Oberösterreich: Mehr Einsätze - 200 hitzebedingte Notfälle am Wochenende
Während tausende Menschen bei bis zu 39 Grad das Wochenende im Freien genossen, arbeitete das OÖ. Rote Kreuz auf Hochtouren. Rund 200 Mal rückten die Einsatzkräfte wegen hitzebedingter Notfälle aus – das sind 10 bis 15 Prozent mehr als an einem nicht so heißen Sommerwochenende. „Wie sich bereits im Vorfeld abgezeichnet hat, war der Rettungsdienst stärker gefordert. Neben einigen schweren Unfällen verzeichneten wir vor allem eine spürbare Zunahme hitzebedingter Einsätze. Erfreulich ist aber, dass die intensive Vorbereitung auf Großveranstaltungen, wie den Open-Air-Konzerten auf der Burg Clam, der Linzer Pride oder Sportveranstaltungen gemeinsam mit Veranstaltern und Behörden hervorragend funktioniert hat. Dadurch blieben wir bei den Ambulanzdiensten unter den ursprünglich befürchteten Betreuungszahlen“, sagt OÖ. Rotkreuz-Präsident Dipl.-Päd. Gottfried Hirz.
Die Rettungskräfte versorgten Menschen mit Kreislaufkollaps, Herz-Kreislauf-Beschwerden, Atemproblemen, Sonnenstichen oder starker Dehydrierung und brachten sie zur weiteren Behandlung in Krankenhäuser. Darüber hinaus waren Hitze und Flüssigkeitsmangel vermutlich bei vielen weiteren Einsätzen mitverantwortlich. Für Hirz zeigt das Wochenende einmal mehr die Bedeutung eines leistungsfähigen Rettungssystems: „Dieses Wochenende hat gezeigt, wie belastbar unser Rettungssystem ist. Trotz extremer Hitze und tausender Besucher bei Großveranstaltungen konnten wir die Versorgung jederzeit sicherstellen. Die Gründe dafür sind ein gut ausgebautes Notarztsystem und vor allem unsere tausenden hervorragend ausgebildeten freiwilligen und beruflichen Mitarbeitenden. Gemeinsam gelingt es ihnen dadurch auch, außergewöhnliche Belastungssituationen zuverlässig zu bewältigen.“
Abkühlung erst zur Wochenmitte
Bereits Tage zuvor hatte das OÖ. Rote Kreuz zusätzliche Besatzungen eingeplant, Ambulanzdienste verstärkt und gemeinsam mit Veranstaltern sowie Behörden die Einsatzkonzepte angepasst. Auch die Einsatzkräfte selbst waren der extremen Hitze ausgesetzt. Deshalb wurde besonderes Augenmerk auf ausreichende Trinkpausen, Sonnenschutz und regelmäßige Erholungszeiten gelegt.
Die Hitzewelle ist noch nicht vorbei. Deshalb appelliert das OÖ. Rote Kreuz, die kommenden Tage nicht zu unterschätzen. Viele hitzebedingte Notfälle lassen sich mit einfachen Maßnahmen verhindern:
- Ausreichend trinken – auch ohne Durstgefühl.
- Die pralle Sonne und körperliche Anstrengung während der heißesten Tageszeit meiden.
- Besonders auf ältere Menschen, Kleinkinder und chronisch kranke Personen achten.
- Überhitzte Körper niemals durch einen Sprung ins kalte Wasser abrupt abkühlen.
- Beim Baden auf Alkohol verzichten und Kinder niemals unbeaufsichtigt lassen.
- Bei Anzeichen eines Hitzenotfalls – etwa Bewusstseinsstörungen, starker Benommenheit oder Kreislaufzusammenbruch – sofort den Notruf wählen und Erste Hilfe leisten.
Quelle: Daniel Gruber Österreichisches Rotes Kreuz, Landesverband OÖ
