Mehr Abschiebungen als Asylanträge – Minuszuwanderung erreicht

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© Symbolbild, Bundesministerium für Inneres
21 Jul 19:00 2026 von Redaktion International Print This Article

Zahl der Asylanträge auf niedrigstem Niveau seit 23 Jahren – in der Grundversorgung seit 2023 mehr als 125 Millionen Euro eingespart

Die zahlreichen Maßnahmen der Bundesregierung zeigen in der Asyl-Halbjahresstatistik deutliche Wirkung. Das Aussetzen des Familiennachzugs hat zur Entlastung der zentralen Systeme in Österreich geführt. Waren es von Jänner bis Juni 2024 noch mehr als 6.000 Personen, die aufgrund des Familiennachzugs nach Österreich kamen, sind es im Vergleichszeitraum 2026 nur mehr 48 Personen.

„Unterschiedliche Maßnahmen haben dazu geführt, dass die Zahl der Abschiebungen im gesamten ersten Halbjahr erstmals höher ist als die Zahl neuer Asylanträge. Diesen eingeschlagenen Weg und die Minuszuwanderung gilt es nun abzusichern. Der europäische Asylpakt ist eine wichtige Voraussetzung, dass wir wieder in ganz Europa wieder Herr im eigenen Haus sind“, sagte Innenminister Gerhard Karner.

Mehr Abschiebungen als Asylanträge ermöglichen Minuszuwanderung

Seit mehr als 20 Jahren konnte nun eine Minuszuwanderung erreicht werden. Im ersten Halbjahr 2026 wurden rund 2.000 Asylerstanträge gestellt, aber mehr als 2.200 Menschen nach einem Asylantrag abgeschoben. Ebenso verhält es sich mit der Gesamtzahl der Asylanträge: 4.900 Asylanträgen stehen mehr als 7.000 Abschiebungen gegenüber.

Die internationalen, aber auch die nationalen Maßnahmen zum Grenzraumschutz – wie die „Operation Fox“ – wurden weiterentwickelt und sind wesentliche Voraussetzung dafür, dass die illegale Migration massiv zurückgedrängt werden konnte. In der Kalenderwoche 41 des Jahres 2022 wurden im Burgenland rund 3.700 Menschen nach ihrer illegalen Einreise aufgegriffen. In der vergangenen Woche wurden acht illegale Fremde an der burgenländischen Grenze aufgegriffen.

Der EU-Asylpakt – die größte fremdenrechtliche Novelle seit 20 Jahren – ist Mitte Juni 2026 in Kraft getreten. Nun wird an den zentralen Punkten des Pakts gearbeitet, wie der Durchführung von Asylgrenzverfahren direkt an den EU-Außengrenzen sowie verschärften Haft- und Bewegungseinschränkungen. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Ermöglichung von Asylverfahren außerhalb der Europäischen Union sowie der dazugehörigen Begleitmaßnahme, der sogenannten Rückkehrverordnung. Die Rückkehrverordnung ermöglicht, Rückkehrzentren außerhalb der EU einzurichten.

Gruppenleiterin Elisabeth Wenger-Donig erklärte: „Seit fast 40 Tagen ist der Asyl- und Migrationspakt in Anwendung und das Resümee ist äußerst positiv. Die Umsetzung ist im behördlichen Alltag des Bundesamtes für Fremdenwesen und Asyl vollumfänglich angelaufen. Wir leisten damit einen Beitrag auf europäischer Ebene zum Gelingen des Paktes – einem wesentlichen Schritt zu einem effizienteren und fairen Asylsystem in Europa.“

Massiver Rückgang der Asylanträge

Die Zahl der Asylanträge befindet sich derzeit auf dem niedrigsten Niveau seit rund 23 Jahren. Von Jänner bis Juni 2024 wurden noch rund 13.600 Anträge gestellt, im Vergleichszeitraum 2025 waren es mehr als 8.800 Anträge und 2026 rund 4.900 Anträge. Das entspricht einem Rückgang um rund 44 Prozent. Damit liegt Österreich in der Europäischen Union mit der Pro-Kopf-Belastung an der zwölften Stelle.

Ebenso wurde die Zahl der originären Asylanträge auf rund 2.000 Anträge gesenkt und befindet sich somit auf dem niedrigsten Niveau seit 23 Jahren. Zum Vergleich dazu waren es im Jahr 2024 noch 4.100 Anträge und im Jahr 2025 rund 3.200 Anträge. Das entspricht einem Rückgang um mehr als 37 Prozent zum Vorjahr.

Asylwerber in der Grundversorgung

Die Zahl der Asylwerber in der Grundversorgung ist mit rund 5.500 Personen auf dem niedrigsten Niveau seit 20 Jahren. Auch die Zahl der Bundesquartiere konnte daher massiv reduziert werden – von 30 auf acht Quartiere. Aufgrund der extrem rückläufigen Asylzahlen sind hier weitere Maßnahmen zur Reduktion in Vorbereitung. Insgesamt kann das Budget für den Bereich Asyl und Fremdenwesen des BMI für die nächsten beiden Jahre um rund 20 Prozent reduziert werden. Die Belegung der Bundesbetreuungseinrichtung in Traiskirchen ist mit 239 Menschen auf dem niedrigsten Stand seit dem Start der Grundversorgungsvereinbarung im Jahre 2004.

Andreas Achrainer, Geschäftsführer der Bundesagentur für Betreuungs- und Unterstützungsleistungen, sagte: „Die Bundesagentur hat die wichtige Aufgabe, weiterhin eine gute Betreuung sicherzustellen, aber auch auf wirtschaftliche Zahlen zu achten. Wir haben diese Trendumkehr schon 2023 gesehen und haben viele Maßnahmen gesetzt, die zu einer Einsparung von 125 Millionen Euro in der Grundversorgung von Asylwerbern geführt haben.“

Europäischer Vergleich

Österreich verzeichnet neben Polen (mit rund 60 Prozent) den größten Rückgang an Asylanträgen. Lediglich 1,6 Prozent der in der gesamten Europäischen Union gestellten Asylanträge entfielen auf Österreich.

Ausblick

Die Regelungen zur Quote im Familiennachzug befinden sich aktuell in der Finalisierung – die erste Quote wird sehr gering sein.

In der „Gruppe der Umsetzer“ arbeitet das Innenministerium zusammen mit Deutschland, Dänemark, Griechenland und den Niederlanden an der konkreten Umsetzung von Rückkehrzentren in Drittstaaten. Die Verhandlungen dazu sollen bis Ende des Jahres 2026 abgeschlossen werden.

Der Grenzraumschutz – ein Zusammenspiel zwischen stationären Kontrollen an der Grenze und beweglichen Kontrollen im Hinterland – wird konsequent und der Lage angepasst weiterentwickelt.




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