Salzburg: Lungau - Zehn Gemeinden investieren 5,5 Millionen Euro in neue Kläranlage
Foto: Land Salzburg/Franz Neumayr
Generalsanierung und Erweiterung der Abwasserentsorgung / Arbeiten werden bis Ende 2026 abgeschlossen sein
(LK) Göriach, Lessach, Mariapfarr, Mauterndorf, St. Andrä, St. Margarethen, Tamsweg, Tweng (ohne Obertauern), Unternberg sowie Weißpriach bilden zusammen den Reinhalteverband Zentralraum Lungau. Vor mehr als 51 Jahren wurde der Verband gegründet, seit Juni 2025 wird die Kläranlage im Bezirksort umfassend generalsaniert und erweitert. Rund 5,5 Millionen Euro werden dabei von den zehn Gemeinden für die Arbeiten in die Hand genommen. Die Kapazität wird so auf 45.000 Einwohner erhöht.
LR Maximilian Aigner informiert sich über die Fortschritte bei der Generalsanierung der Kläranlage Tamsweg mit Bgm. Wolfgang Pfeifenberger, David Singer (GF Reinhalteverband) sowie Referatsleiter Theodor Steidl.
Etwas außerhalb von Tamsweg, am tiefsten Punkt der Gemeinde und direkt neben der Mur befindet sich die Kläranlage des Reinhalteverbands Zentralraum Lungau. Zwischen 3.000 und 15.000 Kubikmeter Abwässer pro Tag können vor Ort gereinigt werden – das sind zwischen 18.200 und 90.900 Badewannen mit 165 Litern Fassungsvermögen. Vor allem an Spitzentagen in den Weihnachts- und Semesterferien stößt die derzeitige Leistung an ihre Grenze. Noch bis Ende 2026 wird an der Generalsanierung und Erweiterung gearbeitet. Insgesamt werden rund 5,5 Millionen Euro investiert. Das Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft übernimmt 28 Prozent der Investitionssumme, im konkreten Fall rund 1,53 Millionen Euro.
Aigner: „Modernes Vorzeigeprojekt.“
Landesrat Maximilian Aigner hat sich kürzlich persönlich den Baufortschritt der Kläranlage in Tamsweg angesehen. „Die Abwasserreinigung ist ein ganz zentraler Punkt in der Daseinsvorsorge. Es geht darum, das Wasser, das wir der Natur entnehmen, wieder möglichst sauber an sie zurückzugeben. Daher ist es unerlässlich, Kläranlagen am neuesten Stand der Technik zu haben. Hier in Tamsweg wird mit der Generalsanierung und Erweiterung gerade der Grundstein für die Abwasserentsorgung für die nächsten Generationen gesetzt – ein echtes Vorzeigeprojekt.“
Pfeifenberger: „Mehr Kapazität für Wintermonate.“
Der Bürgermeister von Tamsweg, Wolfgang Pfeifenberger, ist gleichzeitig auch Obmann des Reinhalteverbands Zentralraum Lungau. „Bisher hatte die Kläranlage eine Kapazität von 32.000 Einwohnern. Mit der Erweiterung und Generalsanierung wird diese auf 45.000 Einwohner erhöht. Vor allem in den Wintermonaten, wenn viele Gäste in den Lungau kommen, brauchen wir diese Kapazitätssteigerung. Technisch leisten die beteiligten Unternehmen Großartiges: Während des laufenden Betriebs wird die Anlage modernisiert. So stellen wir die Abwasserentsorgung für die Menschen im Bezirk tagtäglich sicher“, so Pfeifenberger und ergänzt: „Die Investitionssumme von 5,5 Millionen Euro wird vom Verband aufgenommen. Die Tilgung des Darlehens erfolgt von den Gemeinden anhand ihrer Einwohnergröße.“
Kläranlage rund um die Uhr im Blick
Beim Reinhalteverband sind derzeit fünf Mitarbeiter beschäftigt, die sich um die Sicherheit und Funktionalität der Anlage kümmern. „Sie überwachen die Maschinen, sind für Service und Wartung zuständig und müssen innerhalb von Minuten reagieren, wenn die Reinigungsleistung nicht mehr passen sollte. Deshalb ist immer ein Klärwächter im Dienst und an sieben Tagen die Woche erreichbar – Tag und Nacht. Allfällige Störungen werden mittels SMS an das Handy übermittelt“, informiert der Geschäftsführer David Singer und ergänzt: „Bei der aktuellen Generalsanierung begleitet uns die ‚Wasserabteilung‘ des Landes. In etlichen Abstimmungsgesprächen wurde das Projekt Schritt für Schritt abgeklärt.“
Toilette ist kein Mistkübel
Die Kanäle des Reinhalteverbands Lungau weisen eine Länge von rund 50 Kilometern auf. Dazu kommen noch die Kanäle der jeweiligen Ortsnetze. „Zusammengerechnet sind das nochmals rund 300 Kilometer – das ist einmal die Entfernung von Salzburg bis nach Wien“, sagt David Singer, der abschließend noch einen Tipp für die Menschen im Bundesland hat: „Den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in allen Reinhalteverbänden kann man die Arbeit mühelos erleichtern: Bitte keine Lebensmittelabfälle oder Hygieneprodukte in die Toilette oder den Abfluss werfen. Das verstopft nur Pumpen und vermindert die Reinigungsleistung. Die Reparaturen kosten viel Geld.“
Quelle: Land Salzburg
