Salzburg: Landwirte, Tiere und Konsumenten profitieren vom „Kälbermast-Projekt“ des Landes

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Kälbermast-Projekt des Landes Landesrat Josef Schwaiger zu Besuch bei der Familie Gumpold am Biohof Bauernbräu in Hallein
Foto: Land Salzburg/Michael Rausch
02 Feb 19:00 2022 von Redaktion Salzburg Print This Article

Wirtschaftlichkeit, Qualität und mehr Tierwohl

(LK) „Gemeinsam mit der Landwirtschaftskammer Salzburg und lokalen Verarbeitungsbetrieben haben wir eine Alternative für die Landwirte geschaffen, regionale Viehhaltung wirtschaftlich abzusichern und Kälbertransporte ins Ausland zu reduzieren. Unsere Initiative zeigt bereits erste Erfolge: Rund 1.000 so genannte milchbetonte Kälber wurden 2021 zusätzlich in Salzburg aufgezogen, geschlachtet und vermarktet. Das sind fast doppelt so viele wie 2020“, sagt Landesrat Josef Schwaiger.

Es gibt drei ganz klare Gewinner, wenn das Fleisch sozusagen vom Landwirt in der Nachbarschaft kommt: Die Tiere, den Konsumenten und den Betrieb. Salzburgs Bäuerinnen und Bauern erhalten durch das Kälbermast-Projekt bei den regionalen Fleischhauereien mehr Geld und zusätzlich noch einen Zuschuss des Landes. Dadurch wird weniger ins Ausland verkauft und unnötige Tiertransporte werden vermieden.

Schwaiger: „Dreifacher Vorteil.“

„Die regionalen Produkte aus heimischer Landwirtschaft sind bei den Salzburgerinnen und Salzburgern sehr gefragt, denn hier können sie sich der hohen Qualitätsansprüche sicher sein“, so Landesrat Josef Schwaiger und er fügt hinzu: „Durch Vorteile für den Betrieb durch Wirtschaftlichkeit, die Tiere durch weniger Transportwege und auch die Konsumenten durch hohe Qualität und Regionalität ist das Geld, das wir für dieses Projekt beisteuern, dreifach gut investiert.“

Quehenberger: „Garantie für die Landwirte.“

Für die Betriebe bedeutet die Teilnahme am Projekt eine gewisse Umstellung, denn die Tiere bleiben länger am Hof. „Die Kälber müssen beim Verkauf 100 bis 130 Kilogramm wiegen, was eine Umstellung bei der Betriebsführung voraussetzt. Die teilnehmenden Bäuerinnen und Bauern haben aber durch das Projekt die Gewissheit, dass der erhöhte Aufwand am Schluss abgegolten wird und sie wissen, dass ihre Kälber nicht ins Ausland transportiert werden“, so Landwirtschaftskammer-Präsident Rupert Quehenberger.

Salzburg fordert strengere Gesetze

Auf Bundes- und EU-Ebene müssen die Gesetze bei Kälbertransporten nachgeschärft werden, um Tierleid soweit wie möglich zu vermeiden, so die Forderung des Bundeslandes. „Die Transportzeit gehört auf ein Mindestmaß beschränkt und vorzugsweise das Fleisch an sich anstelle von lebenden Tieren von A nach B gebracht werden. Das Mindestalter für eine Beförderung muss jedenfalls von derzeit 14 Tagen auf mindestens 30 Tage erhöht werden“, fordert Landesrat Schwaiger.

Konsumenten haben es in der Hand

Kalbfleisch hat bei der Bevölkerung einen hohen Stellenwert. „Wir müssen aber noch Aufklärungsarbeit, insbesondere bei der Fleischfarbe, leisten. In der Gastronomie wird weißes Kalbfleisch bevorzugt, Heimisches ist aber gerötet, weil den Tieren artgerecht Heu dazu gefüttert wird. Dabei unterscheidet sich ein rosa gefärbtes Schnitzel geschmacklich in keiner Art und Weise“, sagt Präsident Quehenberger.

Kalbfleisch ist vielseitig

Österreich hat bei Kalbfleisch einen Selbstversorgungsgrad von lediglich 30 Prozent, es gibt also viel Luft nach oben. „Dabei ist es ein hochwertiges Nahrungsmittel und gesund. Durch den hohen Eiweiß- und den relativ geringen Fettanteil ist es leicht verdaulich und eignet sich für die Zubereitung von Schonkost. Es ist mir ein Anliegen, dass es in der Gemeinschaftsverpflegung, wie beispielsweise in Betriebs- und Schulküchen, öfters verkocht wird“, betont der Landesrat abschließend.


Quelle: Land Salzburg



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