Österreich: Jodeln in der Schweiz – wo der gute Ruf zählt
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Foto: Peter Wehrli
Foto: Roothuus Gonten
Der Ruf von Berg zu Berg, die Kommunikation von Alp zu Alp bilden den Ursprung des Jodelns. Als emblematischer Gesang der Schweiz umfasst der Jodel eine große Vielfalt künstlerischer Ausdrucksformen und ist tief in der Bevölkerung verankert. Seit Dezember 2025 zählt die Alpenmusik zum immateriellen Kulturerbe der UNESCO. Wo man das Jodeln hautnah erleben kann, lesen Sie hier.
Ganz ohne Worte und ein schneller Wechsel zwischen Brust- und Kopfstimme – das sind typische Charakteristika des ursprünglichen Jodelns. Während das Jodeln als Kommunikationsmethode bereits in der Steinzeit gebräuchlich war, kam das Singen von mehrstimmigen Liedern im Chor erst im 19. Jahrhundert auf. Heute wird in der Schweiz hauptsächlich auf Deutsch gejodelt, aber auch auf Französisch.
Nationale Jodlerfeste in Basel und Grindelwald
Nachdem Basel 1924 das allererste Eidgenössische Jodlerfest überhaupt durchgeführte, findet es dieses Jahr erneut in Basel statt. Vom 26. bis 28. Juni wird Basel zur Bühne für gelebte Tradition: Rund 12.000 Jodlerinnen, Jodler, Alphornbläserinnen und -bläser sowie Fahnenschwingerinnen und -schwinger treffen sich unter dem Motto „Stadt und Land mitenand“ in der Stadt am Rhein. Erwartet werden 200.000 Besucherinnen und Besucher aus der ganzen Schweiz und dem benachbarten Ausland. Damit ist die Stadt Basel nach dem ESC und der Fußball-Europameisterschaft der Frauen ein weiteres Mal Gastgeberin eines Groß-Events.
Der Nachwuchs trifft sich vom 11. bis 13. September 2026 beim Eidgenössischen Jugendjodelfest in Grindelwald. Klarer Vorteil: Mit der Eigernordwand im Rücken fällt das Jodeln gleich viel leichter.
Jodlerweg
Im westlichen Teil des Berner Oberlands befindet sich das Simmental. Auf 7,7 Kilometern wandert man in den Monaten Juni bis Oktober auf den Spuren des Jodelns. Etwa vier Stunden sollte man sich Zeit nehmen, um die acht interaktiven Stationen ausgiebig zu erleben. Danach wissen Jodelinteressierte alles über die Historie, Trends und „Grammatik“ des Jodelns. Ein kleiner Teil des Weges ist barrierefrei und damit gut mit Kinderwagen oder geländegängigem Rollstuhl zugänglich. https://www.jodlerweg.ch/jodlerweg/#informationen
Ostschweiz: Heimat des Naturjodelns
Das Appenzellerland und das Toggenburg sind die Heimat des Naturjodelns. Der mehrstimmige, textlose Gesang wird mündlich überliefert und kommt ganz ohne Noten aus. Gesungen wird hier rein aus dem Gefühl. Schnupperkurse im Naturjodeln bietet die im Mai 2025 eröffnete Klangwelt im Toggenburg. Hier dreht sich alles um Resonanz, Brauchtum und Klang. Als musikalisches und architektonisches Zentrum der Klangwelt ist das Klanghaus im Rahmen von Führungen, Konzerten, Kursen und weiteren Veranstaltungen öffentlich zugänglich.
Nicht weit davon entfernt, ebenfalls in der Ostschweiz, befindet sich das Roothuus Gonten im Appenzell. Es ist das Zentrum für Appenzeller und Toggenburger Volksmusik. Das aus dem 18. Jahrhundert stammende Roothus sammelt und archiviert Dokumente, die im Zusammenhang mit Volksmusik stehen, und forscht auch auf diesem Gebiet. Gäste können sich bei regelmäßig stattfindenden Führungen selbst im Naturjodeln und Talerschwingen versuchen.
Quelle: OTS
