Oberösterreich: Kriminalitätsentwicklung 2025
Landespolizeidirektion Oberösterreich
Oberösterreich verzeichnete im Jahr 2025 insgesamt 66.784 angezeigte Delikte. Dies entspricht einem Rückgang von 1,4 Prozent im Vergleich zum Jahr 2024 (67.733 Delikte). Die Aufklärungsquote lag mit 60,7 Prozent weiterhin auf einem hohen Niveau und knüpft damit an die positiven Entwicklungen der vergangenen Jahre an.
Die Zahl der ausgeforschten Tatverdächtigen blieb mit 48.771 Personen (2024: 49.149) stabil. Der Anteil fremder Tatverdächtiger erreichte mit 42,9 Prozent einen neuen Höchstwert.
Rückgang bei Gewaltdelikten
Im Bereich der Gewaltdelikte wurde ein Rückgang um 1,8 Prozent verzeichnet. Insgesamt wurden 10.345 Fälle registriert (2024: 10.531). Davon entfielen 2.460 Delikte auf Gewalt in der Privatsphäre, was einem deutlichen Minus von 9,4 Prozent entspricht. In 61,8 Prozent der Fälle bestand ein Bekanntschaftsverhältnis zwischen Täter und Opfer.
Stichwaffen stellten auch im Jahr 2025 das am häufigsten verwendete Tatmittel dar und kamen bei 265 Delikten zum Einsatz. Insgesamt wurden sieben vollendete Morde registriert, darunter vier männliche und drei weibliche Opfer.
Rückgänge bei Sexual- und Raubdelikten
Die Zahl der angezeigten Vergewaltigungen sank um 7,7 Prozent auf 156 Fälle. Auch bei den Raubdelikten wurde ein Rückgang um 1,8 Prozent auf 214 Anzeigen festgestellt. Mehr als die Hälfte dieser Taten ereignete sich an öffentlichen Orten, insbesondere auf Straßen und Parkplätzen.
Die Gewalt gegen Beamte ging ebenfalls zurück. Hier wurden 235 Fälle registriert, was einem Minus von 6 Prozent gegenüber 2024 entspricht.
Eigentumskriminalität leicht rückläufig
Im Bereich der Eigentumskriminalität wurde ein leichter Rückgang um 0,2 Prozent auf 19.071 Anzeigen verzeichnet. Auffällig ist ein deutlicher Anstieg bei Einbruchsdiebstählen in Kellerabteile, die mit 845 Fällen einen Zuwachs von 82,6 Prozent verzeichneten.
Demgegenüber ging die Zahl der Kfz-Diebstähle deutlich zurück. Im Jahr 2025 wurden 143 Fälle angezeigt (2024: 221), was einem Minus von 35,3 Prozent entspricht. Auch Taschen- und Trickdiebstähle nahmen um 12,5 Prozent auf 704 Fälle ab.
Deutlicher Rückgang bei Suchtmitteldelikten
Die Anzeigen nach dem Suchtmittelgesetz sanken deutlich um 12,1 Prozent auf 5.821 Fälle (2024: 6.624).
Anstieg bei Internetkriminalität
Die Internetkriminalität nahm im Jahr 2025 leicht zu. Insgesamt wurden 8.480 Delikte angezeigt, ein Plus von einem Prozent. Besonders stark war der Anstieg im Bereich Cybercrime im engeren Sinne, der um 24,5 Prozent auf 2.351 Fälle zunahm.
Demgegenüber gingen Anzeigen wegen Internetbetrugs um 6,1 Prozent auf 4.714 Fälle zurück. Auch die Internet-Erpressung sank um 12,3 Prozent auf 385 Fälle.
Wirtschaftskriminalität im Anstieg
Im Bereich der Wirtschaftskriminalität wurde ein Anstieg um 3,6 Prozent auf 13.208 Fälle verzeichnet. Den größten Anteil machten Betrugsdelikte mit 8.732 Anzeigen aus. Auch der Sozialleistungsbetrug nahm zu und stieg um 15 Prozent auf 497 Fälle.
Entwicklung bei jungen Tatverdächtigen
Die Zahl der Tatverdächtigen unter 21 Jahren ist im langfristigen Vergleich gestiegen, zeigt jedoch im Jahresvergleich einen rückläufigen Trend. Im Jahr 2025 wurden 10.704 Tatverdächtige unter 21 Jahren registriert (2024: 11.499).
In der Altersgruppe der unter 10-Jährigen stieg die Zahl auf 116 Tatverdächtige. Bei den 10- bis unter 14-Jährigen wurde im Vergleich zu 2016 ein deutlicher Anstieg verzeichnet, aktuell jedoch ein leichter Rückgang auf 1.367 Personen.
Auch bei den 14- bis unter 18-Jährigen ging die Zahl der Tatverdächtigen auf 5.131 zurück (2024: 5.650). In der Altersgruppe der 18- bis unter 21-Jährigen wurden 4.090 Tatverdächtige registriert, ebenfalls ein Rückgang gegenüber dem Vorjahr.
Zusammenfassung
Die Kriminalitätsentwicklung in Oberösterreich zeigt für das Jahr 2025 insgesamt eine stabile bis leicht rückläufige Tendenz. Während in klassischen Deliktsfeldern wie Gewalt-, Eigentums- und Suchtmittelkriminalität Rückgänge verzeichnet wurden, ist insbesondere im Bereich der Cyberkriminalität weiterhin ein deutlicher Anstieg festzustellen.
"Dieses hervorragende Ergebnis spiegelt die ausgezeichnete Arbeit aller Polizistinnen und Polizisten in Oberösterreich wider. Vor allem die neuerlich hohe Aufklärungsquote sollte für uns Bestätigung und Motivation zugleich sein. Besonders auffällig ist, dass es im Jahr 2025 keinen einzigen Bankraub gegeben hat", sagte Gottfried Mitterlehner, Leiter des Landeskriminalamtes Oberösterreich im Rahmen eines Pressegesprächs am 31. März 2026.
Quelle: LPD Oberösterreich
