Wien: KAV hat Strahlentherapie-Angebot massiv ausgebaut – neue Linearbeschleuniger im Donauspital im Teilbetrieb

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Foto: Gesundheit / Symbolbild
20 Jun 16:00 2019 von Redaktion Salzburg Print This Article

Behandlungskapazität um 60 Prozent erhöht – Behandlungen schonender und präziser

Der von der Stadt Wien und dem Wiener Krankenanstaltenverbund (KAV) in Angriff genommene massive Ausbau im Bereich der Strahlentherapie für Krebspatientinnen und Krebspatienten befindet sich in der Endphase – und liegt damit voll im Zeitplan. Das neue Zentrum für Radioonkologie und Strahlentherapie im Donauspital hat bereits nach rund zweieinhalbjähriger Bauzeit seinen Teilbetrieb aufgenommen. „Wir hatten den Wienerinnen und Wienern versprochen, rasch die Wartezeiten auf Strahlentherapien zu verkürzen und den Ausbau mit neuen Geräten voranzutreiben. Das ist dem KAV gelungen. Innerhalb von nur zwei Jahren hat der KAV zwei neue Strahlentherapiezentren in Betrieb genommen – im Herbst 2017 im Krankenhaus Hietzing und nun im Donauspital“, betont Gesundheitsstadtrat Peter Hacker Mittwoch bei der Besichtigung des neuen Strahlentherapie-Zentrums. Die Wartezeiten auf Strahlentherapieplätze mit den sogenannten Linearbeschleunigern (LINAC „linear accelerator) habe sich seitdem kontinuierlich verkürzt. „Mit dem Vollbetrieb des neuen KAV-Strahlenzentrums im Donauspital Ende 2019 können deutlich mehr Wienerinnen und Wiener behandelt werden“, so Hacker.

6.000 statt 3.600 PatientInnen im KAV in Behandlung

Im komplett neu errichteten Zentrum für Radioonkologie und Strahlentherapie im Donauspital sind bereits zwei neue LINAC-Geräte im Probebetrieb. Ende 2019 werden dann alle vier Hightech-Geräte in Vollbetrieb stehen. „Wir haben enorme Anstrengungen unternommen diesen Kapazitätsausbau mit der modernsten verfügbaren Technologie umzusetzen. Gegenüber dem Jahr 2017 kann der KAV ab 2020 um rund 60 Prozent mehr Krebspatientinnen und Krebspatienten an den LINACs behandeln“, unterstrich Michael Binder, medizinischer Direktor des KAV. Noch vor zwei Jahren lag die Behandlungskapazität mit Linearbeschleunigern bei rund 3.600 Patientinnen und Patienten. Ab 2020 werden es bis zu 6.000 sein. Das Strahlentherapiezentrum im Donauspital gehört zu den kapazitätsstärksten Österreichs und ist nach jenem des AKH das zweitgrößte Zentrum in Wien. „Nicht nur die neuen Behandlungszentren, sondern auch die kontinuierlich verbesserte Auslastung unserer Linearbeschleuniger im Wilhelminenspital und dem Kaiser-Franz-Josef-Spital tragen zur Steigerung der Behandlungszahlen bei“, erläutert Binder. Mit dem Vollbetrieb des neuen Zentrums im Donauspital ist der engagierte Ausbau im Bereich der LINAC-Strahlentherapie vorerst abgeschlossen.

Bis zu 2.400 Patientinnen und Patienten pro Jahr im Donauspital

Dem Donauspital stehen mit den neuen LINAC-Geräten ganz neue Technologien zur Verfügung. „Das setzt aber auch eine Phase der Einschulung und ausgedehnten Qualitätssicherung für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter voraus. Deshalb werden in den kommenden Wochen die Kapazitäten langsam hochgefahren und vorerst nur Patientinnen und Patienten des eigenen Hauses behandelt“, sagte Beatrix Günczler, interimistische Leiterin des Instituts für Radioonkologie und Strahlentherapie im Donauspital. Im Vollbetrieb werden in dem neuen Zentrum bis zu 2.400 Patientinnen und Patienten pro Jahr mit den vier Linearbeschleunigern behandelt. Die Schwerpunkte liegen unter anderem bei Prostatakrebs, Brustkrebs und Tumoren im Hirn oder im Rachen-Hals-Gaumenbereich.

Hightech-Geräte arbeiten präziser und schonender als je zuvor

Ausgestattet ist das neue Zentrum im Donauspital mit den modernsten Linearbeschleunigern und der dafür erforderlichen Infrastruktur. Die neuen Linearbeschleuniger sind nicht nur deutlich schneller bei den Arbeitsvorgängen als bisherige Modelle, sie sind auch zielgenauer. Die Geräte ermöglichen eine Bestrahlung mit fünf verschiedenen Photonen-Energien. Dadurch können die Experten des Donauspitals die Dosis noch gezielter verabreichen, wodurch die Behandlung für die Patientinnen und Patienten schonender erfolgt. Ein weiterer Fortschritt ist die Möglichkeit der VMAT-Bestrahlung (Volumenmodulierte Strahlentherapie). Dabei wird die Dosisverteilung über eine Rotationstechnik bei simultaner Bewegung des Bestrahlungskopfes um den Patienten appliziert. Es wird weniger umliegendes, gesundes Gewebe geschädigt, das sich im Gegensatz zu den Krebsgeschwulsten wieder regenerieren kann.

Aufgrund der integrierten Röntgenröhre an den neuen Linearbeschleunigern erfolgt die Lagerungskontrolle der Patientinnen und Patienten gleichzeitig mit der Behandlung. Die verwendete Strahlung ermöglicht eine höhere Kontrastauflösung, zusätzlich ist eine Röntgenaufnahme während der Bestrahlung möglich. Die neuen Linearbeschleuniger reagieren sogar auf Bewegungen der Patientinnen und Patienten, etwa auf die Atmungsbewegung: Bewegt sich dadurch auch der Tumor, passt sich die Bestrahlung auf die leicht veränderte Lage des Tumors an.

Die Errichtung des neuen Zentrums sowie die künftige technische Betriebsführung der Anlagen verantwortet die VAMED im Rahmen eines PPP-Modells mit dem Wiener KAV. Der medizinische Betrieb erfolgt durch das Personal des KAV.


Quelle: Stadt Wien



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