrennt und können rascher abbiegen, was für ein flüssigeres Vorankommen für PKWs und Straßenbahnen sorgt.

Schwellen sorgen für bessere Trennung von Bim und Autos

Beschlossen ist auch bereits eine bessere Trennung der PKW-Spur von den Gleisen in Döbling: Auf der Heiligenstädter Straße werden sogenannte Stuttgarter Schwellen im Abschnitt zwischen Radelmayergasse und Gunoldstraße in beiden Fahrtrichtungen angebracht, um die Auto-Fahrspur klar von den Gleisen abzutrennen. Insgesamt ca. 250 Meter Schwellen sorgen für ein schnelleres Vorankommen der Straßenbahn, da die Autos in Zukunft neben der Bim und nicht vor der Bim fahren.

Auch auf dem Ring wird es künftig flüssiger: Beim Kärntner Ring Höhe Kärntner Straße wird durch eine um 20 Sekunden verlängerte Grünphase ermöglicht, dass zwei Bim-Garnituren statt bisher einer die Ampelphase passieren können. Das bedeutet eine Beschleunigung für alle vier Ringlinien D, 1, 2 und 71. Zusätzlich wird es am Kärntner Ring eine eigene Abbiegespur für Rechtsabbieger in die Kärntner Straße geben. Autos, die geradeaus fahren, bekommen gleichzeitig mit der Straßenbahn grün, 20 Sekunden später bekommen erst die Rechtsabbieger grün und blockieren somit nicht mehr die aus der Haltestelle ausfahrende Straßenbahn. Rechtsabbiegespur und Gleis werden zudem durch Schwellen getrennt.

Wenig genutzte Haltestelle Parlament wird aufgelassen und spart Fahrgästen Zeit

Ab 13. Juli wird die Linie D nicht mehr 32, sondern 31 Haltestellen haben: Die Haltestelle Parlament wird künftig von der Linie D sowie den anderen Ringlinien nicht mehr eingehalten. Analysen haben gezeigt, dass die benachbarten Haltestellen „Ring, Volkstheater U“ und „Rathausplatz, Burgtheater“ um ein Vielfaches mehr genutzt werden. Die umliegenden Haltestellen sind nur rund 200 Meter von der Haltestelle Parlament entfernt und liegen damit weit unter dem durchschnittlichen Haltestellenabstand im Bim- und Bus-Netz von ca. 400 Metern. Die nächstgelegene Haltestelle „Ring, Volkstheater U“ ist zudem ein zentraler Umsteigeknoten zu den Linien U3, 46, 49, 1, 2, 71, D und 48A. Damit das Parlament auch zukünftig im Netzplan der Wiener Linien vertreten und für Fahrgäste klar ersichtlich ist, wird in diesem Zug die Haltestelle „Ring, Volkstheater U“ in „Parlament, U Volkstheater“ umbenannt.

Durch den Wegfall einer wenig genutzten Haltestelle werden konkret die Linie D, sowie die anderen Ringlinien 1, 2 und 71, spürbar beschleunigt, da weniger Stopps kürzere Fahrzeiten und einen stabileren Betriebsablauf ermöglichen. Bislang konnte es passieren, dass ein Fahrzeug der Linie 2 aufgrund eines Aufenthalts in der Station Parlament ihr Abbiegefenster in Richtung Stadiongasse verpasst und so eine nachfolgende Straßenbahn auch daran hindert, ihre Grünphase in Richtung Schottentor wahrzunehmen. So haben Fahrgäste in diesem Fall bislang über zwei Minuten Zeit verloren. Über das ganze Jahr gerechnet bringt diese Maßnahme für alle Fahrgäste der Ring-Linien eine Einsparung von über 200.000 Stunden.

Im Sinne der Nachhaltigkeit wird das begrünte Wartehäuschen der Haltestelle „Parlament“ wiederverwendet: Es ersetzt künftig das Wartehäuschen der Linie 49 (Fahrtrichtung Hütteldorf, Bujattigasse) bei der Station „Volkstheater“, das das Ende seiner Lebensdauer erreicht hat. Die Umsetzung erfolgt zeitgleich mit einer Gleiserneuerung in diesem Bereich, die eine Umleitung der Ringlinien über den Kai erfordert.

Beschleunigung auf Linie O gestartet: An bis zu 30 Stellen wird’s schneller

Auch an der Linie O wird bereits gearbeitet, um sie für die ÖBB S-Bahn Stammstreckensperre besonders zuverlässig und schnell zu machen. Bis zu 30 Beschleunigungspotenziale wurden ausfindig gemacht. Die ersten sind auch schon umgesetzt:

An der Kreuzung Landstraßer Gürtel/Fasangasse wurde ein neues Ampelprogramm in Betrieb genommen. Dadurch werden die Stehzeiten der Straßenbahnen in beide Fahrtrichtungen reduziert.

Durch schlecht geparkte Fahrzeuge kam es immer wieder zu Behinderungen der Straßenbahn in der Radetzkystraße. Durch markierte Parkplätze soll dem jetzt Abhilfe geschaffen werden.

Fixiert sind auch bereits folgende Schritte:

  1. In der Ungargasse sorgt ein Parkverbot vor der Invalidenstraße künftig dafür, dass der PKW-Verkehr bereits früher von den Bim-Gleisen getrennt wird und somit die Linie O in Fahrtrichtung Bruno-Marek-Allee nicht mehr durch Rückstau der Kreuzung aufgehalten wird. Bislang haben Straßenbahnen dort bis zu eineinhalb Minuten verloren.Um Rückstau auf den Gleisbereich zu verhindern, wird die Fahrbahn in der Fasangasse vor dem Rennweg angepasst. Das sorgt ebenfalls dafür, dass die PKWs frühzeitiger vom Gleis getrennt werden.

„Wer täglich mit Bus und Bim unterwegs ist, soll von einem schnellen und verlässlichen Angebot profitieren. Die ersten umgesetzten Maßnahmen bringen bereits spürbare Zeitgewinne für unsere Fahrgäste“, freut sich Wiener-Linien-Geschäftsführerin Alexandra Reinagl. „Mehr Tempo für Bus und Bim“ ist die Ausweitung der „Netz erst recht!“-Initiative. Ein stabiles, verlässliches Betriebsnetz besteht sowohl aus moderner Infrastruktur als auch einem attraktiven Angebot. Die Wiener Linien investieren bis 2030 je zwei Millionen Euro pro Jahr, um die Öffis auf die Überholspur zu bringen. Bereits 2032 wird sich die jährliche Investition gerechnet haben. Nach den Linien D und O werden als Nächstes Maßnahmen bei der Linie 6 gesetzt. Beim Bus steht die Linie 10A als Erstes auf der Agenda.

Mit dem Grundsatzbeschluss Mitte Februar im Gemeinderat haben Stadt Wien und Wiener Linien eine neue Beschleunigungsoffensive für Bus und Bim gestartet. Unter dem Motto „Mehr Tempo für Bus und Bim“ werden in einem großangelegten, dienststellen- und betriebszweigübergreifenden Programm 29 Straßenbahn- und 135 Autobuslinien genau unter die Lupe genommen, mögliche Beschleunigungspotenziale erhoben und entsprechende Maßnahmen umgesetzt. Busse und Straßenbahnen sollen nach Möglichkeit nur mehr an der Haltestelle halten.


Quelle: Stadt Wien



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